Erkenbrechtsweiler 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.erkenbrechtsweiler.de
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Einwohner: 2080
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 300.0
Max. Höhe ü. NN (m): 744.81
Min. Höhe ü. NN (m): 636.54
PLZ: 73268

Die Gemeinde liegt im äußersten Süden als einzige des Landkreises Esslingen ganz auf der Albhochfläche, wo sie eine Berghalbinsel einnimmt und mit ihrer West-, Nord- und Nordgrenze die hier stark zerlappte Trauflinie nachzeichnet. Naturräumlich gehört sie den Teck-Randhöhen der Mittleren Kuppenalb an. Auf der schwachwelligen, fast gewässerfreien Karsthochfläche reicht die Höhenspanne von rd. 650 m über NN im Südosten bis 745 m am Albauslieger ‚Schanze‘ im Westen. Vor der Fernwasserversorgung gab es natürliches Wasser nur am Maar Molach und im Gewann Brunnenhalde, wo sich über verwitterten Vulkanschloten wasserstauender Untergrund bilden konnte. Wald auf den kargen Kuppen, steinige Äcker und in den oft lehmverfüllten Senken saftige Wiesen bestimmen das Landschaftsbild. Nahe der nördlichen Traufkante liegt auf der Hochfläche das Dorf, das sich nach 1956 und besonders seit 1975 nach Süden und Osten bzw. seit 1993 nach Südosten zum vorrangigen Wohnort auszudehnen vermochte. Im Süden ist ein kleines, erweiterungsfähiges Gewerbegebiet ausgewisen. Auch der seit langem betriebene Malmsteinbruch südöstlich des Ortes bietet Arbeitsplätze. Durch die Ortskernsanierung erhielt das Dorf seit 1987 neben neuer Straßengestaltung u.a. ein Bürgerhaus mit Ortsbücherei (im ehemaligen Pfarrhaus), einen modernen Kindergarten und Grundschule sowie eine Mehrzweckhalle. Sehenswert sind die als Heidengraben erhalten gebliebenen Wallanlagen einer ausgedehnten keltischen Stadtsiedlung. Die Verkehrsverbindungen erfolgen über die K1244 nach Neuffen und K1264 nach Lenningen, wo in beiden Fällen Bahnanschlüsse bestehen. Seit 1806 gehörte die Gemeinde zum Oberamt bzw. (1938) Landkreis Nürtingen und kam 1973 an den Landkreis Esslingen.

Erkenbrechtsweiler liegt an der südlichen Grenze des Landkreises als einzige Kreisgemeinde ganz auf der Albhochfläche. Die 6,93 Quadratkilometer große Gemarkung nimmt eine Berghalbinsel ein, die steil ins Neuffener, Beurener und Lenninger Tal abfällt. Nachbargemeinden sind Neuffen, Beuren, Owen, Lenningen und im Süden Grabenstetten und Hülben, die beide zum Landkreis Reutlingen gehören. Kirchheim und Nürtingen sind mit 10 Kilometer Luftlinie gleich weit entfernt, in die Kreisstadt Esslingen beträgt die Distanz 22 Kilometer. Der Landesentwicklungsplan weist Erkenbrechtsweiler als Randzone um den Verdichtungsraum aus. Die Gemeindegrenze orientiert sich weithin am Albtrauf, der in vielen Windungen das halbinselartige Plateau umschließt, doch hat die Gemeinde keinen Anteil am Steilabfall, der auf drei Seiten die Berghalbinsel begrenzt. Im Süden verläuft die Grenze vom Neuffener Albtrauf quer über die Albhochfläche zur Traufkante oberhalb des Lenninger Tals und folgt dabei beim Burrenhof einem Stück des sogenannten Heidengrabens, den Wällen einer keltischen Verteidigungsanlage. Naturräumlich zählt Erkenbrechtsweiler zu den Teck-Randhöhen der Mittleren Kuppenalb. Mit durchschnittlich 700 Metern über Normalnull liegt die Albhochfläche hier um 80-90 Meter tiefer als die Schopflocher Halbinsel, ist sie doch als südliche Fortsetzung des Fildergrabens ebenfalls tektonisch abgesunken. Die Höhenunterschiede in der Gemeinde sind nicht groß. Die Höhenlage reicht von 650 Meter über Normalnull im Südosten an der Straße nach Unterlenningen bis auf 745 Meter über Normalnull bei der Schanze am westlichen Albtrauf. Am Trauf der Baßgeige im Norden werden 735 Meter über Normalnull gemessen, von hier fällt die Hochfläche allmählich nach Süden ab. Die Ortschaft liegt südlich des engen Halses, der die Baßgeige abschnürt und an dem der Heidengraben die Hochfläche abriegelt. Am Rand des Ortes ragt die flache Erhebung des Bühls (717 Meter über Normalnull) auf, eine zwischen zwei morphologisch weicheren Vulkanschloten zur Geltung kommende Kalkkuppe. Die höchsten Punkte der Hochfläche im Süden und Westen sind die flachen, teils bewaldeten Kuppen Berghau, Sand, Käsbaum und Hochholz. Sie sind zwischen 730 und 740 Meter hoch. Der Untergrund der Erkenbrechtsweiler Berghalbinsel wird von den Unteren Felsenkalken (Weißjura delta) gebildet, ganz im Südwesten, im Gewann Hochholz, auch noch von den gebankten Oberen Felsenkalken (Weißjura epsilon). Die Felsenkalke zeigen meist ungleichmäßige Bänke und enthalten neben Kieselknollen stellenweise auch als Massenkalk ausgeprägte Partien. Auf der Hochfläche bilden diese Massenkalke oft Kuppen und am Albtrauf markante Felsen, zum Beispiel Brucker Fels, Friedrichsfels, Betzenjörgfels, Schrofelfels, Kammfels, Wilhelmsfels, Marienfels und Bühlerfelsen. Die meisten dieser Felsen liegen allerdings am Steilabfall und damit in den Nachbargemeinden. Manche Massenkalkfelsen sind kristallin-zuckerkörnig und verwittern dann zu charakteristischen Lochfelsen, wie sie im Sand und westlich davon zu finden sind. Einen schönen Aufschluss der Gesteinsschichten bietet der Steinbruch an der Straße nach Hülben, in dem die Unteren Felsenkalke, hauptsächlich als Schotter für den Straßenbau, abgebaut werden. Zu sehen sind sowohl gebankte als auch massige Partien, der Glaukonithorizont sowie mehrere Karstspalten, aus denen früher Schädel von Nashorn und Höhlenhyäne geborgen wurden. Das Kalkgestein der Albhochfläche ist tiefgreifend verkarstet. Dies macht sich in Erdfällen (Dolinen), Karstwannen und Höhlen sowie dem Mangel an Oberflächengewässern bemerkbar. Dolinen findet man gehäuft im Gewann Grubenäcker in einer Mulde, die durch das Schmaltal von Oberlenningen her angeschnitten wird. Eine weitere Doline liegt auf der Nordseite des Bühls. Im Gewann Hülbenäcker ist sogar eine Karstwanne vorhanden, ein flaches, abflussloses Becken mit etwa 250 Metern Durchmesser, das sich manchmal zur Zeit der Schneeschmelze, wenn der Boden noch gefroren ist, mit Wasser füllt. Zahlreiche Höhlen liegen in den erwähnten Felsen am Albtrauf wie das Bauerloch (Gemeinde Neuffen) oder das Kesselfinkenloch (Gemeinde Lenningen). Trotz der Verkarstung ist die Gemeinde nicht ganz wasserlos. Beim Beurener Brünnele (Gewann Brunnenhalde) und im Nordostteil des heutigen Dorfes, wo einmal eine Hülbe war, gibt es Wasser, eine Voraussetzung zur Anlage des Dorfes. Beide Vorkommen sind auf den wasserstauenden Untergrund von verwittertem Vulkantuff eines Vulkanschlots zurückzuführen. Weitere Vulkanschlote, die im Tertiär zwischen Kirchheim und Urach entstanden sind, findet man in den Hülbenäckern nahe der erwähnten Karstwanne, beim Halsenbrünnele südlich des Brucker Felsens sowie im Gewann Molach. Der kleine maarartige Kessel der Molach zählt zu den Seltenheiten der Alb. Über dem vulkanischen Tuff eines Schlotes staut sich hier das Wasser zu einem Tümpel. Unmittelbar am Albtrauf gelegen, wird die Molach in ferner Zukunft wohl der Abtragung anheimfallen. Die heutige Wasserversorgung von Erkenbrechtsweiler erfolgt aus dem Forstbrunnen im Seeburger Tal zwischen Bad Urach und Seeburg. Von dort wird es auf die Albhochfläche gepumpt und verteilt. In Ausnahmefällen kann Erkenbrechtsweiler aber auch mit Bodenseewasser versorgt werden. Typisch für die Albhochfläche sind die flachgründigen, steinigen Äcker. Bezeichnend ist weiter, dass die flachen Mulden mit Lehm ausgefüllt sind, der hier seit Jahrtausenden zusammengeschwemmt wurde. In den Senken findet man deshalb meist Wiesen. Rund die Hälfte der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt, zu 60 Prozent als Grünland und zu 40 Prozent als Ackerland. Wald nimmt 34 Prozent der Fläche ein und bedeckt zur Hauptsache die Kuppen, die wegen ihrer kargen Böden kaum anders zu nutzen sind. Die Hangwälder ragen an vielen Stellen über den Albtrauf empor und bilden mit den Waldstücken der Hochfläche einen fast geschlossenen Ring um die Gemeinde. Die Landschaft um Erkenbrechtsweiler ist eine typische Alblandschaft mit Feldern, Wiesen, Obstbäumen, Feldgehölzen, Hecken und Wäldern. Um diese bäuerliche Kulturlandschaft zu sichern, ist die gesamte Gemeinde außerhalb der Ortsbebauung Landschaftsschutzgebiet und liegt mit ihrer ganzen Gemarkung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt wurde. Randlich hat die Gemeinde zudem Anteile am Natura 2000-Gebiet Hohenneuffen, Jusi und Baßgeige. Die erwähnte Molach, das Beurener Brünnele samt Hohlweg und Baumbestand sowie ein Feldgehölz im Gewann Nellenbühl wurden zu Naturdenkmalen erklärt. Für Wanderer und Erholung Suchende sind die aussichtsreichen Wege entlang des Albtraufs besonders reizvoll. Einer der besten Aussichtspunkte ist der Brucker Fels, der östliche Eckpfeiler der Baßgeige über dem Eingang ins Lenninger Tal. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der archäologische Lehrpfad. Er folgt dem Heidengraben, ein Wehrgraben mit Wällen des größten keltischen »Oppidiums« in Mitteleuropa.

Wappen von Erkenbrechtsweiler

Auf goldenem (gelbem) Schildfuß, darin eine schwarze Hirschstange, in Gold (Gelb) ein grüner Berg mit silberner (weißer) Felsspitze, aus der eine rote Sonne mit elf abwechselnd geflammten und geraden roten Strahlen aufsteigt.

Beschreibung Wappen

Auf Beschluss der Gemeindekollegien vom 20. Februar 1919 wurde ein Stempelbild festgelegt, das über der württembergischen Hirschstange in naturalistischer Darstellung die hinter dem Friedrichsfelsen aufgehende Sonne zeigt. Aus dieser unheraldischen Darstellung wurde das jetzige Wappen entwickelt, das die Landesregierung am 20. September 1954 verliehen hat. Es bezieht sich auf die markante Felsbildung am Albtrauf. Die Flagge wurde vom Innenministerium am 13. Oktober 1973 verliehen.

GND-ID:
  • 4505540-3
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