Baumeister, Willi eigentlich: Friedrich Wilhelm 

Geburtsdatum/-ort: 22.01.1889;  Stuttgart
Sterbedatum/-ort: 31.08.1955;  Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • Maler, Verfolgter des NS-Regimes
Kurzbiografie: Friedrich-Eugen-Realschule in Stuttgart
1905 Lehre als Dekorationsmaler in Stuttgart; Besuch der Stuttgarter Akademie; Zeichenklasse von Robert Poetzelberger; Privatunterricht bei dem Tiermaler Josef Kerschensteiner
1906 Freundschaft mit Oskar Schlemmer
1908-1912 Studium an der Württembergischen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart; zunächst bei Gustav Igler, dann in den Komponierklassen von Adolf Hölzel und Heinrich Altherr; Freundschaft mit Otto Meyer-Amden
1911 Erste Reise nach Paris
1912-1913 Aufenthalt in Amden, Kanton St. Gallen
1914 Reise nach Amsterdam, London und Paris, zusammen mit Oskar Schlemmer und Hermann Stenner
1919 Typograph, Bühnenbildner und Wandmaler in Stuttgart
1924 Zweite Reise mit längerem Aufenthalt in Paris; Freundschaft mit Amedée Ozenfant, Le Corbusier und Fernand Léger
1927 Gründung des „Rings Neuer Werbegestalter“, zusammen mit Schwitters, Vordemberge-Gildewart, Tschichold, Domela und Moholy-Nagy
1928-1933 Lehrbeauftragter für Gebrauchsgraphik, Typographie und Stoffdruck an der Städelschen Kunstschule in Frankfurt/Main
1931 Mitglied der Pariser Künstlervereinigung „Abstraction-Création“, u.a. mit Naum Gabo, Antoine Pevsner
1933 Entlassung aus dem Lehramt; Rückkehr nach Stuttgart; Reisen in die Schweiz und nach Paris
1937 Entfernung von 51 Bildern aus deutschen Museen; Beginn der Zusammenarbeit mit der Wuppertaler Lackfabrik; Baumeister bemalt u.a. Lackkästen als Werbegeschenke
1943 Überwachung durch die Gestapo; nach der Zerstörung des Hauses durch Bomben Umzug von Stuttgart nach Urach: Arbeit an dem Buch „Das Unbekannte in der Kunst“
1945 Übersiedlung nach Horn am Bodensee; Arbeit im Atelier von Max Ackermann
1946-1966 Lehre an der Kunstakademie Stuttgart, Malklasse
1950 Teilnahme am ersten Darmstädter Gespräch; Ablehnung der Thesen von Hans Sedlmayr in „Verlust der Mitte“ (angeblicher Niedergang der modernen Kunst) und der Ansichten von Wilhelm Hausenstein
1953 Reisen nach Paris und Mailand
1955 Gustav Klimt-Preis der Wiener Sezession. Zahlreiche Ausstellungen in Köln, Frankfurt, Mannheim, Paris, München, Stuttgart, Ludwigshafen, Mailand, Berlin, Venedig u.a.m.
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: 1926 Margaret, geb. Oehm
Eltern: Wilhelm Baumeister (1847-1931), Hofkaminfegermeister
Anna Gottliebin, geb. Schuler (1861-1945)
Geschwister: Klara (1883-1963)
Hans (1887-1942), Dipl.-Ing., Patentanwalt
Kinder: 1928 Krista, verh. Gutbrod
1933 Felicitas, verh. Karg-Baumeister
GND-ID: GND/118507559

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 1, 11-14
Quellen: Nachlaß: Im Besitz der Tochter Krista, verh. Gutbrod
Werke: Cahiers d’Art 4, Paris 1931, 215f.; Das Unbekannte in der Kunst, Stuttgart 1947; Fernand Léger, Stuttgart 1949; Zimmer- und Wandgeister, hg. von H. Spielmann, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen 12, Hamburg 1967, 134; Einige Briefe, in: Künstler schreiben an Will Grohmann, hg. von Karl Gutbrod, Köln 1968, 111-125; Bibliographien von Baumeisters Schriften bei Will Grohmann, Willi Baumeister, Köln 1963, sowie im Ausstellungskatalog Baumeister, hg. von Götz Adriani, Tübingen 1971, 255-256
Nachweis: Bildnachweise: Foto in Ausstellungskatalog Tübingen 1971, 4 et div.

Literatur: W. Gräff (Hg.), Willi Baumeister, Stuttgart 1927; Will Grohmann, Willi Baumeister, Stuttgart 1952; Vollmer 1, 1953, 136, sowie ders., 5. Bd. Nachträge, 1961, 278 (mit Bibliographie); Will Grohmann, Willi Baumeister. Leben und Werk, Köln 1963; Ausstellungskatalog Willi Baumeister, Erlangen 1964; Ausstellungskatalog Willi Baumeister, Akademie der Künste Berlin 1965; Ausstellungskatalog Willi Baumeister, Musée d’Art et d’Histoire, Genf 1966; Ausstellungskatalog Willi Baumeister – Zeichnungen, Stuttgart 1969; Ausstellungskatalog Willi Baumeister – Malerei und Graphik der 20er Jahre, Stuttgart 1969/70; Ausstellungskatalog Baumeister, hg. von Götz Adriani, Tübingen 1971; W. F. Arntz, Artikel Willi Baumeister, in: Kindlers Malerei Lexikon Bd. 1, München 1976; René Hirner, Willi Baumeisters Kunsttheorie und der Streit um die moderne Kunst in Deutschland nach 1945, Dissertation (in Vorbereitung). Weiteres in: LbBW 5 Nr. 11062-11064; 6 Nr. 14366/67; 7 Nr. 5661; 9 Nr. 6442-6444; 10 Nr. 5883-5893
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