Crailsheim 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.crailsheim.de
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Einwohner: 32417
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 297.0
Max. Höhe ü. NN (m): 542.04
Min. Höhe ü. NN (m): 353.85
PLZ: 74564, 74597

Das 109,08 qkm umfassende Gebiet der Großen Kreisstadt Crailsheim im Osten des Landkreises Schwäbisch Hall erstreckt sich zum größten Teil in der Hohenloher-Haller Ebene. Naturräumlich gehört der nordwestliche Randbereich den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen und – nahtlos anschließend – der Südosten der Frankenhöhe an, während der äußerste Norden in die Kocher-Jagst-Ebenen hineinragt. Den höchsten Punkt weist das Terrain mit etwa 542 m NN im Pfarrholz auf der Frankenhöhe östlich Westgartshausen auf, die tiefste Stelle befindet sich mit ungefähr 361 m NN unterhalb des Baierlessteins, wo die in Süd-Nord-Richtung fließende Jagst die nördliche Stadtgrenze passiert. Bereits 1937 wurde das 182,6 ha große Naturschutzgebiet Reusenberg ausgewiesen. Crailsheim erhielt 1338 durch Kaiser Ludwig den Bayern das Stadtrecht. Von der Stadtbefestigung, die das unregelmäßige Rechteck der im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Altstadt an der Jagst umschloss, sind nur noch Reste erhalten. Die einst brandenburgisch-ansbachische Amtsstadt war seit 1810 Sitz des württembergischen Oberamtes bzw. des bis Ende 1972 bestehenden Landratsamtes Crailsheim. Die heutigen Stadtteile fielen 1806 weitgehend an Bayern und 1810 vollständig an Württemberg, das bereits 1802/03 einen Teil von Jagstheim an sich gezogen hatte. Zwischen Jahresbeginn 1971 und 1975 wurden sieben umliegende Gemeinden nach Crailsheim eingemeindet, das als ausgewiesenes Mittelzentrum seit dem 1. Januar 1973 zum Landkreis Schwäbisch Hall gehört.

Teilort

Wohnplatz

Wüstung

Die Große Kreisstadt Crailsheim ist flächenmäßig die größte und nach Einwohnerzahl die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises Schwäbisch Hall. Sie umfasst ein Gebiet, das von Jagstheim entlang der Jagst bis Erkenbrechtshausen und von den Wäldern nördlich des Burgbergs bis auf den Höhenrücken der Crailsheimer Hardt reicht. Crailsheim bildet nach dem Regionalplan einen Verdichtungsbereich im ländlichen Raum und erfüllt als Mittelzentrum zahlreiche zentrale Funktionen. Bei Jagstheim nimmt die Jagst den Degenbach und die Speltach auf und tritt in die Crailsheimer Bucht ein, die sie und ihre Nebenbäche im Gips- und Unterkeuper ausgeräumt haben. Weidenbach und Hammerbach entwässern den Osten der Crailsheimer Bucht, die Maulach die Westhälfte. Die mehrheitlich mit stumpfem Winkel in die Jagst einmündenden Bäche weisen auf die frühere Entwässerung in südliche Richtung hin. Das Flusssystem der Ur-Jagst entwässerte vor etwa zehn Millionen Jahren (auf höherem Niveau) nach Süden zur Donau. Die Entwässerung wurde erst danach von der Jagst nach Norden umgelenkt. Bei der Wiesmühle erreicht die Jagst den Unterkeuper, das Tal wird schmäler und der Flusslauf gestreckter. Links und rechts des Flusses sind würmeiszeitliche Talterrassen etwa 10 Meter über dem heutigen Flussniveau erhalten geblieben. Nördlich des Stadtgebiets von Crailsheim schneidet sich die Jagst tief in den Oberen Muschelkalk ein und durchfließt ein enges, steilwandiges Muschelkalktal. Rund 70 Meter sind die weit ausholenden Talmäander in die Hohenloher Ebene eingesenkt. Bei der Heldenmühle versickerte früher ein Großteil des Jagstwassers im Bereich der Crailsheim-Kirchberger Verwerfung, ehe die Klüfte im Flussbett 1914 abgedichtet wurden. Bis kurz nach dem Prallhang des Baierlessteins verläuft entlang des Jagsttals die nördliche Gemeindegrenze. An der Jagst unterhalb des Baierlessteins liegt mit 360 Meter über Normalnull der tiefste Punkt der Gemeinde. Die Crailsheimer Bucht wird im Südwesten von den Randhöhen der Ellwanger Berge begrenzt: den Burgberg-Vorhöhen mit der Speltachbucht. Der Rand der Crailsheimer Bucht und das Burgberggebiet liegen im Bereich von Mergeln des Gipskeupers, die von Dolomitsteinbänken durchzogen sind. Unter diesen spielt der Acrodus-Corbula-Horizont (Engelhofer Platte) für den Aufbau der Landschaft eine wichtige Rolle. Es handelt sich zwar um eine nur 2–4 Meter mächtige Bankfolge, die aber in Nordostwürttemberg und besonders um den Burgberg herum weite Verebnungen formt. Am Sträßchen vom Burgberg nach Maulach erinnern flache, verwachsene Gruben an den früheren Abbau der Corbula-Bank zu Straßenschotter (Naturdenkmal). Ganz in der Nähe wurde 1991 eine Deponie für dioxin- und schwermetallbelastetes Bodenmaterial aus dem Schadensfall Maulach errichtet. In Maulach hatte eine Metall verarbeitende Firma durch Kabelverschwelung eine hohe Dioxinbelastung des Betriebsgeländes und der umliegenden Flächen verursacht. Das Land Baden-Württemberg, die Stadt Crailsheim und der Landkreis Schwäbisch Hall haben die Grundstücke für umgerechnet rund fünf Millionen Euro saniert und das belastete Material auf die Deponie gebracht. Im Nordwesten öffnet sich die Crailsheimer Bucht zur Haller Ebene, einer Unterkeuper-Ebene, die großflächig von Löss bedeckt ist und am südlichen Saum vom Gipskeuper geprägt wird. Auf der welligen, bewaldeten Anhöhe des Reußenbergs nördlich von Maulach liegt die eindrucksvollste Gipsdolinenlandschaft in Süddeutschland (Naturschutzgebiet). Durch Auslaugung der Grundgipsschichten und Einsturz entstanden Hunderte von Hohlformen, von Dolinen bis hin zu größeren Subrosionswannen. Abgedichtet durch die Auslaugungsrückstände Lehm und Ton füllten sie sich mit Wasser (sogenannte Lachen) und sind teilweise in ein Vermoorungsstadium übergegangen. Vom angrenzenden Rüdderner Moor sind nur noch spärliche Reste erhalten (Naturdenkmal). Im Südosten und Osten wird die Crailsheimer Bucht von der Crailsheimer Hardt umrahmt. Diese vom Kieselsandstein gebildete Keuperstufe kehrt ihre steile Stufenstirn nach Westen und erreicht östlich von Westgartshausen 542 Meter über Normalnull. Infolge der exponierten Lage an der Europäischen Wasserscheide ist das Bergland stark zergliedert. Wie schmale Landzungen springen lang gezogene Bergrücken – meist vom Acrodus-Corbula-Horizont (Engelhofer Platte) oder vom Schilfsandstein gebildet – in die Crailsheimer Bucht vor. Früher wurden rund um Crailsheim zahlreiche Rohstoffvorkommen ausgebeutet. Lehm und Ton bildeten die Grundlage für die markgräfliche Fayencefabrik Crailsheim, die ihre Blütezeit im 18. Jahrhundert erlebte. Die pyritreichen Vitriolschiefer des Unterkeupers wurden an verschiedenen Stellen für die Alaun- und Vitriolgewinnung abgebaut. Als wenig rentabel erwies sich dagegen der Abbau von Kohle aus dem Unterkeuper südlich von Ingersheim. Aufgelassene Muschelkalksteinbrüche findet man am Rand des Jagsttals bei Erkenbrechtshausen, Wollmershausen und im Schmiedebachtal bei Tiefenbach. Die meisten dieser aufgelassenen Steinbrüche wurden in das 2003 ausgewiesene Natur- und Landschaftsschutzgebiet »Jagsttal zwischen Crailsheim und Kirchberg mit Seitentälern« einbezogen. Bei Beuerlbach wurden Unterkeuper-Hauptsandstein und Schilfsandstein abgebaut. Der aufgelassene Schilfsandstein-Steinbruch am Kühberg und der ehemalige Steinbruch »Fallteich« südwestlich von Beuerlbach sind Naturdenkmale und Geotope. Der Unterkeuper-Hauptsandstein ist hier besonders mächtig ausgebildet (bis zu 10 Meter). Von Bedeutung ist gegenwärtig noch der Gipsabbau in den Grundgipsschichten. Gipsbrüche befinden sich im Westen des Reußenbergs und südöstlich von Crailsheim. Die größte im Unterkeuper entspringende Quelle ist der Quelltopf des Sulzbrunnens zwischen Crailsheim und Wittau (Naturdenkmal). Wasser aus dem Gipskeuper ist wegen seiner hohen Härte meist nicht als Trinkwasser oder zu technischen Zwecken geeignet. Es wird zur Speisung der Mineralfreibäder genutzt. Für Badezwecke im 18. und 19. Jahrhundert wurde das vermutlich dem Gipskeuper entstammende Wasser des Sauerbrunnens (Calcium-Sulfat-Hydrogenkarbonat) an der Haller Straße benutzt. Wasserschutzgebiete wurden bei Beuerlbach, Goldbach und Oßhalden festgesetzt. Das Umland Crailsheims besitzt reizvolle Landschaftselemente. Fünf Naturschutzgebiete liegen auf dem Stadtgebiet: 1. Jagsttal zwischen Crailsheim und Kirchberg mit Seitentälern, 2. Reußenberg, 3. Crailsheimer Eichwald, 4. Wacholderberg/ Geigerswasen und 5. Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen. Der Eichwald ist ein ehemaliger Hudewald mit mächtigen, alten Eichen; der Wacholderberg zählt zu den schönsten Wacholderheiden im schwäbisch-fränkischen Keuperbergland; das Hammersbachtal zeichnet sich durch ein Mosaik an trockenen und feuchten Lebensräumen für Tiere und Pflanzen aus. Noch zahlreicher sind die Landschaftsschutzgebiete und Naturdenkmale. Sie umfassen reizvolle, ökologisch wertvolle Landschaftsteile wie die Jagstaue zwischen Jagstheim und Crailsheim, das Kühnbachtal bei Beuerlbach, Hügel und Höhenzüge am Keuperstufenrand sowie Wacholderheiden, Magerwiesen und Eichenhaine. 57 Prozent der Bodenfläche wurden 2001 landwirtschaftlich genutzt, 24 Prozent waren Wald und 17 Prozent sind überbaut. Etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist Dauergrünland mit Schwerpunkt Rinderhaltung. Eine gewisse Bedeutung hat der Obstbau im Stadtteil Goldbach in wärmebegünstigter und geschützter Lage der Crailsheimer Bucht, wo früher auch Hopfen gedieh. Im Regionalplan sind große Teile der Stadtgemeinde als regionaler Grünzug ausgewiesen. Er soll dem Naturschutz und der Landschaftspflege, der Hochwasserretention, der Erholung sowie dem Bodenschutz und der Landwirtschaft dienlich sein. Zwischen Maulach und Roßfeld, Altenmünster und Onolzheim sowie Ingersheim und Westgartshausen wurden Grünzäsuren festgelegt, um ein Zusammenwachsen der Siedlungen zu vermeiden. Die Stadt liegt am Schnittpunkt zweier Landesentwicklungsachsen der Landesplanung: in Süd-Nord-Richtung die Achse Aalen–Bad Mergentheim und in West-Ost-Richtung die Achse Schwäbisch Hall–Ansbach. Im 19. Jahrhundert wurde Crailsheim zum Eisenbahnknoten der Linien Stuttgart–Nürnberg, Heilbronn–Crailsheim und Ulm–Lauda. Zudem liegt Crailsheim unweit des Autobahnkreuzes Feuchtwangen/Crailsheim, wo sich die Autobahnen A 6 Heilbronn–Nürnberg und A 7 Würzburg–Ulm kreuzen. Durch den Autobahnbau hat die B 14 an Bedeutung verloren und wurde zur L2218 beziehungsweise 1066 herabgestuft. Wegen der hervorragenden Standortqualitäten soll die gewerbliche Entwicklung in Crailsheim konzentriert werden. Crailsheim-Ingersheim und Crailsheim-Roßfeld sind im Regionalplan als regional bedeutsame Schwerpunkte für Industrie und Dienstleistungseinrichtungen ausgewiesen und haben im Verbund mit Satteldorf sogar überregionale Bedeutung. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass sich die überbaute Fläche in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat.

Wappen von Crailsheim

In Gold (Gelb) drei gestürzte schwarze Kesselhaken (Krauel) nebeneinander.

Beschreibung Wappen

Schon das erste bekannte, um 1310 verwendete Crailsheimer Stadtsiegel zeigt die drei „redenden" Krauel oder Craile, eiserne Vorrichtungen mit mehreren Haken, in die man Kessel in verschiedenen Höhen über den offenen Feuerstellen alter Küchen einhängen konnte. Diese Kesselhaken erscheinen 1310 in Gebrauchsstellung, spätestens seit 1434 aber gestürzt, wobei die zur Befestigung an der Küchendecke dienenden Dreipässe nach unten weisen. Die der Wappentingierung der Herren von Crailsheim entsprechenden Farben sind seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt.

GND-ID:
  • 4010676-7