Fehsenfeld, Friedrich Ernst 

Geburtsdatum/-ort: 16.12.1853; Großlengden
Sterbedatum/-ort: 16.09.1933;  Freiburg i.Br., beigesetzt in Ehrenstetten bei Freiburg
Beruf/Funktion:
  • Verleger
Kurzbiografie: 1861-1871 lebt im Hause seiner Tante Luise Fehsenfeld und des Literaturkritikers Dr. Julian Schmidt; Besuch des humanistischen König-Wilhelm-Gymnasiums, Berlin, bis zur Primareife; Lehrzeit als Buchhändler in Hannover, Gesellenjahre in Freiburg, Karlsruhe, Koblenz, Berlin
1881 1. Jul. Erwerb der Universitätsbuchhandlung Frees & Tasche, vormals Heyer, in Gießen
1885 1. Okt. Verkauf der Gießener Buchhandlung und Gründung einer Buchhandlung mit Antiquariat in Freiburg
1890 Verkauf der Freiburger Buchhandlung und Verlagsgründung in der Wallstraße 10
1891 Nov. Erster Verlagsvertrag zwischen dem Verlag Fehsenfeld und Karl May
1892 „Durch Wüste und Harem“ erscheint als erste Publikation Karl Mays bei Fehsenfeld verlegt
seit 1892 „Carl May’s gesammelte Reiseromane“
seit 1896 „Karl May’s gesammelte Reiseerzählungen“ (bis 1910 33 Bände „grüne“ Fehsenfeld-Ausgabe)
1898 Erwerb des Bauernhofes Lehenhof, Ehrenstetten bei Freiburg i.Br.
1900-1917 Verleger der Zeitschrift „Alemannia“
1902 Prozess zwischen Fehsenfeld, Hermann Cardauns (1847-1925) und der „Kölnischen Volkszeitung“ wegen des bei Fehsenfeld erschienenen Bands „Die Wahrheit über Karl May“
ab 1904 Neuausgabe der Karl-May Werke in der sogenannten Sascha-Schneider-Ausgabe mit den allegorischen Deckelbildern des Malers Sascha Schneider (1870-1927)
1910 22. Apr. Öffentlicher Aufruf Fehsenfelds für Karl May
1912 30. Mär. Karl May stirbt in Radebeul; Ende Juli erscheint bei Fehsenfeld „Und Friede auf Erden!“ von Karl May als letzter Band der illustrierten Buchreihe
1913 Apr. Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg, Dr. Euchar Schmid, Stuttgart (1884-1951) und Karl Mays Witwe Klara, Radebeul (1864-1944), gründen die Firma „Stiftungsverlag Fehsenfeld & Co.“ mit Sitz in Dresden-Radebeul, seit 1915 „Karl-May-Verlag Fehsenfeld & Co“
1921 Fehsenfeld scheidet als Gesellschafter aus dem Karl-May-Verlag aus
1933 Verkauf des Fehsenfeld-Verlages durch seine Witwe an den Paul List Verlag, Leipzig
Weitere Angaben zur Person: Religion: ev.
Verheiratet: 1880 (Baden-Baden), Pauline, geb. Reinboldt (1858-1947)
Eltern: Vater: Johannes, Pastor in Großlengden bei Göttingen (1805-1883)
Mutter: Adelheid, geb. Goldmann (1814-1855)
Geschwister: 13
Kinder: 3:
Hans (1880-1891)
Eva (1883-1972), verheiratete Guenther
Dora (1889-1966), verheiratete Schick
GND-ID: GND/116434937

Biografie: In: Badische Biographien NF 5 (2005), 73-75
Quellen: Persönliche Mitteilungen von Prof. Ekke Guenther, Ehrenstetten, an den Verfasser, Interviews Sommer 1981; Nachlass Konrad Guenther, UB Freiburg, Handschriftenabteilung; A d. Verfassers.
Werke: Eine Fehsenfeld-Biographie liegt nicht vor. Fehsenfeld wird im Kontext mit Karl May, seinen Werken u. deren Editionsgeschichte öfters erwähnt, vgl. dazu: Jbb. d. Karl-May-Gesellschaft (KMG), 1970-1981, 1982 ff.; Mitt. d. KMG, 1969 ff. Karl May, Freiburger Erstausgaben. Hg. v. Roland Schmid. Bd. 1-33. Reprint d. 1. Buchausgabe bei Fehsenfeld 1892-1910. Karl-May-Verlag Bamberg 1982-1984 („Fehsenfeld-Ausgabe“). – Auswahlbibliographie zur Sekundärliteratur zu Karl May in Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Karl May, 1987, v. Nils Christian Hoppe, dort auch Hinweise auf weitere Bibliographien. – Gesamtausgabe, sog. „Freiburger Ausgabe“, zugleich der Ausgabe „Letzter Hand“, 33 Bände, 1892-1912.
Nachweis: Bildnachweise: Fotos u. Bildnachweis bei Klußmeier/Plaul, 1978 (vgl. L).

Literatur: Hansotto Hatzig, Karl May u. Sascha Schneider. Dokumente einer Freundschaft, 1967; Heinz Neumann, Karl Mays Buchausgaben bei Fehsenfeld, in: Mitt. d. KMG 12,1972, 8-14; Ders., Karl Mays frühe Buchausgaben u. ihre Verwandlungen, in: Mitt. d. KMG 15, 1973, 14-19, ebd. 16, 1973, 11-14 u. 17, 1973, 9-15; Fritz Maschke, Karl May u. Emma Pollmer, Geschichte einer Ehe, 1973; Hans Wollschläger, Karl May. Grundriss eines gebrochenen Lebens, 1976; Ekke W. Guenther, Karl May u. sein Verleger F. Fehsenfeld, in: Jb. d. KMG 1978, 154-167; Gerhard Klußmeier u. Hainer Plaul (Hgg.), Karl May. Biographie in Dokumenten u. Bildern, 1978; Helmut Schmiedt, Studien zu Leben, Werk u. Wirkung eines Erfolgsschriftstellers, 1979; Albrecht Götz v. Olenhusen, Karl May, ein Autor u. sein Verleger, in: Bad. Ztg. vom 18./19. 7. 1981 (Wochenend-Magazin), 1 f.; Jürgen Wehnert, Zur abenteuerlichen Textgeschichte Karl Mays, in: Karl May, hg. von Helmut Schmiedt, 1983, 310-336; Konrad Guenther, Karl May u. sein Verleger, in: Karl May, Satan u. Ischariot, I. Bd., Repr. Karl-May-Verlag, 1983, A2-A35; Claus Roxin, Fehsenfeld’s Wiederkehr, in: Mitt. d. KMG 55, 1983, 35-36, 59, 1984, 38-43 u. 62, 1985, 47-54; Martin Lowsky, Karl May, 1987; Heinz-Ludwig Arnold (Hg.), Karl May, 1987; Hainer Plaul u. Gerhard Klußmeier, Illustrierte Karl-May-Bibliographie, 1988 (mit sämtl. May-Titeln bei Fehsenfeld); Ulrich Schmid, Das Werk Karl Mays 1895-1905, 1989; Peter Richter, F. E. Fehsenfeld, in: Lexikon d. Reise- u. Abenteuerliteratur, hg. von Friedrich Schegk u. Heinrich Wimmer, 1988 ff., Bd. 9, T. 4 (Verlage), 1995, 1 ff; Wolfgang Hermesmeier u. Stefan Schmatz, Karl-May-Bibliografie 1913-1945, 2000; Albrecht Götz v. Olenhusen, Karl Mays Erbe u. die Gründung des Karl-May-Verlages, in: Mitt. d. KMG 127, 2001, 24-49; Gert Ueding u. Klaus Rettner (Hg.), Karl-May-Handb., 2. Aufl. 2001 (ausführl. Einzeldarst. u. Lit.); Albrecht Götz v. Olenhusen, Karl May u. das Urheber- u. Verlagsrecht im 19.Jh., in: Archiv für Urheber- und Medienrecht II, 2002, 427-450; ders., Peter Kalchthaler u. Karlheinz Eckardt, Karl May u. Freiburg: der Freiburger Karl-May-Verleger F. E. Fehsenfeld, 2002; Lothar Schmid, 90 Jahre Verlagsarbeit für Karl May, in: Lothar u. Bernhard Schmid (Hgg.), Der geschliffene Diamant, 2003, 5-88.
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