Statistisches Landesamt: Abteilung Landesbeschreibung 

Kurzbeschreibung: Vorbemerkung
Der Bestand enthält die überlieferten Unterlagen, die den Mitarbeitern des Statistisch-topographischen Bureaus, ab 1885 des Statistischen Landesamts, als Materialgrundlage für die zwischen 1824 und 1930 veröffentlichten Beschreibungen der 64 württembergischen Oberämter gedient haben. Das Schriftgut kam 1964 mit dem Sachgebiet Landesbeschreibung vom Statistischen Landesamt zur Landesarchivverwaltung, lag bis 1983 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und wird seither im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrt. Der Bestand umfasst rund 24 Regalmeter, die in 4400 Bestellnummern untergliedert sind. Die Gliederung teilt auf der ersten Ebene in "Generalia" (589 Einheiten) zur württembergischen Landeskunde insgesamt und "Spezialia" (3811 Einheiten), die einer der Oberamtsbeschreibungen zugehören. Auf der zweiten Ebene sind die Generalia nach Sachgebieten, die Spezialia nach Oberämtern alphabetisch gegliedert. Innerhalb der Akten zu einzelnen Oberämtern sind zunächst die Vorlagen zur ersten Auflage der Beschreibungen zwischen 1824 und 1886 von denen veröffentlichter und geplanter Neubearbeitungen getrennt. Auf der untersten Stufe folgt auch diese Gliederung einem Sachgebietsschema (siehe unten Hinweise zur Benutzung). Die Laufzeit der überwiegenden Mehrzahl der Unterlagen liegt zwischen den Jahren 1820 und 1930. Einige Sammlungsstücke sind älter, das älteste authentische Schriftstück datiert auf 1489. Die Kopialüberlieferung bezieht sich auf Quellen bis zurück zum Jahr 944. Nur ausnahmsweise stammen einzelne Einheiten des Bestands aus der Zeit nach 1930. Die Unterlagen in E 258 VI geben insofern kein getreues Spiegelbild zu den gedruckten Oberamtsbeschreibungen ab, als keinesfalls jede Aussage der Druckfassung im vorliegenden Archivbestand belegt ist. Dafür enthält der Bestand umgekehrt erheblich mehr an Material und Informationen, als in die Veröffentlichungen eingeflossen ist. Eine ausführliche Einleitung kann im Computerausdruck des Findbuchs im Lesesaal eingesehen werden. Der Bestand E 258 VI wurde vollständig verfilmt und kann nur als Film im Lesesaal des Staatarchivs benutzt werden. Hinweise zur Benutzung des Bestands und des Repertoriums Die Reihenfolge der Bestelleinheiten in der untersten Klassifikationsebene der "Spezialia" (Oberämter, Büschel 590 bis 4400) folgt dem Schema: 1 Altertümer / 2 Historisches / 3 Naturkunde / 4 Bevölkerung, a) Statistik, b) Einzelpersonen, Brauchtum, Moral, Sprache u.dgl. / 5 Areal und Gebäude / 6 Landwirtschaft, a) Ackerbau, Viehzucht, Viehmärkte, landwirtschaftlicher Verein, b) Waldwirtschaft / 7 Gewerbe / 8 Hoheitsrechte, a) Gefälle und Ablösung, b) Kataster und Steuern, c) öffentliche Finanzen, d) Justiz, e) Sonstige / 9 Öffentliche Einrichtungen, a) Kirchen, Schulen, b) Straßen, Wasserversorgung u.dgl., c) Heilanstalten, Stiftungen, Vereine u.dgl. / 10 Ortsbeschreibung alphabetisch nach Orten / 11 Amtliche Vorlagen, a) Kameralamtsgrundbücher, b) Oberamtskarte, Atlas, Landesvermessung, c) Andere / 12 Korrespondenz / 13 Manuskripte, a) externe, b) des Bureaus bzw. Landesamts / 14 Verwaltung (Fachneutrales, z.B. Verlagsverhandlungen, Autorenexemplare) / 15 Auskünfte und Gutachten des Bureaus bzw. Landesamts / 16 Varia (nur bei Neubearbeitung). In den Akten mit Bleistift waagerecht durchgestrichene Passagen, auch senkrechte Streichungen einzelner Textteile oder ganzer Seiten auch mit anderen Schreibstoffen, bedeuten nicht etwa "falsch" oder dergleichen, sondern sinngemäß: "Ist für die Oberamtsbeschreibung berücksichtigt oder verwendet worden". Die Schreibweise von Ortsnamen im Bestand weicht häufig von der heute normierten ab. Das Findbuch folgt stets der modernen Orthographie. Freilich bleibt die dem jeweiligen Schriftstück synchrone Bezeichnung erhalten: Friedrichshafen in Akten vor 1806 ist Buchhorn; Pfauhausen und Steinbach haben sich hier noch nicht zu Wernau vereinigt; Neckarwestheim vor 1884 taucht - wie alle anderen Zweifelsfälle - nur im Index auf, die Titelaufnahme führt es wie zeitg enössisch als Kaltenwesten; und analog so weiter. Die kommentarlose Aufnahme von Begriffen und Sachverhalten, die nach heutigem Forschungsstand veraltet, zweifelhaft oder gar falsch sind, aus den Akten in die Aktentitel und Enthält-Vermerke war häufig unvermeidlich. Der Bearbeiter übernimmt nur so weit die fachlich-inhaltliche Gewähr, als die Sachlage sich offenkundig darstellte oder ohne größeren Aufwand zu ermitteln war; im übrigen ist der Aktengehalt wie vorgefunden wiedergegeben. Ein 1831 entdeckter "römischer" Grabhügel mag zweifelsfrei keltischen Ursprungs gewesen sein; ob aber "germanische" Bodenfunde tatsächlich fränkischer oder alamannischer Provenienz sind, oder vielleicht doch der Hallstattzeit oder einer ganz anderen Epoche und Volksgruppe zugeordnet werden müssen, mögen Fachleute erforschen. Derlei Zweifelsfragen auf vielerlei Fachgebieten nachzugehen - neben der Archäologie wären vornehmlich die Adelsgenealogie und das weite Feld der Naturkunde zu erwähnen -, hätte den Rahmen des Erschließungsprojekts gesprengt. Benutzer sollten sich daher in den Zeithorizont der Unterlagen eindenken. Die Fragen des Statistisch-topographischen Bureaus zur Ortsbeschreibung sind häufig nicht überliefert und nur anhand der Antworten zu rekonstruieren. Sie folgten üblicherweise dem thematischen Kanon: 1 Quellen, Ortschroniken, bildliche Darstellungen / 2 ältere Schreibweisen des Ortsnamens / 3 Naturkunde der Markung (Berge, Täler, Gewässer, Klima bzw. Witterung, Mineralien, Pflanzen, Tiere) / 4 topographische Lage, Beschaffenheit und Aussehen des Orts, öffentliche Gebäude / 5 Grundherrschaft / 6 physische Konstitution, Charakter, Bräuche u.dgl. der Bevölkerung / 7 Landwirtschaft (diverse Kulturarten einschließlich Waldwirtschaft, Viehzucht) / 8 Anstalten (Schulen, Versicherungen usw., mitunter auch Straßen und Brücken) / 9 "Altertümer", historische Denkwürdigkeiten. Bis zu rund einem Dutzend verschiedener Ortsbetreffe je Bestelleinheit werden im Findbuch einzeln ausgeworfen. Berührt das Büschel eine größere Zahl topographischer Einheiten, so greifen Formulierungen wie "... und weitere Wohnorte" oder "... in zahlreichen Oberamtsgemeinden" oder, sofern alle oder zumindest die überwiegende Mehrzahl der Gemeindebezirke, etwa in einer Tabelle, vertreten sind, "... nach Oberamtsorten". In solchen Fällen taucht kein einziger dieser Ortsbetreffe im Index auf. Wer also einzelne Ortschaften im Bestand vollständig erfassen möchte, sollte sich nicht nur am Ortsindex orientieren, sondern auch die anderen Titelaufnahmen des Oberamts zu Rate ziehen und auf Formulierungen wie die oben genannten achten. Ortsbetreffe, die in Unterlagen zu einer anderen Oberamtsbeschreibung enthalten sind, wurden auf jeden Fall in den Index aufgenommen. Oberämter als Einheiten wurden nur bei Vorkommen in den Akten anderer Oberämter indiziert. So dient der Ortsindex vor allem zur Ermittlung von Ortsbetreffen, die bei einem "fremden" Oberamt versteckt vorkommen. Angaben in eckigen Klammern [ ] sind nicht aus den betreffenden Unterlagen entnommen, sondern vom Bearbeiter erschlossen. Das im Personenindex angehängte Kürzel "A" wie "Autor" soll eine rasche Unterscheidung ermöglichen, ob die so gekennzeichnete Person als Subjekt an der Entstehung der Unterlagen beteiligt war oder der Forschung als Objekt diente. "A" belegt nicht unbedingt, dass der Betreffende einen eigenhändigen Beitrag verfasst hätte; hierunter sind auch z.B. Autoren begriffen, aus deren - unter Umständen gedruckten - Werken Kanzleischreiber Auszüge zusammengestellt haben. Kurzum bedeutet ein "A" hinter dem Namen, dass etwas von der Person in den Akten überliefert ist, und nicht über die Person. Martin Burkhardt
Erstellt (Anfang): 1489  [1489-1951]
Umfang: 4400 Büschel (24,3 lfd. m)
Objekttyp: Bestaende
Quelle/Sammlung: Landesarchiv Baden-Württemberg Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg
Ober- und Mittelbehörden 1806-um 1945 / 1736-1982 (Va ab 1605, Na bis 1984)
Geschäftsbereich Finanzministerium
Obere Finanzbehörden
Bestand
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: E 258 VI [Bestellsignatur]
Weiter im Partnersystem: https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-6544
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