Leinzell - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1259

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Unterhalb des einmündenden Götzenbachs weitet sich der Ort beiderseits der Lein an den Talhängen aus. Er ist besonders nach dem zweiten Weltkrieg baulich stark gewachsen. Neue Wohnsiedlungen sind unter anderem in den Gewannen »Kirchhalde« (1950/70), »Brauhalde/Mühlhalde« (seit 1963), »Brunnenwiese« (im Entstehen) am Südhang sowie am Nordhang »Au« (1953/68), »Berggarten/Jogginger Weg« (1951/55). Schloß der Freiherren von Lang, im 17. Jahrhundert anstelle einer ellwangischen Lehensburg erbautes Giebelhaus in Spätrenaissance; die oberen Geschosse wurden in Fachwerk errichtet. An der Südost-Seite eine Galerie, an der Südseite ein runder Schneckenturm. Ringmauer mit zwei viereckigen Ecktürmen mit Schießscharten und einem halbrunden Turm.
Historische Namensformen:
  • Cella 1259
  • Zell an der Lin 1409
  • Lynzell 1456
Geschichte: 1259 Cella, 1409 Zell an der Lin, 1456 Lynzell. Der Ortsname weist auf eine frühe klösterliche Niederlassung an der Lein, die wohl von Ellwangen ausging, aber keine Spuren hinterlassen hat. Eine Mühle eignete Kloster Ellwangen 1356 dem Albrecht Hack. Die Feste mit Zubehör trugen 1360 — 1483 die Gmünder Taler genannt Burger von Kloster Ellwangen zu Lehen, seit 1484 die von Westerstetten, seit 1530 die von Horkheim, seit 1612 die Faber von Randeck. Nach Aussterben der von Randeck im Mannesstamm gab Ellwangen das heimgefallene Lehen 1636 an den wallensteinischen Kriegskommissar Valentin Lang, der 1634 in den Reichsfreiherrenstand erhoben worden war und als Oberamtmann in ellwangische Dienste trat. Zum Rittergut Leinzell, das dem Kanton am Kocher immatrikuliert war, gehörten außer Schloß und Dorf sowie dem Weiler Ölhäuser auch einige Untertanen in Göggingen. Das Schloßgut ist noch heute im Besitz der Familie. 1806 kam Leinzell unter württembergische Landeshoheit; seither Oberamt, seit 1938 Landkreis Schwäbisch Gmünd. — Der um 1790 eingeführte Weinbau ging bald wieder ab. Die wirtschaftliche Lage der Einwohner war lange Zeit sehr ungünstig. Im 18. Jahrhundert, namentlich nach einer 1776 erfolgten Teilung der Herrschaft, siedelten die von Lang zur Steigerung ihrer Einkünfte zahlreiche besitzlose Fremde an, die auf der kleinen Gemarkung, die zur Hälfte zum Schloß gehörte, keine Erwerbsmöglichkeiten fanden und sich durch Wandergewerbe (als Kesselflicker, Scherenschleifer und dergleichen) und Hausierhandel mit selbstgefertigten Korb-, Bürsten-, Besen- und anderen Waren sowie durch Bettel zu ernähren suchten. Im 19. Jahrhunderft versuchte der württembergische Staat durch Gründung einer Industrieschule, die Verdienstmöglichkeiten durch Heimarbeit für auswärtige Fabriken schaffen sollte, der Notlage abzuhelfen. Allein im Jahr 1852 wanderten 28 Familien mit staatlicher Beihilfe nach Amerika aus. 1855 — 1877 stand die Gemeinde unter Staatsaufsicht. — Im 30 Jährigen Krieg wurde fast der ganze Ort einschließlich des Schlosses verbrannt.

Name: Schloss der Freiherren von Lang
Datum der Ersterwähnung: 1600 [im 17. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1259
Kirche und Schule: Die 1259 erstmals erwähnte Pfarrei entwickelte sich wohl aus einer von Ellwangen aus angelegten »Zelle«. Der Kirchensatz gehörte als ellwangisches Lehen stets zur Gutsherrschaft. Als Kirchenpatron gilt St. Georg (eine Glockeninschrift von 1492 nennt die Heiligen Zebaltis, Zillacker und Wolfgang). — Von der mittelalterlichen Pfarrkirche ist das Untergeschoß des ehemals gotischen Chorturms mit spätgotischem Netzgewölbe und spitzem Chorbogen erhalten. Das Schiff wurde 1783/88 abgebrochen und in Rokoko neu erbaut. Ein neuer Turm mit barockem Glockendach ersetzte den abgebrochenen Chorturm. Die Decke des Schiffs schmückt ein Fresko, das die Krönung Mariens darstellt. Am Westportal und am Turm dorische, im Schiff jonische Pilaster. Im Chor Sandsteingrabmal für Rudolf von Westerstetten und seine Gemahlin (gestorben 1504 beziehungsweise 1511). Halbfiguren der 13 Nothelfer, der 14., St. Georg, ist als Kirchenpatron in großer Barockfigur darüber angebracht. Evangelische Kirche 1971/72 erbaut; Sitz der Pfarrei Göggingen ist jetzt Leinzell.
Patrozinium: St. Georg (Glockeninschrift: St. Zebaltis, Zillacker und Wolfgang)
Ersterwähnung: 1259

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