Schwäbisch Hall 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.schwaebischhall.de
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Einwohner: 37096
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 356.0
Max. Höhe ü. NN (m): 512.42
Min. Höhe ü. NN (m): 260.87
PLZ: 74523

Das 104,23 qkm große Gebiet der Kreisstadt Schwäbisch Hall liegt im Westen des gleichnamigen Landkreises. Der größte Teil gehört naturräumlich zur Hohenloher-Haller Ebene, nur die Ränder im Westen, Südwesten und Südosten haben Anteil an den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen, zudem ragt im Nordosten ein kleiner Streifen in die Kocher-Jagst-Ebenen hinein. Seinen höchsten Punkt erreicht das Stadtgebiet mit ungefähr 513 m NN an der Nordostgrenze bei Gailenkirchen, seine tiefste Stelle ist der Übertritt des Kochers auf die Gemarkung von Untermünkheim mit etwa 261 m NN. Das Stadtgebiet Schwäbisch Hall hat Anteil am Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und an den 1985 und 1996 ausgewiesenen Naturschutzgebieten Unteres Bühlertal sowie Kochertal zwischen Westheim und Steinbach. 1204 wurde Schwäbisch Hall, dessen Siedlungskern in einem Talkessel rechts des Kochers liegt, erstmals als Stadt bezeichnet. Nachdem die Entwicklung zur Reichsstadt seit dem 13. und 14. Jahrhundert durch königliche Privilegien abgesichert war, konnte Schwäbisch Hall sein Territorium bis ins 18. Jahrhundert auf 330 qkm ausdehnen. 1802/03 bis 1805/06 fiel das heutige, größtenteils zur Reichsstadt gehörende, in Teilen auch hohenlohische und comburgische Stadtgebiet an Württemberg. Als württembergische Oberamtsstadt und – seit 1934 – als Kreisstadt erfüllte und erfüllt das heutige Mittelzentrum mit malerischer Altsstadt, das zwischen Jahresbeginn 1972 und 1975 sieben umliegende Kommunen eingemeindete, wichtige zentralörtliche Funktionen.

Teilort

Wohnplatz

aufgegangener Ort

Wüstung

Schwäbisch Hall ist die größte Stadt des Hohenloher Landes und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Obwohl geographisch eher am Rand gelegen, ist die Stadt Mittelpunkt eines weiten Umlands und kulturelles Zentrum des Landkreises. Das Stadtgebiet Schwäbisch Hall erstreckt sich im Nordosten bis zum Bühlertal und im Südwesten bis nach Sittenhardt auf der Hochfläche des Mainhardter Walds und Wielandsweiler im Rottal. Berühmt und reich geworden ist Schwäbisch Hall durch das Salz, dem Stadt und Landkreis auch ihre Namen verdanken, denn »hal« bedeutet Salz. Der größte Teil des Stadtgebiets ist der Muschelkalk/Unterkeuper-Gäufläche der Hohenloher und Haller Ebene zuzurechnen. Im Einzelnen handelt es sich um Hall herum um die Haller Bucht, im Nordwesten um die westliche Hohenloher Ebene und östlich des Kochertals um die mittlere Hohenloher Ebene. Letztere ist häufig mit Löss bedeckt. Haller Bucht und Hohenloher Ebene öffnen sich nach Norden und werden im Westen, Süden und Osten von den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen umrahmt. An den Naturräumen Hinterer Mainhardter Wald im Südwesten und Limpurger Berge im Südosten hat die Stadt ebenfalls Anteile. Den Anstieg zu den Keuperwaldbergen, deren Hochflächen hier vom Kieselsandstein hervorgerufen werden, bildet der breite Saum des Gipskeupers. Die höchsten Punkte des Gemeindegebiets werden mit gut 500 Metern über Normalnull auf den Höhen der Keuperwaldberge erreicht, der tiefste Punkt befindet sich am Kocher bei Gelbingen mit 265 Metern über Normalnull. Der Kocher, der südlich von Schwäbisch Hall ein enges, schlingenreiches Tal im Oberen Muschelkalk geschaffen hat, erreicht im Stadtgebiet von Hall den Mittleren Muschelkalk. Dessen Salzlager sind ausgelaugt, sodass sich das Tal hier weitet. Am Talrand sind die Schichten über dem ausgelaugten Untergrund nachgestürzt und verbogen; Hangschutt bedeckt die Talflanken. Umlaufberge und verlassene Flussschlingen – besonders eindrucksvoll bei der Groß-Comburg, in der Haller Bahnhofsbucht (Schlinge ohne Umlaufberg) und bei Gelbingen zu sehen – zeugen davon, dass der Kocher seinen Lauf mehrfach geändert hat. Hinweise hierauf geben auch risseiszeitliche Flussterrassen, die bei Schwäbisch Hall heute 20–30 Meter über der Talsohle des Kochers liegen. Die Stadt Schwäbisch Hall verdankt ihre Entstehung dem Salz des Mittleren Muschelkalks, das seit über 2000 Jahren genutzt wird. Ohne die Entdeckung der Salzquelle »Haalbrunnen« hätte sich in dem beengten Tal wohl keine Stadt entwickelt. Hall wurde im Mittelalter durch Salzgewinnung und Salzhandel reich und war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die bedeutendste Salzgewinnungsstätte im nördlichen Württemberg. Der alte Haalbrunnen wurde teilweise verfüllt, eine Neubohrung fördert seit 1957 Sole für das Solebad. Die Wildbadquelle liefert Kalziumsulfat-Mineralwasser. Neben dem Salz wurden früher noch weitere Rohstoffe gewonnen. Man findet auf dem Stadtgebiet zahlreiche aufgelassene Muschelkalkbrüche, so an der Heimbacher Steige, der Hessentaler Steige, bei Gottwollshausen und östlich von Sulzdorf. Der aufgelassene Steinbruch östlich von Gottwollshausen dient heute als Bauschuttdeponie. Der geologische Aufschluss im Oberen Muschelkalk und Unterkeuper-Hauptsandstein bleibt aber erhalten. Hier sind Schichtverbiegungen als Folge talrandnaher Auslaugung im Mittleren Muschelkalk und der Lage im Bereich der Verwerfungszone der Fränkischen Furche zu sehen. Bei Bibersfeld und bis hinüber nach Rieden in der heutigen Gemeinde Rosengarten befand sich eine größere Anzahl von Steinbrüchen im Unterkeuper-Hauptsandstein. Der gleichmäßige, feinkörnige Sandstein war wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit ein gefragter Werkstein. Die Michaelskirche in Schwäbisch Hall und die Groß-Comburg sind aus Unterkeuper-Hauptsandstein erbaut. Um 1900 erlebte die Steinindustrie ihren Höhepunkt; der Sandstein wurde bis nach Holland geliefert. Auch südlich der Comburg, beim Taubenhof wurde Unterkeuper-Sandstein gebrochen. Dieser Bruch ist noch erhalten, während die Bibersfelder fast alle verfüllt und verwachsen sind. Gipslagerstätten wurden früher bei Gailenkirchen und bei Hessental ausgebeutet, in kleinem Umfang wurde im Kochertal bei Steinbach Kalktuff abgebaut. Auf dem Gebiet der Stadt Schwäbisch Hall existieren zahlreiche Schutzgebiete. Landschaftsschutzgebiete nehmen dabei die größte Fläche ein, so der Ostabfall der Waldenburger Berge, das bei Wielandsweiler in die Rot mündende Hülbenbachtal, der Westabhang und Nordteil der Limpurger Berge sowie Teile des Kocher- und des Bühlertals. Naturschutzgebiete gibt es im Kochertal südlich von Schwäbisch Hall und im Bühlertal. Bei Neunbronn im Bühlertal befinden sich die stärksten Quellen im Einzugsgebiet von Kocher und Jagst (mittlere Schüttung 20 Liter pro Sekunde). Das Wasser stammt zu einem beträchtlichen Teil aus dem Einzugsgebiet der Jagst. Im Norden der Limpurger Berge sind mit dem Bannwald »Altspöck« und dem umgebenden Schonwald »Einkorn« zwei Waldschutzgebiete ausgewiesen worden. Die Haller Landhege ist in der Umgebung von Sittenhardt und nordwestlich von Gottwollshausen im Wald stellenweise erhalten. Die Hege besteht meist aus Wall und Graben. Sie war ursprünglich eine Verteidigungslinie und hatte später wohl mehr die Funktion einer Rechtsgrenze. Die landschaftlich reizvollen Gebiete dienen auch der stadtnahen Erholung. Der 510 Meter hohe Einkorn ist der markante nordwestliche Eckpfeiler der Limpurger Berge und der Hausberg von Schwäbisch Hall. Vom Gipfel, auf dem ein Aussichtsturm steht, hat man eine umfassende Rundumschau auf die Hohenloher Ebene, die Haller Bucht mit den Talschlingen des Kochers und die nach Südosten einfallende Kieselsandstein-Hochfläche der Limpurger Berge. Wegen seiner herausgehobenen Lage bietet der Einkorn sich als Startplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger an. Der Ostabfall der Waldenburger Berge und das Gebiet südwestlich von Bibersfeld gehören zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Naherholungsschwerpunkte sind hier der Teurershofer Forst (übergreifend auf die Gemeinde Michelfeld) und der Starkholzbacher Stausee (Rückhaltebecken, Badesee). Im Regionalplan sind große Teile der Gemeinde als regionaler Grünzug ausgewiesen. Zwischen den einzelnen Siedlungsteilen Schwäbisch Halls wurden mehrere Grünzäsuren festgelegt, um wichtige Funktionen wie Luftaustausch, Grundwasserneubildung, Erholung, Naturschutz und Landschaftspflege zu erhalten. Die Stadt Schwäbisch Hall ist nach dem Regionalplan ein Mittelzentrum mit zentralen Funktionen für den gesamten Landkreis und darüber hinaus. Sie ist Verwaltungs-, Arbeitsplatz-, Gesundheits- und Einzelhandelszentrum mit breitem Kulturangebot, besonders im Theater- und Museumsbereich. Das gesamte Stadtgebiet gehört zum Verdichtungsbereich im ländlichen Raum. In der Stadt liegt das wirtschaftliche Gewicht im Dienstleistungssektor, die Gewerbebetriebe haben sich bevorzugt kocherabwärts angesiedelt, da dort das Tal breiter wird. In den Teilorten spielt auch die Landwirtschaft eine Rolle, besonders die Schweinezucht und -mast. Energielieferanten sind die Laufwasserkraftwerke an Kocher und Bühler sowie Windkraftanlagen auf der Hohenloher Ebene zwischen Schwäbisch Hall-Veinau und Braunsbach-Bühlerzimmern. Die Stadt liegt an den Landesentwicklungsachsen Gaildorf–Schwäbisch Hall–Öhringen und Schwäbisch Hall–Vellberg–Ilshofen–Crailsheim. Zwei Bundesstraßen, die B 14 Stuttgart–Nürnberg (östlich von Hall zur L 2218 herabgestuft) und die B 19 Ulm–Würzburg kreuzen sich im Stadtgebiet. Die nächsten Autobahnanschlussstellen der A 6 Heilbronn–Nürnberg liegen etwa 10 Kilometer entfernt. Die Stadt liegt an den Bahnlinien Stuttgart–Nürnberg (Bahnhöfe in Hessental und Sulzdorf) und Heilbronn–Crailsheim (Bahnhöfe in Schwäbisch Hall und Hessental). Schwäbisch Hall ist die einzige Stadt in Baden-Württemberg mit zwei Flugplätzen, den Verkehrslandeplätzen Schwäbisch Hall-Hessental und Schwäbisch Hall-Weckrieden.

Wappen von Schwäbisch Hall

In geteiltem Schild oben in Gold (Gelb) eine rote Scheibe, darin ein goldenes (gelbes) Tatzenkreuz (Vorderseite eines Hellers), unten in Rot eine silberne (weiße) Rechthand in silbern (weiß) bordierter blauer Scheibe (Rückseite eines Hellers).

Beschreibung Wappen

Schon im ältesten bekannten Schultheißensiegel von 1228 erscheinen die Münzzeichen des in der Stadt geschlagenen „Hellers": Kreuz und Hand (-schuh). Während ursprünglich drei Hellermünzen mit diesen Zeichen im Schild abgebildet worden waren, zeigen die Siegel spätestens seit 1271 nur noch zwei, von denen die obere mit dem Kreuz, die untere mit der Hand belegt ist. Darstellungen des 16. Jahrhunderts lassen unter dem Reichswappen zwei Schilde erkennen, die beide die Stadt Hall repräsentieren. Der eine Schild enthält die Hellermünzen, während der andere nur eine Teilung in den Stadtfarben Gold und Rot aufweist. Die Vereinigung beider Schilde ergab das jetzige Wappen.

GND-ID:
  • 4053684-1