Klotz, Ferdinand 

Geburtsdatum/-ort: 18.06.1891;  Karlsruhe
Sterbedatum/-ort: 21.08.1973;  Freiburg i. Br.
Beruf/Funktion:
  • katholischer Geistlicher, Leiter der Kinderheilstätte Friedenweiler
Kurzbiografie: 1911 Abitur in Rastatt; Theologiestudium in Freiburg
1915 Priesterweihe
1915-1921 Vikar in Schwarzach bei Bühl, Kollnau bei Waldkirch, Oberschwörstadt bei Säckingen, Meersburg
1922 Hausgeistlicher, bald darauf Rektor des Kinderheims
1929-1971 der Kinderheilstätte Friedenweiler bei Neustadt/Schwarzwald
1945 Geistlicher Rat
1962 Bundesverdienstkreuz
1965 Päpstlicher Geheimkämmerer
Weitere Angaben zur Person: Religion: rk.
Verheiratet: Unverheiratet
Eltern: Vater: Ferdinand Klotz, Wagenwärter
Mutter: Rosa, geb. David
Geschwister: 7
GND-ID: GND/1012279278

Biografie: Hans-Josef Wollasch (Autor)
Aus: Badische Biographien NF 1, 192

Mit sieben Geschwistern wuchs Klotz im Schloß zu Bruchsal als Sohn eines Wagenwärters auf. Er kränkelte von Jugend an, was seine schwer zugängliche Wesensart begründet haben mochte. Herz- und Lungenfehler ließen ihn in der praktischen Gemeindeseelsorge nicht Fuß fassen, eine Halsoperation machte einen einjährigen Krankheitsurlaub erforderlich. Als der Einundreißigjährige zum Hausgeistlichen des Kinderheims Friedenweiler bestellt wurde (1922), fand er dort zu seiner Lebensaufgabe. Der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg hatte nach dem Ersten Weltkrieg das alte Benediktinerinnenkloster sowie das frühere Schloß in Friedenweiler auf der Höhe des Schwarzwaldes erworben, um dort unterernährten Stadtkindern die Chance der Erholung mit ärztlicher und pädagogischer Betreuung zu geben. Hierfür waren zunächst bauliche Veränderungen sowie der Aufbau einer Verwaltung Voraussetzung, was Klotz als Rektor bis 1929 verwirklichte. Mehr und mehr in seiner Gesundheit erschüttert, entwickelte und nutzte der Seelsorger seine organisatorische, verwaltungstechnische und kaufmännische Begabung zur Schaffung der „Kinderheilstätte Friedenweiler”. Mit Kindergärtnerinnen und Jugendleiterinnen, mit Kinderfachärzten, mit den Schwestern aus dem Mutterhaus vom Göttlichen Erlöser in Bühl garantierte er den durchschnittlich 300 erholungsbedürftigen Kindern eine umfassende Fürsorge.
Dieser Sorge um die ihm Anvertrauten widmete er sich unter ganzem Einsatz auch in schwerer Zeit: in der Abwehr tendenziöser Anwürfe von Seiten örtlicher Parteigänger des Nationalsozialismus, in der ständigen Angst vor den Auswirkungen der Kriegsfurie, in der Existenznot der ersten Nachkriegsjahre. 30000 Kinder waren es bis 1947, die in Friedenweiler Erholung und Heilung suchten. Zwei Jahrzehnte später lebten in der Kinderheilstätte ständig über 500 Kinder und Betreuer, denen die Leib- und Seelsorge des Rektors Klotz galt.
Als der von Kirche und Staat Geehrte 1971 in den Ruhestand ging, blieb er am Ort seines fünf Jahrzehnte füllenden Wirkens, und er ließ sich dort auch begraben. – „Nimmt sich in allem sehr der Erholungskinder an” – dieses Urteil des Neustädter Dekans in seinem Jahresbericht 1931 über den Leiter der Kinderheilstätte drückt vielleicht gerade in seiner Trockenheit und Unbeholfenheit umfassend aus, was den Namen Klotz an den von Friedenweiler band.
Nachweis: Bildnachweise: in Konradsblatt, vgl. Lit.

Literatur: Konradsblatt, Wochenzeitung für das Erzbistum Freiburg, 57 (1973), Nr. 37, S. 29; Hans-Josef Wollasch, Klotz Ferdinand, in: FDA 97 (1977), 481 ff.
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