Schluchsee - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0983 [983 (Fälschung 12. Jahrhundert?) l]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Heilklimatischer Kurort mit unregelmäßig häufendorfartigem Siedlungskern am Ostufer des Schluchsees. Ausgedehntes Neubaugebiet mit Kurhäusern, Hotels, Gasthäusern sowie Wohnhäusern mit Privatunterkünften für Kurgäste in Hanglage östlich und nordöstlich des Siedlungskerns.
Historische Namensformen:
  • lacus Slouchse 0983 [983 (Fälschung 12. Jahrhundert?)]
  • Slouchse 1065
  • predium Sclouhse 1083
Geschichte: 983 (Fälschung 12. Jahrhundert?) lacus Slouchse, 1065 Slouchse, 1083 predium Sclouhse. See mit großem, zwischen Feldberg und Hochstaufen sich erstreckendem Zubehör, Hofanlage wohl 11. Jahrhundert Anteile gingen, vielleicht durch Schenkung der Grafen von Nellenburg, an die Kloster Reichenau und Allerheiligen in Schaffhausen. Nach dem Austausch dieser Teile erfolgte um 1083/88 die Schenkung des gesamten Bereiches durch einen Familienverband um die Grafen von Rheinfelden an Kloster St. Blasien; ein um 1130 beginnender Streit mit Allerheiligen wurde 1150 zugunsten von St. Blasien entschieden. Der Besitz gehörte im 14. Jahrhundert teils (der Hof, eine Grangie) in das Waldamt mit Rechtszug nach Remetschwiel, teils (die aus dem Hof geliehenen Güter) in das Wutachamt mit Rechtszug nach Mettenberg. Die Vogtei, offenbar eine St. Blasianische Teilvogtei, befand sich, vermutlich durch Erbschaft von den Zähringern, 1318 in Händen der Grafen von Fürstenberg und ging damals durch Verkauf an die Herren von Blumegg über, welche sie der Herrschaft Lenzkirch angliederten. Zusammen mit Lenzkirch kam Schluchsee von diesen Herren 1491 wieder an Fürstenberg. Die Grafen verkauften, nach langen Streitigkeiten, 1659 Hochgericht, Forst-, Geleits-, Straf- und Landeshoheit an St. Blasien. Ende des 17. Jahrhunderts wurde Schluchsee der Grafschaft Bonndorf unterstellt und kam mit dieser 1803 an das Großpriorat des Johanniterordens in Heitersheim, 1805 an Württemberg und 1806 an Baden. Schluchsee unterstand bis 1924 dem Amt St. Blasien, dann dem Amt Neustadt, kam 1939 an den Landkreis Neustadt und gehört seit 1973 zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Ersterwähnung: 1337
Kirche und Schule: Kirchlich war Schluchsee seit dem 13. Jahrhundert Filial der Kirche St. Stephan in St. Blasien. Ein Priester wird 1337 erwähnt, 1366 als Pleban bezeichnet, eine Kapelle 1423 genannt. Die Pfarrei wurde 1701 errichtet, Patron ist St. Nikolaus, der Kirchensatz gehörte der Ortsherrschaft. Die Kirche von 1662 wurde 1979 abgerissen, der angeblich aus dem 12. Jahrhundert stammende Turm blieb stehen, ein Neubau erfolgte 1980. Die Evangelischen waren zunächst nach Bonndorf bzw. St. Blasien eingepfarrt, dann nach Lenzkirch. Sie gehören heute zur Kirchengemeinde Lenzkirch-Schluchsee mit Pfarramt in Schluchsee, das seit 1978 besteht und dessen Sprengel sich mit dem der politischen Gemeinde deckt. Eine Kirche wurde 1963 erbaut.
Patrozinium: St. Nikolaus
Ersterwähnung: 1701

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