Eschental - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1103

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Seine Lage, sein vermutlich auf einen Personennamen bezogener Name und sein früher Rang als Pfarrort berechtigen zu der Annahme, dass es sich bei dem urkundlich erstmals 1103 bezeugten Eschental (»Eskendal«) um eine Ausbausiedlung des früheren Hochmittelalters handelt. Das südlich von Eschental gelegene Einweiler bestand ursprünglich aus nur einem Hof und wurde erst später aufgeteilt (1604 und noch 1796 vier Teile). 1359, zur Zeit seiner ersten Erwähnung (»Auwenwiler«), scheint es ganz im Besitz der Ritteradligen von Neuenstein gewesen zu sein, 1462 (»Anweiler«) des Klosters Komburg und spätestens seit dem 16. Jahrhundert der Grafen von Hohenlohe (Amt Waldenburg, seit 1619 Amt Kupferzell), denen fortan alle obrigkeitlichen Befugnisse zustanden. 1796 hatte der Weiler 29 Einwohner, darunter acht Dienstboten.
Historische Namensformen:
  • Eskendal 1103
Geschichte: Traditionell sieht man in zwei Brüdern von Eschental, die zu Beginn des 12. Jahrhunderts als Zeugen einer für das Kloster Hirsau ausgestellten Urkunde in Erscheinung treten, die ersten Herren des Dorfs, das später mit dem Besitz der den Staufern verbundenen Herren von Bielriet an die Schenken von Limpurg gelangt sei. Wem die Gründung der östlich des Orts auf einem Sporn über dem Eschentaler Bach gelegenen und nur in spärlichen Resten erhaltenen Burg Günzburg zuzuschreiben ist, bleibt mangels urkundlicher Nachrichten ebenso unklar wie die Herausbildung der Ortsherrschaft im einzelnen. Zu den im späten Mittelalter hier bezeugten Inhabern verschiedener Rechte gehörten neben den Schenken von Limpurg, dem Kloster Gnadental (1430) und Bürgern von Schwäbisch Hall (1409) auch die Herren beziehungsweise Grafen von Hohenlohe (1357), die bald die Oberhand gewannen und im 16. Jahrhundert infolge der Reformation auch noch den Gnadentaler Besitz an sich zu ziehen wussten. Bei der Teilung von 1553/55 fiel Eschental an die Linie Hohenlohe-Waldenburg (Amt Kupferzell), die anschließend bis zur Mediatisierung durch Württemberg alle hohe und niedere Obrigkeit im Dorf zu beanspruchen hatte. Im späteren 17. Jahrhundert war auch Hohenlohe-Langenburg hier begütert, allerdings nur mit grundherrlichen Gerechtsamen, im 18. Jahrhundert desgleichen die Freiherren von Stetten. Den großen und kleinen Zehnt bezog bereits Mitte des 14. Jahrhunderts zu zwei Dritteln die Herrschaft Hohenlohe (später Waldenburger Linie); das übrige Drittel stand der örtlichen Pfarrei zu. Der 1656 aufgezeichneten Dorfordnung zufolge standen an der Spitze der Gemeinde zwei Bürger- oder Dorfmeister, die für je zwei Jahre gewählt wurden, ihr Amt zu Sankt Thomas (21. Dezember) antraten und »einer Gemeind Ordnung, Recht und Gerechtigkeit handzuhaben« hatten; über Einnahmen und Ausgaben mussten sie ihren Mitbürgern jährlich Rechenschaft ablegen. Am Ende des 18. Jahrhunderts bestanden am Ort zwölf Gemeinde- respektive Bürgerrechte. Nach dem Anfall an Württemberg 1806 gehörte Eschental zum Oberamt Neuenstein, 1809-1938 zum Oberamt Öhringen, bis 1973 zum Landkreis Schwäbisch Hall.
Wirtschaft und Bevölkerung: 1681 gab es im Dorf insgesamt zwölf Untertanen, fünf Bauern und sieben Söldner, das heißt etwa fünfzig bis sechzig Einwohner. Bis um 1800 hatte sich die Zahl der Untertanen auf 24 verdoppelt, woraus auf etwa 110 Seelen zu schließen ist. Obgleich es nur fünf Bauerngüter gab, wird die wirtschaftliche Lage der Einwohnerschaft am Ende des 18. Jahrhunderts als vergleichsweise günstig beschrieben. Tagelöhner waren am Ort kaum zu finden, weshalb die Bauern auswärtige Arbeitskräfte anwerben mussten, um die im Lauf des Jahres anfallende Feldarbeit zu bewältigen und im Winter zu spinnen. Ein in älterer Zeit betriebener geringer Weinbau wurde um die Wende zum 19. Jahrhundert eingestellt. 1681 ist ein Wirtshaus bezeugt, das damals schon seit längerem bestand.

Name: Burg Günzburg

Ersterwähnung: 1278
Kirche und Schule: Aus der Tatsache, dass in Eschental bereits im 13. Jahrhundert eine eigene Pfarrei existierte (1604 ehemals Sankt Kilian), darf man auf eine in ältere Zeiten zurückreichende Bedeutung des kleinen Dorfs schließen. In den unteren Geschossen des Kirchturms ist noch Mauerwerk aus staufischer Zeit verbaut. Das Patronatsrecht gelangte 1278 durch Übertragung seitens der Schenken von Limpurg an die Johanniter-Kommende Schwäbisch Hall und blieb in deren Besitz bis zur Säkularisation. In der frühen Neuzeit ergaben sich daraus wiederholt Konflikte mit der hohenlohischen Orts- und Landesherrschaft, nicht nur weil diese Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation einführte. Zur ausgedehnten Pfarrgemeinde (1293 »universitas parochie«) gehörten 1681 und noch 1796 Rüblingen, Bauersbach, Einweiler und die Stegmühle beziehungsweise Hohenstegen im Amt Kupferzell, Brachbach, Rückertshausen, Arnsdorf, Leipoldsweiler, Braunoldswiesen, Herdtlingshagen und Reisachshof im Hällischen sowie Goggenbach im Hohenlohe-Langenburgischen. Eine Vielzahl von Stiftungs- und Kaufurkunden aus dem späten Mittelalter lässt darauf schließen, dass die Pfarrei nicht unvermögend war. Bereits 1681 gab es in Eschental ein Schulhaus. Gut hundert Jahre später wird die Schule allerdings nur wenig schmeichelhaft beurteilt; sie sei schlecht eingerichtet und die »Geistesgaben und Kräfte« des Lehrers seien »zu bekannt, als daß hievon etwas anzuführen nöthig«. Anstelle der älteren Pfarrkirche St. Kilian wurde 1873/75 die heutige evangelische neugotische Kirche erbaut. Katholiken zu Kupferzell.
Patrozinium: St. Kilian
Ersterwähnung: 1278

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