Küster, Otto 

Geburtsdatum/-ort: 04.01.1907;  Stuttgart
Sterbedatum/-ort: 07.03.1989;  Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • Rechtsanwalt, Ministerialdirektor, Staatsbeauftragter für Wiedergutmachung
Kurzbiografie: 1913-1925 Schule in Stuttgart, nach der Volksschule Dillmann-Gymnasium
1922 Gründung des Volkacher Bundes
1925-1929 Jura-Studium in München, Berlin und Tübingen
1932-1933 Amtsrichter in Stuttgart
1934 Beginn der Tätigkeit bei der Wehrkreisverwaltung Stuttgart; später deren Justitiar
1942-1945 Kriegsdienst an der Westfront (Normandie); 1945 US-Kriegsgefangenschaft
1946 Beginn der Tätigkeit im Justizministerium, ab 1947 als Leiter der Wiedergutmachungsabteilung (ab 1950 auch geschäftsführender Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Obersten Wiedergutmachungsbehörden der Länder), Gründung der Stuttgarter Privatstudiengesellschaft
1948 Als Vertreter Württemberg-Badens mit Beyerle und Kurt Held beim Verfassungskonvent von Herrenchiemsee (10.-23.08.)
1949 VII Als Vertreter Württemberg-Badens bei den Sitzungen des Juristischen Ausschusses der Ministerpräsidenten. Als Vertreter Württemberg-Badens mit Beyerle und Manfred Klaiber bei der Ministerpräsidenten-Konferenz in Konstanz (25./26.08.)
1951 II.16. Erstmals Redner vor dem Bundesrat
1952 Stellvertretender deutscher Delegationsleiter bei den Wiedergutmachungs-Verhandlungen mit Israel; Rücktritt am 7. Mai
1954 VIII.04. Entlassung aus dem Justizministerium
1956-1989 Rechtsanwalt in Stuttgart, ab 1963 assoziiert mit seinem Sohn Gerold
1967 Dr. jur. h.c. (Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen)
1985 1. Träger der Otto-Hirsch-Medaille
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: 1934 Stuttgart, Irmgard, geb. Mayer-List (1909-1989)
Eltern: Dr. rer. nat. William (1863-1929), Chemie-Professor in Berlin und Stuttgart
Rosa, geb. Albers (1882-1965)
Geschwister: Charlotte (1908-1974)
Elisabeth (1909-1956), verh. Raiser
Kinder: Gerold (* 1935), Rechtsanwalt
Dr. jur. Erwin (* 1937)
Prof. Dr. phil. Friedrich (* 1938)
Dr. phil. Burkhart (* 1941)
Dr. jur. Roland (* 1943)
Herrad (* 1950), verh. Küster-Eich
Dr. rer. nat. Ulrich (* 1952)
Brigitta (* 1954), verh. Küster-Sartori
GND-ID: GND/116592737

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3 (2002), 215-218
Quellen: Ein Nachlaßsplitter im ACDP (Signatur I – 084); Schriftliche Auskünfte von Rechtsanwalt Gerold Küster, Stuttgart (11., 18. und 23.05.1995); Persönlichkeiten-Dokumentation „Otto Küster“ (Landtagsarchiv Stuttgart, Informationsdienst, Referat 11/4); Sitzungsberichte des Deutschen Bundesrates 1951-1952; Akten zur Vorgeschichte der Bundesrepublik Deutschland 1945-1949 (hg. vom Bundesarchiv Koblenz und vom Institut für Zeitgeschichte München), Bd. 4: Januar – Dezember 1948. Bearb. von Christoph Weisz, Hans-Dieter Kreikamp und Bernd Steger, 1983, 192, 434, 436-439; ebd., Bd. 5: Januar – September 1949. Bearb. von Hans-Dieter Kreikamp, 1981, 761, 924, 929-936, 938f., 943f., 1059f.; Im Zentrum der Macht. Die Tagebücher von Staatssekretär Lenz 1951-1953, bearb. von Klaus Gotto, Hans-Otto Kleinmann und Reinhard Schreiner (Quellen und Forschungen zur Zeitgeschichte 11), 1988, 337, 340, 342; Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung, Bd. 5 (1952), hg. vom Bundesarchiv von Hans Booms, bearb. von Kai von Jena, 1989, LX-LXIII, 342, 348, 354; ebd., Bd. 7 (1954), bearb. von Ursula Hüllbüsch und Thomas Trumpp (1993), 339/40; Peter Bucher (Bearb.), Der Parlamentarische Rat 1948-1949. Akten und Protokolle. Bd. 2: Der Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee. Hg. vom Deutschen Bundestag und Bundesarchiv unter Leitung von Kurt G. Wernicke und Hans Booms, 1981, passim; Paul Feuchte, Quellen zur Verfassung von Baden-Württemberg, 8, 1986ff., und ein Registerband, bearb. von Jürgen Tröscher, 1995, 405
Werke: (Auswahl) Die Thermopylen-Inschrift auf deutsch (Schiller und Geibel), in: Monatsschrift für das Deutsche Geistesleben, Oktober 1941, 238; Nürnberg als Rechtsfrage. Eine Diskussion (Stuttgarter Privatstudiengesellschaft), 1947; Föderative Probleme einer deutschen Verfassung, in: Süddeutsche Juristenzeitung (SJZ) 1948, Sp. 118ff.; Zwei Auslegungsfragen zum Rückerstattungsgesetz, in: SJZ 1948, Sp. 533; Zur Frage der schweren Erziehung, in: SJZ 1949, Sp. 249; Das Gewaltenproblem im modernen Staat, in: Archiv des Öffentlichen Rechts 75 (1949), 397; Otto Küster/Gerhard Leibfried/Otto Greiner, Die Friedensgerichtsbarkeit in Württemberg, 1949; Zum 50jährigen Bestehen des BGH, in: Deutsche Zeitung vom 28.01.1950; Zur Frage des Berufsbeamtentums, in: Archiv des Öffentlichen Rechts 77 (1951), 364; Herrenbesuch bei der Mieterin, in: Juristenzeitung (JZ), 91; Was ist in der Wiedergutmachung noch zu tun? Vortrag vor der Arbeitstagung jüdischer Juristen in Düsseldorf, in: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg vom 8. und 12.03.1952; (zusammen mit Kurt Held) Sind die automatischen Sanktionen der §§ 14 und 17 des Gesetzes 113 zu Art. 113 GG verfassungswidrig?, in: JZ 1953, 542; Christlicher Lebensstil, insbesondere als Ausdruck der Freiheit, in: Zeitschrift für Theologie und Kirche 1 (1958); Poena aut satisfactio, in: JZ 1954, 1-5; „Veräußerung ist Verschulden“, in: Neue Juristische Wochenschrift (NJW) 1955, 889; Überleitungsvertrag und Wiedergutmachung, in: NJW 1955, 1217; Zum Entwurf des Bundesentschädigungsgesetzes 1956, in: JZ 1956, 51; Grenzen des Rücktrittsvorbehalts im Erbvertrag, in: JZ 1958, 394; Zum Wesen der strafrechtlichen Kompensation, in: NJW 1958, 1659; Glauben müssen? Theologische Essays, 1963; Die dramatische Struktur der Wahrheit. Ausgewählte Schriften, dem Autor zum 60. Geburtstag am 4.1.1967 überreicht von seinen Freunden, 1967 (mit ausführlichem Schriftenverzeichnis); Erfahrungen in der deutschen Wiedergutmachung, 1967; „Gerstenmaier zog goldene Lose“, in: Der Spiegel 5/1969 (03.02.1969); Über das Zweitbescheidsverfahren. Gekürzte Wiedergabe eines Vortrags, gehalten auf Einladung des israelischen Finanzministeriums am 28. November 1972 in Tel Aviv, in: Rechtsprechung zum Wiedergutmachungsrecht (Bd. 2), 1973, 41-48; Über die beiden Erscheinungsformen der Gerechtigkeit, nach Aristoteles, in: Fritz Baur (Hg.), Funktionswandel der Privatrechtinstitutionen (Festschrift für Ludwig Raiser), 1974, 541-558; Walter Schwarz, in: Juristen im Portrait (Festschrift zum 225jährigen Jubiläum des Verlages C. H. Beck), 1988, 677-682
Nachweis: Bildnachweise: Porträt der Woche (vgl. Literatur)

Literatur: Franz Böhm, Das deutsch-israelische Abkommen von 1952, in: Dieter Blumenwitz u.a. (Hgg.), Konrad Adenauer und seine Zeit 1 (Beiträge von Weg- und Zeitgenossen), 1976, 437-465; Paul Feuchte, Verfassungsgeschichte von Baden-Württemberg, 1983, 28f.; Nahum Goldmann, Staatsmann ohne Staat, 1970, 327, 341; Rüdiger Griepenburg, Hermann Louis Brill, Herrenchiemseer Tagebuch 1948, in: VfZ 34 (1986), 585-622; Kai von Jena, Versöhnung mit Israel? Die deutsch-israelischen Verhandlungen bis zum Wiedergutmachungsabkommen von 1952, in: VfZ 34 (1986), 457-480; Henning Köhler, Adenauer. Eine politische Biographie, 1994, 706-709 und 713-714; Hanns Jürgen Küsters, Adenauer. Teegespräche 1950-1954, hg. von Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz, 1984, 284, 691; Reinhold Maier, Ein Grundstein wird gelegt. Die Jahre 1945-1947, 1964, 252; ders., Erinnerungen 1948-1953, 1966, 231; Porträt der Woche, in: Stuttgarter Zeitung vom 26.01.1985; Christian Pross, Wiedergutmachung. Der Kleinkrieg gegen die Opfer, 1988, 86-89; Wer ist wer?, Bd. 11 (1951), 337 und Bd. 13, 717; Who’s Who in Germany?, 1980 (7. Auflage), Bd. 1, 618; Michael Wolffsohn, Das deutsch-israelische Wiedergutmachungsabkommen von 1952 im internationalen Zusammenhang, in: VfZ 36 (1988), 691-731<br /> Zeitungen und Zeitschriften: Der Fall Küster, in: FAZ vom 22.07.1954; Ehrung für Otto Küster, in: Stuttgarter Nachrichten vom 04.01.1967; Köpfe unseres Landes: Otto Küster, in: Südkurier vom 01.03.1969; Porträt der Woche in: Stuttgarter Zeitung vom 26.01.1985
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