Berlichingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0800 [um 800]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Am Gleithang eines Talmäanders der Jagst ansteigend, breitet sich der Ort beiderseits der Straße aus. Im Gewann »Bronnäcker« besteht seit 1968 ein Neubaugebiet, Industrie siedelte sich von 1960 an westlich im Bezirk »Burgwiesen« an.
Historische Namensformen:
  • Berelahinga 0800 [um 800]
  • Berlichingin 1177
Geschichte: Um 800 (Кор. 12. Jahrhundert) Berelahinga, 1177 Berlichingin, von Personenname Berelach. Ort der ältesten Siedlungsschicht. Um 800 erhielt Kloster Lorsch Besitz in Вerlichingen, und zwar im abgegangenen Hiupenhusen. Seit 1176 war Kloster Schöntal begütert (Grangie), daneben die seit 1212 belegten Herren von Berlichingen und einige Niederadelsfamilien. Die Burg Berlichingen war seit 1292 hohenlohisches, seit 1347 würzburgisches Lehen. Die hohe Obrigkeit über Berlichingen stand dem Hochstift Mainz zu. Die Herren von Berlichingen und Kloster Schöntal übten je zur Hälfte die Ortsherrschaft aus. Das Kondominat führte zu ungezählten Streitigkeiten, bis 1803 der schöntalische Teil an Württemberg fiel, 1806 auch der dem Ritterkanton Odenwald inkorporierte Teil der Herren von Berlichingen. Bis 1810 gehörte Berlichingen zum Oberamt Schöntal, bis 1811 zum Oberamt Öhringen, danach zum Oberamt, 1938 Landkreis Künzelsau. Das Stammschloß der Herren von Berlichingen am westlichen Ortsende, bis 1953 im Familienbesitz, ist ein turmartiges, dreigeschossiges Steinhaus, in seiner heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert stammend. Der ehemalige Graben ist aufgefüllt.

Name: Schloss der Herren von Berlichingen
Datum der Ersterwähnung: 1600 [im 17. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 0800 [um 800]
Kirchengeschichte: In der Schenkung an Lorsch 800 wird auch eine Kirche erwähnt. Kirchlich gehörte Berlichingen ursprünglich zur Pfarrei Bieringen, doch wurde das Verhältnis vermutlich nach 1222 gelöst und Berlichingen selbständige Pfarrei unter dem Patronat von Kloster Schöntal. Anstelle einer völlig verschwundenen Kirche ließ Abt Sigmund Fichtlin 1628/29 einen Neubau errichten. Schöntaler Mönche versahen bis zur Aufhebung des Klosters die Katholosche Pfarrei. 1843/45 wurde die Kirche St. Sebastian als schlichte neugotische Halle neu erbaut. Lediglich der Turm des Fichtlinbaus wurde als Chorturm übernommen und die barocke Ausstattung (zum Teil Werkstatt Kern). 1954 wurde die Kirche renoviert. Uber die Kapelle zu den 14 Nothelfern oberhalb der Straße nach Rossach ist nichts bekannt. Evangelische zu Schöntal.
Patrozinium: St. Sebastian
Ersterwähnung: 1843 [1843/45]
Jüdische Gemeinde: Juden waren seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Berlichingen ansässig. Sie erhielten 1791 eine nach 1939 abgerissene Synagoge und 1812 einen Friedhof.

GND-ID:
  • 4300221-3
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