Bausznern, Dietrich von 

Geburtsdatum/-ort: 19.03.1928; Rastenburg
Sterbedatum/-ort: 20.01.1980;  Kirchzarten
Beruf/Funktion:
  • Komponist und Musikpädagoge
Kurzbiografie: 1947 Abitur in Potsdam
1947-1949 Studium am Konservatorium Weimar, danach an der Hochschule für Musik in Freiburg
1950 freier Mitarbeiter beim Südwestfunk
1962 Dozent an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
1969 am Richard-Strauß-Konservatorium München
1973 an der Hochschule für Musik Frankfurt
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: 1954 Dorothea, geb. Baltzer
Eltern: Vater: Friedrich Bausznern, Pfarrer
Mutter: Charlotte, geb. Lenkeith
Geschwister: 3
Kinder: 2 Söhne
2 Töchter
GND-ID: GND/103772596

Biografie: Wolfgang Hug (Autor)
Aus: Baden-Württembergische Biographien 1, 14-15

Die Kindheit Bausznerns war vom Geist des Elternhauses geprägt, einem evangelischen Pfarrhaus im ostpreußischen Rastenburg. Seine Vorfahren stammten aus Siebenbürgen. Nach dem Abitur in Potsdam begann er nach dem Krieg das Musikstudium am Konservatorium in Weimar, wo sein Großvater bis 1916 als Direktor gewirkt hatte. 1949 übersiedelte er nach Freiburg, um sein Studium an der Hochschule für Musik fortzusetzen. Sein besonderes Talent zeigte sich in der Meisterklasse für Komposition bei Professor Harald Genzmer. 1962 übernahm Bausznern die Leitung der umfangreichen Abteilung für Instrumentalausbildung an der damals gegründeten Pädagogischen Hochschule Freiburg. 1969 nahm er einen Ruf an das Richard-Strauß-Konservatorium in München an, von wo er 1973 nach Frankfurt an die dortige Hochschule für Musik überwechselte. Hier erhielt er die Professur für Musiktheorie. Am 20.1.1980 riß ihn der Tod mitten aus einem arbeits- und erfolgreichen Leben.
Bausznern war ein bedeutender Komponist. Es liegen rund 300 Kompositionen von ihm vor, die sich auf nahezu alle Gattungen erstrecken. Als Höhepunkte seines Schaffens gelten Kantaten und Oratorien wie „Die Herrlichkeit des Herrn“, „Der Ackermann und der Tod“, „Gericht und Verheißung“. Bausznern erwarb sich besondere Verdienste für die Erneuerung der evangelischen Kirchenmusik. Die moderne Tonsprache Bausznerns wirkt kühn, aber nicht neuerungssüchtig, vital, aber nicht bombastisch. Eine Musik, die aufhorchen läßt und die zu Herzen geht. Der Komponist Bausznern erhielt zahlreiche Ehrungen. Seine Werke wurden und werden im In- und Ausland aufgeführt; mehrere Werke wurden auf Schallplatten eingespielt. Vieles ist auch unmittelbar in die kirchenmusikalische Praxis eingegangen.
Bausznern war als Lehrer und Musikerzieher ein Naturtalent. Seine Schüler gewannen ein herzliches Vertrauensverhältnis zu ihm, was es ihm erleichterte, hohe Anforderungen an sie zu stellen. Als Organist und Chorleiter hat er in unermüdlichem Einsatz in seiner Heimatgemeinde Kirchzarten eine unerhörte Breitenwirkung erzielt. Die Kantorei der evangelischen Gemeinde wurde von ihm zu eindrucksvollen Leistungen sowohl bei der musikalischen Ausgestaltung der Liturgie als auch bei besonderen Konzerten geführt. Dem Männergesangverein Kirchzarten war er ein treuer, begeisternder Chorleiter. Mit Hilfe seiner weitreichenden Beziehungen konnte er für die von ihm 1971 begründeten „Kirchzartner Konzerte“ vorzügliche Ensembles gewinnen.
Man würde Bausznern nicht gerecht, wenn man sein Engagement in zahlreichen Gremien überginge. Im Deutschen Komponistenverband, im Aufsichtsrat der GEMA, im Musikausschuß des Breisgauer Sängerbundes sowie in der Freiburger Bezirkssynode der evangelischen Kirche wirkte er viele Jahre als Mitglied. Sein Wort war geachtet, weil man seine Persönlichkeit schätzte. Er konnte impulsiv und leidenschaftlich sein, aber es ging ihm stets um die Sache oder um Menschen, für die er sich mitverantwortlich fühlte.
Werke: Werkverzeichnis in: Dietrich von Bausznern 1928-1980, 10 ff.
Nachweis: Bildnachweise: Fotos bei Nicol und Hummel/Zillessen (vgl. Literatur)

Literatur: Karl Ludwig Nicol, Freiburger Reinhold-Schneider-Preisträger, Komponist, Pädagoge und Organisator Dietrich von Bausznern, in: Freiburger Almanach 28, 1977, 95-104; ders., Zwischen Tradition und Moderne. Zum Tod des Komponisten Dietrich von Bausznerns, in: BZ vom 23.01.1980 Nr. 19, 11 (mit Bild); weitere Nachrufe von B. Hummel und K. Zillessen in: Dietrich von Bausznern 1928-1980. München 1980 (mit Bild, 1)
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