Munzingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0845 [845, Fälschung 11. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Haufendorf am Ostrand des südlichen Tunibergs im südwestlichen Stadtgebiet. Randliche Neubauerweiterungen.
Historische Namensformen:
  • Munzinga 0845 [0845, Fälschung 11. Jahrhundert]
  • Mumzinga 1003 [1003, Fälschung 11. Jahrhundert]
  • Muncingen 1112 [1112/22]
Geschichte: 845 (Fälschung 11. Jahrhundert) Munzinga, 1003 (Fälschung 11. Jahrhundert) Mumzinga, 1112/22 Muncingen. Ein großes Reihengräberfeld von Ende des 5. bis Ende des 7. Jahrhunderts befindet sich 1 Kilometer südöstlich der Ortsmitte. Munzingen war frühes elsässisches Herzogsgut, das über Kaiser Lothar I. an das St. Stephanskloster in Straßburg gelangte. Durch Kaiser Heinrich II. kam Munzingen mit diesem Kloster an die Straßburger Bischofskirche, deren Schutzvögte im Breisgau die Herren von Osenberg waren. Im 13. Jahrhundert waren mit der Untervogtei die Herren von Staufen durch die Usenberger belehnt. Sie verkauften ihre Rechte und Besitzungen 1328 an Snewlin von Wiesneck, über die Munzingen unter habsburgische Landeshoheit geriet. Neben der Vogtei entwickelte sich seit dem 13. Jahrhundert ein adliges Oberschultheißenamt, das die Äbtissin von St. Stephan besetzte. Eine am Tuniberghang gelegene Burg, 1309 erwähnt, dürfte 1344 schon zerstört gewesen sein. Im Wasserschloss, von dem noch ein Rundturm steht, saßen die Nachfolger der früheren Vögte, die zum Teil auch mit dem Oberschultheißenamt belehnt wurden, seit 1451 die Herren von Bolsenheim. Anfang des 16. Jahrhunderts erwarben das Schloss die Herren von Pforr. Den Dinghof verkaufte St. Stephan 1545 an den Hofrat Könritz, dessen Hinterlassenschaft Lazarus von Schwendi erwarb. Er betrachtete sich nun als Ortsherrn und Munzingen als Zubehör seiner Herrschaft Kirchhofen, doch behaupteten nach Schwendis Ableben (1584) die Pforr sich in ihren orts- und gerichtsherrlichen Rechten (1594). Nach dem Tod der letzten Frau von Pforr (1659) war die Ortsherrschaft zwischen den Erben, von Reinach und von Kageneck, geteilt. Zum Ersatz des zerstörten alten Wasserhauses baute Johann Friedrich von Kageneck ein neues geräumiges Schloss (1672, umgebaut und neu ausgestaltet 1767). Nach dem Ubergang von Österreich an Baden (1806) unterstand Munzingen den Freiburger staatlichen Ämtern.

Name: Burg am Tuniberghang; Wasserschloss; Neues Schloss
Datum der Ersterwähnung: 1309

Ersterwähnung: 1223
Kirchengeschichte: Ein Pfarrer zu Munzingen wird 1223 genannt, die St. Stephans-Pfarrkirche 1360/70. Das Patronat gehörte zum Fronhof des Klosters St. Stephan und kam mit dem Hof in die Hände der Ortsherrschaft Kageneck. Turm und Chor der Pfarrkirche gehen auf spätgotische Zeit zurück, das Langhaus, mit wertvollen Inventarstücken, wurde 1747 umgebaut und erweitert. Die St. Ehrentrudiskapelle auf dem Tuniberg (Neubau von 1870) hat eine St. Apollonienkapelle zum Vorgänger. Die Evangelischen zu Tiengen.
Patrozinium: St. Stephanus
Ersterwähnung: 1360 [1360/70]

GND-ID:
  • 4101777-8
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