Eberbach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1196

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Unregelmäßig rechteckiger mittelalterlicher Stadtkern mit weitgehend gitterförmigem Straßennetz in Talweitung unmittelbar nördlich des Neckars. Frühneuzeitliche Vorstadt im Nordosten. Ausgedehnte Stadterweiterungen vor 1945 mit überwiegend rechtwinkligem Straßennetz im Nordwesten zwischen Fluss und Ohrsberg, ferner nördlich des Bahnhofs und hauptsächlich mit Industrieanlagen im Ittertal westlich des Ohrsbergs. Die Nachkriegsbebauung am linken Hang des Itterbachs mit einem geschlossenen Wohngebiet teils mit Wohnblöcken, einer Erweiterung des Industriegebiets auf der Talsohle der Itter und nördlich des Ohrsbergs sowie mit weiteren Wohnbereichen mit Punkt- und Hochhäusern östlich des Ohrsbergs führte zur völligen baulichen Umschließung dieses einstigen Umlaufbergs des Neckars.
Geschichte: 1196 Eberbach. Ausbausiedlung wohl vor 1000 angelegt in Waldgebiet, das durch verschiedene Schenkungen des Königs ganz in die Hand des Wormser Bischofs geriet. Ursprünglich Weiler bei der heutigen katholischen Pfarrkirche. 1227 an König Heinrich (VII.) zu Lehen gegeben, spätestens 1241 Reichsstadt. Diese auf einem Rechteckgrundriss mit exzentrischen Hauptachsen unmittelbar am Neckar. Die Pfarrkirche verblieb im alten Weiler. Die Stadt nach Brand um 1340 gänzlich neugebaut, Neckartor und Oberes Tor im Norden, Unteres Tor im Westen, Ausgang nach Osten nur zeitweilig. Erhalten noch Teile der Mauer und der vier Ecktürme. Auf hohem Sandsteinsporn nordöstlich der Stadt die 3 Eberbacher Burgen unmittelbar hintereinander; 1908/09, 1927/28 und 1959/63 ausgegraben und z. T. restauriert. Die Vorderburg innerhalb schwacher unregelmäßiger Ringmauer noch aus der bischöflichen Zeit (frühes 12. Jh.); die Mittelburg mit mächtigem Bergfried ohne Buckelquadern und mit Palas steht in den architektonischen Zierformen im Zusammenhang mit der Wimpfener Pfalz; die langgestreckte Hinterburg, auffallenderweise mit Südturm, wohl auch im wesentlichen noch aus der Zeit König Heinrichs (VII.). Die Burgen wahrscheinlich Sitz eines spärlich bezeugten Eberbacher Ministerialenadels (1200-1228) und des Grafen Konrad von Eberbach (1196), vermutlich aus dem Hause Lauffen. Auf dem Ohrsberg Reste einer weiteren, nicht datierten Burganlage. Die Reichsstadt Eberbach wurde 1297 an die Grafen von Katzenelnbogen, danach an die Herren von Weinsberg verpfändet. 1330 gestattete König Ludwig der Bayer dem Pfalzgrafen die Auslösung. Während einer Weiterversetzung an die von Hirschhorn befahl König Ruprecht als Pfalzgraf 1403, die Burgen zu schleifen. 1410-1499 gehörte Eberbach zu Pfalz-Mosbach, danach die Stadt, wie die seit 1366 bezeugte Eberbacher Zent, zum pfälzischen Oberamt Mosbach. 1803 an Leiningen gekommen, erhielt Eberbach ein eigenes Amt, das 1806 badischer Souveränität unterstellt wurde; bis 1813 und 1840-1848 war die Standesherrschaft an der Verwaltung beteiligt. 1924 wurde die Stadt Eberbach dem Bezirksamt Heidelberg zugewiesen. Am 25.3.1945 leichterer Brandbombenangriff auf die Altstadt. Die Stadt besaß Wimpfener Recht; die vier Weiler auf der Gemarkung (vgl. Neckarwimmersbach) gehörten bis 1751 ganz zu Eberbach. Anstelle des Rathauses von 1480/82 entstand 1823 das heutige alte Rathaus im Weinbrennerstil.
Ersterwähnung als Stadt: 1241
Wirtschaft und Bevölkerung: Grundlagen des Wirtschaftslebens waren der Wald (Brennholzhandel bis Worms, Mainz, Frankfurt und Hackwaldwirtschaft) sowie der Verkehr auf dem Neckar (Flößerei und Schifffahrt). Gewerbe im Zusammenhang mit Wald und Mühlen im Holderbachtal. Ab 1394 mehrere Jahrmärkte, im 18. Jahrhundert vom Mittelpunkt der Stadt auf den dreieckigen Marktplatz vor dem Oberen Tor verlegt. Seit 1929 Kuckucksmarkt. Im 19. Jahrhundert Industrialisierung durch Eisenhammer, Steinbrüche, Roßhaarspinnerei (ab 1849), Holzverarbeitung, Drahtwerk (ab 1874).

Name: Vorderburg Eberbach; Mittelburg Eberbach; Hinterburg Eberbach; Burg Ohrsberg
Datum der Ersterwähnung: 1100 [frühes 12. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1361
Kirche und Schule: Die Pfarrei Eberbach, unbekannten Patroziniums, gehörte zur Diözese Würzburg, umfasste außer den vier Weilern noch Hebstahl und ursprünglich auch Rothenberg (heute beide in Hessen). Das Patronatsrecht kam 1361 als Reichslehen an die Kurpfalz. 1426-1429 beim Oberen Tor neue Kirche für die Stadt gebaut, die alte blieb Friedhofskapelle. Ab 1556 erlebte Eberbach das Schicksal der pfälzischen Reformationsgeschichte, die Stadtkirche wurde 1707 definitiv refomiert, die Friedhofskirche den Katholiken überlassen. Evangelische Pfarrkirche 1840 in nachklassizistischen Formen. Katholische Pfarrei seit 1688, neue Kirche St. Johann Nepomuk 1887 im Neubarock, 1961 Pfarrkuratie St. Joseph. 1845 Höhere Bürgerschule, diese 1874 zur Realschule; 1930 Realgymnasium, seit 1963 Hohenstaufengymnasium.
Patrozinium: St. Johann Nepomuk
Ersterwähnung: 1887
Jüdische Gemeinde: 1859 Synagoge, 1913 Neubau, 1938 zerstört.

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