Edelfingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1207

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Am Ostrand des länglichen, dicht bebauten Haufendorfs auf dem rechtsseitigen Hangfuß des Taubertals führt die В 290 entlang. Neubaugebiete gruppieren sich um den alten Kern im Westen, »Weinhalde« (1965), Süden »Häfnersgraben-Steinbronn« (1966), Norden »Schrännle« (1973) und Оsten »Bandhaus« (1977).
Historische Namensformen:
  • Utelfi(n)gen 1207
  • Oteluingen 1219
Geschichte: 1207 Utelfi(n)gen. 1219 Oteluingen (Personenname). Der Ortsname und ein Reihengräberfriedhof am Ostrand des Dorfes belegen die Zugehörigkeit zur ältesten Siedlungsschicht. Adel von Edelfingen seit 1207 bekannt, im 14. Jahrhundert in Mergentheim verbürgert (1307), stand in würzburgischem Lehensverhältnis. Der Deutsche Orden kaufte wohl seit dem 13. Jahrhundert vom örtlichen Adel, seit dem 14. Jahrhundert außerdem von einer Reihe anderer Adelsfamilien Güter und Rechte (so 1318 von den von Stetten genannt von Gabelstein, 1341 von den Geyer von Giebelstadt, 1376 den von Wittstadt, 1398 den Mertin, 1414 den von Finsterlohr), dazu kamen Schenkungen von verschiedenen Seiten. So wurde der Orden größter Teilhaber an dem Ganerbenort mit einem Anteil von 5/8, während Hohenlohe 2/8 innehatte, Würzburg 1/8, mit dem seit 1508 die von Adelsheim belehnt waren. Hohenlohe verlor seinen Teil über eine Belehnung an die von Rosenberg, denen 1639 die Grafen von Hatzfeld nachfolgten. Er fiel von diesen 1794 an Würzburg heim und kam 1803 an Hohenlohe-Bartenstein-Jagstberg. Das adelsheimische Achtel war der Reichsritterschaft im Odenwald inkorporiert. Edelfingen zählte zur Zent Königshofen. Das Dorf war früher mit Mauer und Graben befestigt. 1806 fiel 1/8 an Baden, der hohenlohische Anteil an Württemberg, das 1809 auch die 5/8 des Deutschen Ordens übernahm. Das Kondominat mit Baden beendete erst ein Staatsvertrag von 1846. Seither gehörte der ganze Ort zum Оberamt/Landkreis Mergentheim.

Ersterwähnung: 1222
Kirchengeschichte: Das Patrozinium der wohl alten Pfarrei ist nicht bekannt. 1222 ist ein Dekan in Edelfingen genannt. Der Kirchensatz gehörte Hohenlohe. Die Reformation führte Hohenlohe zusammen mit von Rosenberg im 16. Jahrhundert ein. Gegenreformationsversuche Würzburgs 1628 fortfolgend wurden abgewehrt. Evangelische Pfarrkirche, 1872 anstelle der alten Vorgängerkirche, deren Ostturm eingestürzt war, neu erbaut. Katholiken zu Mergentheim, Kapelle 1851/54 errichtet, nach Kriegszerstörung 1945 wieder aufgebaut. Auf der Heineburg Ruine einer gotischen Wallfahrtskapelle, 1684 Wallfahrtskapelle St. Theobald genannt. Auf dem Friedhof steinernes Kruzifix von 1580.
Patrozinium: St. Theobald (Wallfahrtskapelle)
Ersterwähnung: 1684
Jüdische Gemeinde: Der Deutsche Orden erlaubte im 16. Jahrhundert Juden die Niederlassung. 1590 bestand eine kleine Gemeinde. 1705 erließ der Orden einen Schutzbrief. Im 18. Jahrhundert nahmen auch die beiden anderen Ganerben Juden auf. 1791 Synagogenbau. Höchstzahl 1854 (172 Juden), dann rasche Abwanderung (1933: 86 Personen). Von den Zurückgebliebenen starben 8 in der Deportation. Die Synagoge blieb bis 1945 erhalten, dann kriegszerstört.

GND-ID:
  • 4237474-1
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