Kupferzell 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.kupferzell.de
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Einwohner: 5738
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 106.0
Max. Höhe ü. NN (m): 516.99
Min. Höhe ü. NN (m): 276.45
PLZ: 74635

Die Gemeinde Kupferzell mit sechs Gemeindeteilen liegt im Hohenlohekreis nördlich der Kreisstadt Künzelsau auf der Hohenloher Ebene. Das wenig bewaldete Gemeindegebiet wird im Norden und Osten vom Kochertal begrenzt. Der höchste Punkt des Gemeindegebietes liegt auf 516,99 m über NN, der tiefste Punkt auf 276 m. Mit der territorialen Neuordnung 1806 gelangten die ehemals hohenlohischen Orte zum Königreich Württemberg und wurden zunächst vom Oberamt Neuenstein, dann vom Oberamt Öhringen verwaltet, aus dem 1938 der Landkreis Öhringen und 1972 der Hohenlohekreis entstand. Mit der Gemeindereform 1972 wurden die heutigen Teilorte zusammengeschlossen; aus dem Landkreis Schwäbisch Hall kamen Goggenbach und Eschental zu Kupferzell. Der Hauptort Kupferzell liegt in einer Talweitung an der Einmündung von Feßbach und Lietenbach in die Kupfer. Der ältere Ortsteil befindet sich auf dem rechten Flussufer. Nach 1945 nahm die Gemeinde einen deutlichen Aufschwung. Bis Mitte der 1960er Jahre wurden vorwiegend westlich und auch nördlich des Ortskernes neue Siedlungen erschlossen. In den 1970er Jahren entstanden südlich, später auch wiederum am westlichen und nordwestlichen Bebauungsrand weitere Neubauten. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das ehemalige Residenzschloss. Die Lage an der Durchgangsstraße nach Künzelsau gewährleistete stets eine gute Verkehrsanbindung. Das hohe Verkehrsaufkommen machte 1937/39 den Bau einer Ortsumgehung notwendig. Die 1982 eröffnete Eisenbahn wurde 1991 aufgegeben und abgebaut. Von Bedeutung ist der Autobahnanschluss an die A6.

Die Gemeinde Kupferzell liegt etwa 6 Kilometer südlich der Kreisstadt Künzelsau und ist mit ihr über die Bundesstraße 19 verbunden; in südöstlicher Richtung erreicht man auf der gleichen Straße das etwa 15 Kilometer entfernte Schwäbisch Hall. Nachbargemeinden sind – von Norden nach Westen – Künzelsau, Braunsbach, Untermünkheim, Waldenburg und Neuenstein. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort die Ortsteile Eschental, Feßbach, Goggenbach, Mangoldsall und Westernach. Der höchste Punkt auf dem Gemeindegebiet liegt mit 418 Metern im Gewann Eichholz östlich des Wohnplatzes Rüblingen, der niedrigste mit 343,4 Metern im südlichen Teil der Gemarkung, bei Westernach. Das Gemeindegebiet nimmt auf der Hohenloher Ebene den größten Teil der sogenannten Kupferzeller Ebene zwischen der Öhringer und der Haller Ebene ein. Es wird im Osten und Norden vom Kochertal begrenzt. Obgleich vom Kocher her steile Klingen in den Rand der Hochfläche einschneiden, erfolgt die Entwässerung des Raums doch vorwiegend nach Westen zur Kupfer hin. Gegen den Kocher entsteht durch die im Lettenkeuper liegenden Bachläufe und die zum Teil in Erdfällen versickernden Rinnsale nur ein sanft gewelltes Relief. Das Gemeindegebiet ist wenig bewaldet; zumeist beschränkt sich der Wald auf einen schmalen Streifen am Rand der Steilhänge. Die Kupfer durchzieht die Gemarkung von Süden kommend in nordwestlicher Richtung. Noch im Gebiet von Kupferzell schneidet sie sich in den Oberen Muschelkalk ein und vertieft rasch ihr Tal. Zu den landschaftlich besonders schönen Teilen des Hohenlohekreises gehört das an Windungen reiche, bewaldete Kupfertal mit seinen steil ausgeprägten Prallhängen nordwestlich von Ulrichsberg. Der nur in seinem Unterlauf tiefer eingeschnittene Rechbach, der Kuhbach und die in ihrem Lauf begradigte Kupfer oberhalb von Kupferzell fließen ebenso wie die obere Sall in flachen, wiesenreichen Lettenkeupertälern. Der trichterförmige südliche Teil der Gemarkung grenzt an die Waldenburger Berge. Östlich davon erfolgt der Übergang auf die Haller Ebene. Die sanft gewellten, von der Keuperrandstufe begrenzten Hochflächen werden auf der Lösslehmdecke als Ackerland genutzt, in den feuchten Talmulden als Wiesen. Gipskeuper bildet den langsam ansteigenden Sockel der Waldenburger Berge. Darüber liegen in Gestalt bewaldeter, steiler Hänge der meist Terrassen bildende Schilfsandstein und die Bunten Mergel. Die obere Kante des Stufenrandes ist aus Kieselsandstein gebildet. An den vom übrigen Bergland getrennten, bewaldeten Höhenzügen des Friedrichs- und des Mühlbergs reicht die Gemarkung bis zu diesem oberen Rand hinauf. Der Hauptort Kupferzell liegt in der Talweitung bei der Einmündung von Feßbach und Lietenbach in die Kupfer. Der ältere Ortsteil erstreckt sich rechts der Kupfer. Auf dem gegenüberliegenden Ufer entstand im 18. Jahrhundert die sogenannte Untere Vorstadt; am Westhang kam die Obere Vorstadt hinzu. Die jüngeren Ortserweiterungen gruppieren sich um die aus dem Ort hinausführenden Straßen, am stärksten ausgeprägt im Süden. Zum Hauptort gehört auch der Wohnplatz Rechbach. Der kleine Weiler entfaltet sich am Hang des sanft eingesenkten Rechbachtals nördlich von Kupferzell. Über dem obersten Salltal liegt der Wohnplatz Schafhof, eine ehedem hohenlohische Domäne, rechts über dem hier tief eingeschnittenen Kupfertal der Wohnplatz Ulrichsberg. Eschental liegt südöstlich des Hauptorts am Anfang des engen, rasch zum Kocher hin abfallenden Eschenbachtals. Der Ortsteil Feßbach erstreckt sich unmittelbar östlich des Hauptorts am flachen nördlichen Hang des gleichnamigen Bachs, zwischen der von Kupferzell kommenden und sich hier verzweigenden Landesstraße 1036 im Norden und dem Feßbach im Süden. Nördlich liegen die beiden Hofgruppen des Weilers Kubach zu beiden Seiten der flachen Quellmulde des Kuhbachs an der Kreisstraße nach Haag. Auf dem Hochflächensporn zwischen Künzbach und Herrenbach gruppieren sich die Gehöfte des dazugehörigen großen Weilers Künsbach entlang der Straße nach Morsbach. Rüblingen liegt weit östlich vom Hauptort und ist dem Ortsteil Feßbach zugeordnet. Es erstreckt sich nördlich der L1036 auf der Hochfläche über dem tief in den Lettenkeuper einschneidenden Rüblinger Bach. Goggenbach liegt in einem kleinen Wiesental des östlichen Randgebiets der Kupferzeller Ebene. Es ist ein kleiner, haufendorfartiger Ort, um eine Straßenspinne gruppiert. Der Ortsteil Mangoldsall besteht aus den drei Siedlungskernen Mangoldsall, Frowichsall und Kapfenhardt, die entlang der Straße nach Kirchensall am Lettenkeuperhang nördlich der Sall aufgereiht sind; durch jüngere Erweiterungen sind diese drei Siedlungskerne heute zusammengewachsen. Der Weiler Füßbach liegt in Hochflächen- und leichter Hanglage über dem gleichnamigen Bach. Er setzt sich aus mehreren Hofgruppen entlang der Kreisstraße 2371 zusammen. Westernach erstreckt sich südlich des Hauptorts im sanften Muldental des Rinnenbachs, der die beiden alten Siedlungskerne scheidet. Östlich des Bachs liegen vorwiegend große Höfe um die einstige Geleitstraße. An deren westlicher Abzweigung hat sich der Ort in straßendorfähnlicher Form entwickelt. Ein weiteres gleichgestaltetes Siedlungsgebiet ist seit 1970/72 am südlichen Ortsrand entstanden. Der Wohnplatz Bahnhof Kupfer (jetzt Neu-Kupfer) bildete sich erst nach 1945 durch die Ansiedlung von Heimatvertriebenen. Zu Füßen der Waldenburger Berge liegt beiderseits eines Nebenbachs der Kupfer der Wohnplatz Beltersrot. Dieseits und jenseits der oberen Sall erstreckt sich der Weiler Belzhag, der inzwischen eine beträchtliche Größe erreicht hat. Er setzt sich aus ehedem drei Siedlungskernen zusammen. Hesselbronn ist ein kleiner Ort am Hang einer Wiesenmulde beiderseits der Straße von Westernach nach Kupferzell. Löcherholz liegt südwestlich von Westernach, unmittelbar an der Gemarkungsgrenze, auf der ersten Terrassenstufe des Friedrichsbergs. Im Dreieck zwischen den östlich und nördlich von Westernach gelegenen Weilern Bauersbach, Hesselbronn und Goggenbach liegt an der oberen Kupfer in Tal- und leichter Hanglage die Stegmühle.

Die Mediatisierung der hohenlohischen Herrschaften band 1806 die bisher fürstlichen Orte in das Königreich Württemberg ein. In Rechbach profitierte Württemberg allerdings schon 1803 vom Reichsdeputationshauptschluss, indem es Güter des Klosters Schöntal säkularisieren konnte. Später abgelöste grundherrliche Rechte und Gefälle hatten vor allem die Fürsten zu Hohenlohe-Oehringen und Hohenlohe-Waldenburg inne, teilweise auch das Stift und das Hospital Öhringen sowie die Freiherren von Stetten zu Kocherstetten und der Johanniterorden. Das Amt Kupferzell gehörte zuletzt den Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und umfasste Kupferzell, Ulrichsberg und Belzhag mit Schafhof, dazu einen Teil von Rechbach, Eschental, Einweiler, Feßbach, Kubach, Künsbach, Rüblingen, Hesselbronn und Bauersbach. Das Patrimonialamt Kupferzell als Nachfolgebehörde umfasste alle Orte des einstigen hohenlohischen Amts. Westernach, Beltersrot, Löcherholz und Stegmühle (Stegenhof) wurden dem Patrimonialobervogteiamt Waldenburg unterstellt. Das zu Hohenlohe-Neuenstein gehörige Mangoldsall mit Füßbach zählte zum Amt Kirchensall, bei dem es auch nach dem Anschluss an Württemberg verblieb. Goggenbach gehörte vor der Mediatisierung zum hohenlohe-kirchbergischen Amt Döttingen. Das Oberamt Neuenstein, dem die Orte beim Übergang an Württemberg zugewiesen worden waren, wurde 1809/10 durch das neue Oberamt Öhringen ersetzt. Die Gemeindeverbände erfuhren in der Folgezeit Umstrukturierungen. Eschental bildete 1809/23 mit Einweiler eine Schultheißerei. Goggenbach, das seit 1813 zu Westernach und von 1823 bis 1826 zu Eschental gehörte, wurde 1826 selbständige Gemeinde. Das Schultheißenamt Westernach wurde 1809/10 gegründet; zu ihm kamen Beltersrot, Löcherholz und Stegmühle, außerdem seit 1813 Bauersbach, das seit 1809/10 zu Eschental gezählt hatte. Ebenfalls 1813 trat Hesselbronn Westernach bei, desgleichen Belzhag vor 1824; beide waren davor Kupferzell zugeordnet. Feßbach wurde 1819 ein eigenes Schultheißenamt, dem sich Kubach, Künsbach, Rüblingen und Ulrichsberg anschlossen; allerdings kehrte Ulrichsberg 1826 nach Kupferzell zurück. Der 1829/30 entstandenen politischen Gemeinde Mangoldsall trat Füßbach bei. Mit der Gemeindereform zum 1. Januar 1972 wurde aus den Gemeinden Eschental, Feßbach, Goggenbach, Mangoldsall und Westernach die Großgemeinde Kupferzell gebildet. Goggenbach und Eschental gehörten davor zum Landkreis Schwäbisch Hall, die übrigen Gemeinden zum Landkreis Öhringen. Feßbach, dessen Verwaltung schon seit den 1940er Jahren durch den Bürgermeister von Kupferzell in Personalunion mitversehen worden war, hatte die Eingliederung nach Kupferzell angestrebt. Im Anschluss an die Gemeindereform 1972 wurden noch bis 1976 Nachbesserungen vorgenommen, in deren Verlauf der Ortsteil Hohebuch, der bis 1977 teilweise zu Westernach gehört hatte, nach Waldenburg kam. Der Ortsteil Bahnhof Kupfer, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, wurde 1983 in Neu-Kupfer umbenannt. Die Gründung des Gemeindeverwaltungsverbands Hohenloher Ebene mit den Mitgliedern Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg erfolgte 1975 mit dem Ziel der Ausarbeitung gemeinsamer Flächennutzungspläne. Politisch wurden die Gemüter in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis in die Revolution 1848/49 von der Grundentlastung des bäuerlichen Besitzes bewegt. Der Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg suchte frühzeitig nach akzeptablen Lösungen und erklärte am 9. März 1848 sein Einverständnis mit der Abschaffung der strittigen Abgaben und Lasten. Die Erklärung besänftigte die revolutionäre Stimmung; dennoch fürchtete der Fürst gewaltsame Ausschreitungen. Eine Versammlung in Waldenburg verließ er frühzeitig, nachdem scharfe Töne die Aussprache überschattet hatten. In der Bevölkerung fand er großen Rückhalt, und die Gemeinde Kupferzell reagierte auf seinen Rückzug ins Exil nach Brüssel mit großer Betroffenheit. In einem an ihn gerichteten Brief äußerten die Unterzeichneten großes Bedauern über diesen Entschluss. In seiner Antwort vom 20. Dezember 1848, bekundete der Fürst sein Vertrauen gegenüber der Kupferzeller Bürgerschaft und begründete sein Verhalten mit der Enttäuschung über die allgemeine Stimmung, die dem Adel seine Daseinsberechtigung bestritt und ihm die Möglichkeit zu künftiger Mitwirkung am Gemeinwesen verwehrte. Der Weggang des Fürsten schlug so letztlich höhere Wellen als die Diskussion um die Ablösung der Grundlasten. Das Verlangen nach einer Reform der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung fand gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend Eingang in die politische Diskussion. Eine erste sozialdemokratische Versammlung wurde in Kupferzell 1897 abgehalten, wo der Schultheiß Wilhelm Dutt um eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse bemüht war. Die Wahlen zum Reichstag im Kaiserreich waren von 1871 bis 1890 vom Erfolg der Nationalliberalen bestimmt, die sich als liberaler Gegenpol zu den Deutschen Reichs- und Freikonservativen Bismarck’scher Richtung profilierten; ihre Wählerschaft war überwiegend protestantisch. Mit der Reichstagswahl 1893, die den Nationalliberalen in den einzelnen Orten Kupferzell und seinen Ortsteilen nur noch zwischen 11,1 und 47,7 Prozent einbrachte, war jedoch der Bann gebrochen. Am Ende des 19. Jahrhundert splitterte sich die Parteienlandschaft auf und reagierte damit auf die Interessen der verschiedenen Wählerschichten. So errang der Bauernbund als Partei der ländlichen Bevölkerung und als bäuerliche Solidargemeinschaft die Wählergunst. SPD und Zentrum, die seit 1890 mit zur Auswahl standen, fanden weniger Resonanz. Das Zentrum konnte in Kupferzell mit einer kleinen katholischen Kirchengemeinde 1887 mit 12,7 Prozent sein bestes Ergebnis erringen, in der Folge aber nur noch einstellige Ergebnisse erzielen. Die SPD fand in Kupferzell interessierte Wähler, blieb aber stets deutlich unter der Zehn-Prozent-Marke, ausgenommen die Wahl von 1912, die den Sozialdemokraten in Kupferzell und Eschental mehr als 18 Prozent einbrachte. Der mächtige Bauernbund beziehungsweise sein Nachfolger, der Württembergische Bauern- und Weingärtnerbund (WBWB), behauptete in der Gesamtwertung bis zur Reichstagswahl 1930 unangefochten den ersten Platz behielt. Die Stimmenvergabe an die demokratische Volkspartei, die SPD und das Zentrum entsprang einer Wechselwählerschaft. In dem etwas urbaner geprägten Kupferzell experimentierte man eher mit alternativen Parteien; der WBWB erreichte hier tendenziell weniger Stimmen. In der Reichstagswahl 1930 warf die NSDAP ihre Schatten voraus. Kupferzell erwies sich dabei mit 33,9 Prozent als Vorreiter, in den übrigen Orten erreichten die Nationalsozialisten vorerst nur einstellige Werte. Bei der Reichstagswahl im November 1932 erzielte der WBWB zum letzten Mal einen großen Stimmengewinn zwischen 48,6 und 78,7 Prozent, in Kupferzell hingegen nur 15,6 Prozent. Die NSDAP war unaufhaltsam auf dem Vormarsch; dennoch blieb die Hitlerpartei einigen Wählern suspekt und verhalf somit auch linken und rechten Splitterparteien zu Stimmengewinnen. 1941 wurde der Künzelsauer Ratsschreiber Ayen als gemeinsamer Ortsvorsteher der Gemeinden Kupferzell und Feßbach eingesetzt. Im Braunen Haus (Marktplatz 10) residierte die NS-Ortsgruppenleitung. Mit den ersten Umquartierten aus Karlsruhe bekam Kupferzell im September 1939 die Auswirkungen des Angriffskriegs zu spüren. Kriegsgefangene Polen kamen im Frühjahr 1940 als Arbeitskräfte für die Landwirtschaft ins Lager Westernach. In Westernach quartierte sich auch eine Kompanie der Luftwaffe und des Arbeitsdiensts ein, die den Ersatzflugplatz in den Briebelwiesen ausbaute, der für den Frankreichfeldzug und als Ersatz für den Flugplatz Hessental vorgesehen war. Bei Rüblingen entstand 1940 ein Tarnflugplatz zur Ablenkung feindlicher Angriffe von Hessental; er wurde mehrfach bombardiert. In der Landfrauenschule wurde 1945 das Feldlazarett Ohlau (Schlesien) untergebracht, und das Schloss diente als Hilfskrankenhaus. Das Kriegsende war für Kupferzell, Kubach, Rüblingen und Feßbach am 13. April 1945 mit der kampflosen Besetzung durch amerikanische Truppen erreicht; in Rüblingen kam es am 15. April noch einmal zu einem Gefecht mit Toten und Gebäudeschäden. Bis zum 16. April waren schließlich alle Orte eingenommen. Jagdbomber setzten am 12. April Goggenbach in Brand. Dabei kam eine Person ums Leben, zwanzig Scheunen und acht Wohnhäuser wurden zerstört. Auch Eschental und Westernach hatten in größerem Umfang Gebäudeverluste zu beklagen. In Westernach wurden bei Kampfhandlungen am 15. April fünfzehn deutsche Soldaten getötet. Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft fungierte bis 29. März 1946 Philipp Dürr als kommissarischer Bürgermeister von Kupferzell; er war am 13. April 1945 den anrückenden amerikanischen Panzern mit einer weißen Fahne entgegengegangen und daraufhin von der Besatzungsmacht als Bürgermeister eingesetzt worden. Die erste Gemeinderatswahl im Januar 1946 wurde unter parteilosen Kandidaten ausgemacht. Noch heute bestimmen im wesentlichen die Unabhängige Wählergemeinschaft und die Freie Wählervereinigung die Gemeindepolitik. In den Landes- und Bundestagswahlen erwies sich anfangs die liberale DVP, die Vorgängerin der FDP, als Favorit und die Vertriebenenvereinigung BHE als wichtiger parlamentarischer Interessenvertreter. Bei der Bundestagswahl 1949 erreichte diese Vereinigung mit 32,6 Prozent ihr bestes Ergebnis, 1961, bei ihrem letzten Wahlauftritt auf Bundesebene, hingegen nur noch 4,6 Prozent. Mit der Ablösung des BHE erstarkte die CDU und konnte erstmals bei der Bundestagswahl 1965 ihren liberalen Gegenspieler übertreffen, der bis 1961 mit Ergebnissen von mehr als 40 Prozent dominiert hatte. Die Liberalen verloren immer mehr und kamen schließlich 2002 nur noch auf 14 Prozent. In den Landtagswahlen fuhr die CDU immer bessere Ergebnisse ein und ging aus der Abstimmung von 1972 mit 52,2 Prozent als Sieger hervor. Seither behauptet sie in Bundes- und Landtagswahlen, aber auch in Europawahlen, den ersten Platz, mit Ausnahme der Landtagswahl von 1992 und der Bundestagswahl von 1998. Die SPD konnte mit dem Niedergang der Liberalen den zweiten Platz einnehmen. Bei der Bundestagswahl 1969 verdrängte sie die FDP mit 21,3 Prozent. Die Grünen gaben bei der Bundestagswahl 1980 ihren Einstand mit 1,2 Prozent; seit 1987 liegen sie bei 8 und 9 Prozent und besetzen damit in der Wählergunst den vierten Rang. Nur in der Landtagswahl 1992 vermochten sie die FDP/DVP (13,4 Prozent) mit 16,3 Prozent zu übertreffen. Zwar konnten die Grünen ihren vierten Platz behaupten, jedoch folgten ihnen seit den Landtagswahlen von 1992 die Republikaner dicht auf den Fersen; 1996 trennte beide Parteien nur 1 Prozent. Die Europawahlen 2004 hatten folgendes Ergebnis: CDU 44,5, SPD 21,5, FDP 12 und Grüne 9,5 Prozent.

Wappen von Kupferzell

Unter silbernem (weißem) Schildhaupt, darin ein schreitender, rot bezungter, hersehender schwarzer Löwe (Leopard), in Schwarz eine rot bedachte silberne (weiße) Kirche mit Dachreiter.

Beschreibung Wappen

Die am 1. Januar 1972 aus der Vereinigung von sechs Orten hervorgegangene neue Gemeinde Kupferzell nahm das 1957 entstandene Wappen ihrer gleichnamigen Vorgängerin, das hauptsächlich auf ein Dorfwappen von 1894 zurückgeht, wieder auf. Während der hohenlohesche „Leopard" im Schildhaupt die allen Gemeindeteilen gemeinsamen historischen Beziehungen zum Hause Hohenlohe anspricht, bezieht sich die Kirche (Zelle) auf den Gemeindenamen. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat der neuen Gemeinde am 27. Februar 1976 das Wappen und die Flagge verliehen.