Aufhausen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1136 [um 1136]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Der Ort liegt langgestreckt im Egertal, nur wenig unterhalb der Karstquelle der Eger, und wird von den felsigen bewaldeten Höhen des nördlichen Härtsfelds überragt. Neue Wohngebiete bestehen unter anderem in den Gewannen »Im Brühl« (1969), »Welkfeld und Tonnenberg« (1972/76).
Historische Namensformen:
  • Ufhusen 1136 [um 1136]
  • Ufehusen 1273
Geschichte: Um 1136 Ufhusen, 1273 Ufehusen (= Hausen oberhalb, wohl auf Bopfingen bezogen), Ort des frühen Landesausbaus. War altes Zubehör der abgegangenen Burg Stein (Schenkenstein), nach der sich seit Mitte 12. Jahrhundert eine edelfreie Familie nannte, von der Konrad um 1260 die Burg ans Hochstift Augsburg verkaufte. Die Grafen von Öttingen erzwangen 1263 die Rückgabe und Verkauf an sie. Seit 1267 bis Ende 16. Jahrhundert nannte sich nach ihr ein Zweig der öttingischen Schenken von Ehringen. Besitz dieser Familie findet sich in vielen Orten des Härtsfeldes und des Ries. Die Burg Schenkenstein auf dem gleichnamigen Berghügel zerstörten aufständische Bauern 1525. Die Erben der Schenken, die von Gundelsheim, verkauften die Herrschaft 1613 an Öttingen, das auch die ansbachischen und 1750 die ellwangischen Lehenrechte erwarb; die Hochgerichtsbarkeit stand Öttingen seit jeher zu. Der Ort fiel 1806 an Bayern, 1810 an Württemberg. Bis 1938 Oberamt Neresheim, dann Landkreis Aalen.

Name: Burg Stein/Schenkenstein (abgegangen)
Datum der Ersterwähnung: 1150 [um 1150]

Ersterwähnung: 1461
Kirchengeschichte: Der Ort mit seiner 1461 erwähnten Kapelle war Filial von Röttingen; erst 1720 wurde eine Pfarrei geschaffen. — Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, hochbarock 1700/02 erbaut, Chor von 1766, auf dem Hochaltar zwei spätgotische Assistenzfiguren (Maria und Johannes). Evangelische zu Bopfingen.
Patrozinium: St. Nikolaus
Ersterwähnung: 1700
Jüdische Gemeinde: Bereits die Schenken nahmen vor 1560 hier Juden auf, deren Zahl in öttingischer Zeit bis 1806 auf 36 Familien anwuchs. Nachdem die Juden freie Bürger geworden waren, blühte ihre hiesige Gemeinde in jeder Hinsicht auf; sie machte 1854 mit 378 Köpfen fast 43% der Bevölkerung aus und stellte die wichtigsten Steuerzahler. Durch Abwanderung schmolz die Gemeinde rasch zusammen (1910: 15 Personen) und wurde 1925 aufgelöst. Von den 1933 hier wohnhaften fünf jüdischen Bürgern wurden vier im Dritten Reich umgebracht. Seit 1730 bestand eine Synagoge, die 1823 durch einen Neubau ersetzt wurde. Bis nach 1872 bestand eine israelitische Volksschule. Die Gemeinde hatte im 18. Jahrhundert zeitweilig einen eigenen Rabbiner und gehörte von 1832 bis zu ihrer Auflösung zum Rabbinat Oberdorf. Heute erinnert nur noch der seit dem 16. Jahrhundert belegte Friedhof am Fuß des Schenkensteins an die ehemalige jüdische Gemeinde.

GND-ID:
  • 7761041-6
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