Lindach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1328

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Im Gebiet der Welzheim-Alfdorf er Liasplatten nimmt der weitläufig gebaute Ort die Spitze einer Liaszunge ein. Die neuen Wohngebiete seit 1950 entstanden im Norden, Оsten und Süden, ebenso an der Täferroter Straße einige Industrie. — Am westlichen Dorfrand über dem Pfaffenbachtal das Schloß; in der ursprünglichen Gestalt ein Wohnturm, von dem nur das Erdgeschoß erhalten ist, quadratisch, mit 3,5 m dicken Mauern aus Buckelquadern mit schmalen Lichtscharten. Unter dem Erdgeschoß ein Kellerraum von gleichem Grundriß mit Tonnengewölbe. Erbaut in frühstaufischer Zeit (1. Hälfte des 12. Jahrhunderts), im Innern später verändert. Usprünglich ebenerdig nicht zugänglich. In einem kleinen später angebauten Rundtürmchen führt eine »Schnecke« zum Eingangspförtchen empor. 1583 und 1624 zum Renaissance-Schloß umgebaut.
Historische Namensformen:
  • Lindach 1328
Geschichte: 1328 (Кор. 17. Jahrhundert) Lindach (= Stelle mit Linden). Lindach war ursprünglich zweifellos staufischer Besitz. Die Burg wird Sitz einer staufischen Ministerialenfamilie gewesen sein, vielleicht Stammburg der nachmaligen Reichsministerialen von Weinsberg. In welchem Zusammenhang der 1404 erwähnte Wolfram von Lindach mit Burg und Ort steht, ist nicht bekannt. 1377 verkauften die von Rechberg unbeschadet der württemberger Oberhoheit die Hälfte von Lindach an die Schenken von Limpurg, das halbe Gericht zu Lindach, im 14. Jahrhundert gleichfalls württembergisches Lehen, 1410 mit der Waibelhube ebenfalls an Limpurg. Davon getrennt war anfangs der „Turm\" (das alte Steinhaus) zu Lindach, der 1410 von den von Rechberg mit Zubehör an den Gmünder Bürger Luch verliehen wurde. Wann dieser Teil von Lindach an die Schenken kam, steht nicht fest. Nach mehrfachem Verkauf und Wiederlösung verkauften die Schenken mit Einwilligung Herzog Ulrichs 1515 an die fränkische Familie von Diemer (Diemar), denen im selben Jahr Turm und Behausung mit Zubehör, das halbe Gericht, ferner 13 Güter, die alle waibelhubig waren und seitdem der Waibelhube entfremdet blieben, mit aller Obrigkeit als Mannlehen übertragen wurden. Die andere Hälfte des Lindacher Gerichts gehörte seit unbekannter Zeit dem Kloster Lorch, das bereits 1331 ein Gut besaß, das nicht der württembergischen Vogtei unterstand, und später (vor 1552) noch weitere erwarb. Wegen der komplizierten Hoheitsverhältnisse entstand zwischen den Diemer, die alle obrigkeitlichen Rechte beanspruchten, und der Reichsstadt Gmünd, deren Geschlechter und Klöster in Lindach begütert waren, 1543 eine Fehde, die 1554 mit einem Vergleich endete und erst 1574 durch das Tübinger Hofgericht zugunsten der Diemer endgültig beigelegt wurde. Die Diemer verkauften 1577 fortfolgend Schloß und Zubehör und ihre sonstigen Lindacher Güter an Württemberg. Herzog Ludwig belehnte 1579 mit Schloß und Zubehör den Landhofmeister Erasmus von Laymingen und gestattete ihm die Umbenennung des Schlosses in Neulaymingen (der Name setzte sich nicht durch). Der Besitz gehörte seitdem zur Ritterschaft (Kanton Kocher), kam 1699 an die von Staffhorst, dann an die von Röder, die ihn 1751 an Herzog Karl Eugen veräußerten. Der Ort wurde nun zum Kammergut gezogen und dem Amt Heubach eingegliedert, blieb aber der Ritterschaft steuerbar, das Schloßgut 1752 an den Königsbronner Eisenwerkpächter Blezinger verkauft. 1842 erwarben es die Grafen Beroldingen, 1929 das Haus Württemberg. 1959 wurde es als Kurhaus umgebaut. — Begütert waren im 14./15. Jahrhundert in Lindach mehrere Gmünder Familien. Ein Gut gehörte 1366 zur rechbergischen Herrschaft Heuchlingen. Eigengüter der Hohenrechberger Linie sind noch 1479 anläßlich Verkaufs genannt. Güter und Einkünfte erwarben namentlich im 14./15. Jahrhundert Kloster Gotteszell sowie Dominikanerkloster und Spital zu Gmünd. Seit Aufhebung des Amts Heubach gehörte Lindach zum Oberamt, seit 1938 Landkreis Schwäbisch Gmünd.

Name: Burg/Schloss Lindach
Datum der Ersterwähnung: 1150 [1. Hälfte des 12. Jahrhunderts]

Ersterwähnung: 1356
Kirchengeschichte: Kirchlich war Lindach Filial von Iggingen, dessen Kirche dem Kloster Gotteszell inkorporiert war. Eine Kapelle St. Nikolaus, Lehen der von Rechberg, ist 1356 erwähnt. Unter den von Laymingen wurde auf Veranlassung des Lehensherrn, Herzog Ludwigs von Württemberg, die Reformation eingeführt gegen Einspruch Gmünds und Gotteszells, dem Kirchensatz und Patronat zustanden. Die Pfarrei wurde mit der zu Täferrot uniert. — Evangelische Pfarrkirche. 1524 wurde an die mittelalterliche Kapelle unter den von Diemer ein gotischer Turm angebaut, das Schiff 1903 abgebrochen und von Dolmetsch neu erbaut, wobei die Buckelquader der alten romanischen Kapelle für den Unterbau Verwendung fanden. Erhalten blieb der netzrippengewölbte Chor. In dessen Schlußstein Allianzwappen der Diemer. Katholische Heilig-Geist-Kirche 1971 erbaut, zur Pfarrei Mutlangen gehörend.
Patrozinium: St. Nikolaus / Heilig Geist
Ersterwähnung: 1356

GND-ID:
  • 4676751-4
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