Keuerleber, Hugo August Karl 

Geburtsdatum/-ort: 27.02.1883;  Stuttgart
Sterbedatum/-ort: 20.09.1949;  Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • Architekt, Prof. für Baustoffkunde, technischen Ausbau und Entwerfen an der Technischen Hochschule Stuttgart
Kurzbiografie: 1890-1902 Schulausbildung in Stuttgart, Abitur 1902 am Wilhelmsgymnasium
1902-1904 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Stuttgart, Vordiplom
1904-1906 Praktische Tätigkeit auf der Baustelle und im Büro
1906-1908 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Stuttgart, Diplom 1909
1908-1911 Freier Architekt
1911-1912 Mitarbeiter bei Prof. Habich in Stuttgart
1912/1914 Leiter des Baubüros der Ausstellung für Gesundheitspflege in Stuttgart (Vgl. Deutsche Bauzeitung XLVII (1913), Nr. 38, 344)
1915-1918 Kriegsdienst in Frankreich als Kraftfahrer des Generals von Gagern
1917 Regierungsbaumeister
1919 Wettbewerb Siedlung Botnanger Steige (Vogelsangsiedlung) (ein 2. Preis mit A.G. Schneck und Schmelz)
1919-1921 Bauamtmann im Stadterweiterungsamt Stuttgart
1920 Hochhausplan für Stuttgart (mit Richard Döcker)
1922/1926 Wohnbebauung Viergiebelweg (mit Richard Döcker), Beamten-Heimstättenbauverein; Vorstand der Staatlichen Beratungsstelle für das Baugewerbe in Württemberg
1924 Kurator der Bauausstellung auf dem Gelände des alten Bahnhofs in Stuttgart
1925 auf der Vorschlagsliste des Deutschen Werkbundes für die Stuttgarter Weißenhofsiedlung genannt
1925/1926 Stadthalle an der Neckarstraße Ecke Werderstraße
1926 Gutachten Tagblattturm (mit A.G. Schneck)
1926 außerordentlicher Prof. für Baustoffkunde, Technischen Ausbau und Entwerfen der Technischen Hochschule Stuttgart
1927 Ausstellung „Der Stuhl“ im Landesgewerbeamt Stuttgart (mit A.G. Schneck)
1929 DLW-Versuchssiedlung in Bietigheim (Werkssiedlung)
1929 Preisrichter beim Wettbewerb Gewerkschaftshaus Stuttgart
1929/1930 Bund-Deutscher-Architekten-Siedlungen Im Wallmer (Untertürkheim) und Schönbühl an der Ostendstr. (mit R. Döcker, E. Wagner u.a.)
1932/1933 Entwurf von drei Kettenhäusern für das Werkbundprojekt am Kochenhof (neben Döcker, Wachsmann, Häring, Schneck); Neubau der Mensa zwischen den Altbauten Seestr. 6 und Schellingstr. 9
1933 Mitglied des Bau-Ausschusses der Kochenhofsiedlung P. Schmitthenners
ab 1933 keine öffentlichen Aufträge mehr, da kein Parteigänger; Ernennung zum ordentlichen Prof. von Kultminister Mergenthaler abgelehnt
1941 Beteiligung an der Hochschulplanung der Technischen Hochschule in Stuttgart-Degerloch (mit Paul Bonatz)
1946 Mitglied der Kommission für Baukunst (mit Adolf Abel, Ernst Otto Schweizer und Hans Volkart), Berater der Zentrale für den Aufbau Stuttgarts. Am 1. Apr. von Th. Heuss zum ordentlichen Prof. ernannt
1947-1948 Wettbewerb Marstallgelände Stuttgart (2. Preis) und Wettbewerb der Forschungsgemeinschaft Bauen und Wohnen Werkswohnungen der Firma Voith [?] Heidenheim/Brenz, Lehrlingswohnheim Heidenheim (fertiggestellt von W. Breuer und D. Keuerleber)
Weitere Angaben zur Person: Religion: ev.-luth.
Verheiratet: 18. 12. 1923 Frida, geb. Drögmöller
Eltern: Vater: Johannes Wilhelm Keuerleber (geb. 22. 7. 1847, gest. 5. 1. 1911)
Mutter: Luise Caroline Pauline, geb. Taschner (geb. 20. 5. 1850, gest. 28. 2. 1926)
Geschwister: 5:
(im Kindesalter verstorben: Wilhelm Carl Julius; Luise Maria; Luise Caroline)
Theodor Carl
Emilie Elise
Kinder: Hugo (geb. 10. 6. 1920, gest. 20. 9. 1941, gefallen bei Timoschewka, Rußland)
Dorothee Luise (geb. 11. 9. 1924), Dipl.-Ing., Architektin
Gloria Ursula (geb. 28. 6. 1928), verheiratete Epple
Eva (geb. 24. 10. 1930), verheiratete Gutbier
GND-ID: GND/101227814X

Biografie: In: Württembergische Biographien 1, 130-132
Quellen: PA im UA Stuttgart; StadtA Stuttgart (Baugesuche der Stadthalle und Mensa); Archiv der Stadt Bietigheim-Bissingen (DLW-Versuchssiedlung); NL im Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (saai) Karlsruhe; Baurechtsamt der Stadt Heidenheim a. d. Brenz (Wohnsiedlung der Fa. Voit und ev. Lehrlingswohnheim).
Werke: Entwürfe und Bauten: Wettbewerb Siedlung Botnanger Steige (Vogelsangsiedlung), 1919; Hochhausplan für Stuttgart (mit Richard Döcker), 1920; Wohnbebauung Viergiebelweg (mit Richard Döcker) Beamten-Heimstättenbauverein, 1922/23; Ausstellungsbauten auf der Bauausstellung (entlang der späteren Lautenschlagerstraße und am Bahnhofsplatz), 1924; Stadthalle an der Neckarstraße, 1925/26 (zerstört); Versuchssiedlung in Bietigheim, 1929; BDA-Siedlungen Im Wallmer (Untertürkheim) und Schönbühl (Stuttgart-Ostheim), 1929/30; Mensa der TH an der Schellingstraße 6/Seestraße 9, 1932/33 (zerstört); Drei hölzerne Kettenhäuser mit Satteldach für die Werkbundsiedlung „Deutsches Holz“ am Kochenhof, 1932/33; Erweiterte TH-Planung in Degerloch (mit Paul Bonatz), 1941; Wettbewerb Marstallgelände Stuttgart (2. Preis), 1947; FBW-Wettbewerb Wohnsiedlung Heidenheim/Brenz, 1947/48; Lehrlingswohnheim in Heidenheim (fertiggestellt von W. Breuer und D. Keuerleber), 1947-1949.

Literatur: Deutsche Bauzeitung 53 (1919), Nr. 87, 520 (Wettbewerb Stuttgart, Siedlung Botnanger Steige (Gemmingen-Hornberg'sches Gelände); Richard Herre, Hochhäuser für Stuttgart, in: Wasmuths Monatshefte für Baukunst VI (1921/22), H.11/12, 375ff.; Paul Bonatz, in: ebda. VI (1921/22), H.11/12, 377; H. Keuerleber, Ein Geleitwort zur Bauausstellung Stuttgart 1924, in: Die Bauzeitung 21 (1924), H. 13, 99; Deutsche Bauzeitung 60 (1926), Beilagen, 141-145 (Gutachten Tagblattturm); Ludwig Hilberseimer, Hallenbauten, 1931, 90-95 (Handbuch der Architektur IV.Teil. 4. Halbbd., 4. H.); Wilhelm Bär (Hg.), Stuttgarter Hochschulführer, 1934, 79f.; Johannes Cramer/Nils Gutschow, Bauausstellungen: eine Architekturgeschichte des 20. Jh.s, 1984.
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