Ostrach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0851

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Großes Haufendorf am gleichnamigen Flüsschen, wo die Niederung durch die Hügelkette des Endmoränenzugs gequert wird. Ältere Wachstumsspitze Richtung Bahnhof (dieser seit 1875). Starke Neubautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg im Оsten (Buchberghang) und Westen, Nebenerwerbssiedlung an der Straße nach Magenbuch. Gewerbegebiet an der Bahnlinie im Südwesten.
Historische Namensformen:
  • in . . . Hostrahun
Geschichte: 851 in . . . Hostrahun (von dem gleichnamigen Flüsschen?). Alemannische Grabfunde, daher wohl Siedlung der älteren Ausbauzeit. Der Edelfreie Konrad von Hirschbühl (abgegangene Burg bei Mengen-Beuren) schenkte dem Kloster Zwiefalten in dessen Anfangszeit einen Hof; vielleicht sind die später auftretenden Herren von Gundelfingen als Erben der von Hirschbühl hierher gekommen. Konrad von Gundelfingen trug 1279 seine Eigengüter dem Hochstift Konstanz zu Lehen auf und verkaufte sie dem Kloster Salem. Vermutlich auf einer älteren, im Ort abgegangenen Burg waren die niederadligen Herren von Ostrach ansässig, die sich nach den Beinamen Egghart, Burst und Keßler in mehrere Linien teilten und im 13. bis 15. Jahrhundert auftreten. Von ihnen erhielt Salem ebenfalls Besitz, nach weiteren Gütererwerbungen in der Umgebung bildete sich noch im 14. Jahrhundert die Klosterherrschaft Ostrach. Diese erstreckte sich beiderseits des Flüsschens, das vermutlich schon in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts, sicher im 15. Jahrhundert die Grafschaftsgrenze zwischen Sigmaringen und Friedberg bildete. Für die im Westen gelegenen, sigmaringischen Orte war das erstmals 1473 genannte Amt Ostrach, für die friedbergischen Orte das Amt Bachhaupten zuständig. Die Niedergerichtsbarkeit stand dem Kloster zu, das auch die Hochgerichts­barkeit der Grafschaften Anfang des 18. Jahrhunderts (1700/15 Sigmaringen, seit 1611 bereits pfand­weise; 1708 Friedberg) an sich brachte. Bei der Aufhebung des Klosters Salem 1803 kam die Herrschaft Ostrach an die Fürsten von Thurn und Taxis; 1806 unter die Landeshoheit von Hohenzollern-Sigmaringen (1850 Preußen). Fortan Sitz eines fürstlichen Oberamts und anderer Ämter. Die fürstliche Justizverwaltung ging 1852, die Polizei 1862 an den Staat über. Aufhebung des standesherrlichen Oberamts 1862; dann Oberamt (1925 Landkreis) Sigmarin­gen. Im 2. Koalitionskrieg, am 21. 3. 1799, schlug in der Nähe Erzherzog Karl von Österreich die französische Donauarmee unter General Jourdan.

Ersterwähnung: 1204
Kirchengeschichte: Kirche und Pfarrei 1204; Sankt Maria 1490, Sankt Pankratius 1608. Patronat 1279 von den Herren von Gundelfingen an Kloster Salem; Inkorporation der Pfarrei 1324. Die heutige katholische Pfarr­kirche ist im wesentlichen ein Bau von 1897; von Vorgängerbauten sind der Turm (1569) und der Chor (1704/06) erhalten; renoviert 1965/68. Evangelische Christuskirche 1955, Pfarrei 1959.
Patrozinium: Sankt Maria
Ersterwähnung: 1490

GND-ID:
  • 4044101-5
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