Rieden - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1290

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Beiderseits der Bibers aus der Talaue die Hänge ansteigend säumt der Ort überwiegend die Straße in Richtung Schwäbisch Hall. Der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg entstammen die Wohngebiete »Masseiter«, »Am Rathaus« und »Langäcker«.
Geschichte: 1290 Rieden (Ried = Sumpf), Ort der Rodezeit. Der Ort gehörte zum größten Teil den von Weinsberg, die 1290 ihren Anteil an der Vogtei an Heinrich von Tullau und den Haller Bürger Konrad Unmuß verkauften. Mit der Herrschaft Weinsberg fiel Mitte 15. Jahrhundert die Lehensherrschaft an die Pfalz. Von ihr wurden 1451 die von Rinderbach zu Hall mit der Vogtei belehnt. 1473 erwarb das Haller Spital die im pfälzischen Lehensverhältnis stehenden Güter und Rechte, weiteren Besitz kaufte es 1486 von der hiesigen Heiligen-Pflege. Da die Stadt Hall 1521 von Kloster Comburg einen Anteil erwarb, anderes von eigenen Bürgern, geriet Rieden nach und nach ganz unter Haller Obrigkeit. Am Platz des jetzigen Pfarrhauses stand ein Schlößchen der Senfft von Sulburg, es wurde 1618 von der Stadt Hall gekauft. Rieden zählte zum Haller Amt Rosengarten und wurde 1802/03 württembergisch. Stets Oberamt, seit 1938 Landkreis (Schwäbisch) Hall.

Name: Schlösschen der Senfft von Sulburg

Ersterwähnung: 1435
Kirchengeschichte: Kirchlich zunächst Filial von Westheim. Um 1430 wurde ein irdenes Kreuz mit angeblich Partikeln des echten Kreuzes aufgefunden, eine starke Wallfahrt setzte ein, die 1435 zur Stiftung zweier Kaplaneien und zum Bau einer Kapelle zu den Heiligen Maria, Sebastian, Katharina und Barbara führte. Das Patronat ging von Kloster Murrhardt an Hall über. Seit der Reformation wurde Rieden kirchlich von Hall aus versehen, 1843 eigene Pfarrverweserei, 1872 Pfarrei. Evangelische Pfarrkirche, spätgotisch, nach dem Vorbild der Haller Michaelskirche erbaut. Fünfseitiger, auf Strebepfeiler gestützter Chor von 1486, schon anfangs geplante Netzgewölbe erst 1937 ausgeführt. Vom äußeren Schmuck wenig erhalten: über dem kunstvollen Südportal Gründungsstein mit Inschrift, an der Südwest-Ecke Steinfigur des heiligen Antonius, Turm, nördlich vom Chor, Geschosse zum Teil mit Netz-, zum Teil mit Kreuzrippen. Spätgotische Innenausstattung reichhaltig: Hauptaltar von 1510 von dem Haller H. Beuscher, in reichverzierten Baldachinen St. Maria, umgeben von St. Peter und Paul sowie vier Engeln, auf den Flügeln Marienleben, innen Halbrelief, außen gemalt. Rechter Seitenaltar von 1510 mit Heiligeniguren und -bildern im Schrein, auf den Flügeln Christus als Schmerzensmann und Maria als Schmerzensmutter. An der Schiffswand riesiges Wandbild des heiligen Christopherus von etwa 1490, restauriert 1937, davor Reste eines Altars von 1520. Grabstein eines Senfft von Sulburg mit Bildnis, Mitte 15. Jahrhundert. Katholiken zu Schwäbisch Hall-Steinbach.
Patrozinium: St. Maria, Sebastian, Katharina und Barbara
Ersterwähnung: 1435

GND-ID:
  • 4403407-6
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