Beyerle, Josef Ernst 

Geburtsdatum/-ort: 27.08.1881;  Hohenstadt (Ostalbkreis)
Sterbedatum/-ort: 02.06.1963;  Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • Jurist, Zentrums- und CDU-Politiker, Gegner des NS-Regimes, württembergischer und württemberg-badischer Justizminister
Kurzbiografie: 1887-1892 Volksschule in Hohenstadt
1892-1896 Lateinschule in Rottenburg
1896-1900 Humanistisches Gymnasium Ehingen, Abitur
1900-1905 Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen und Berlin, 1905 Gerichtsreferendar
1905-1908 Gerichtsreferendar in Heidenheim, Ellwangen und Stuttgart, 1908 Gerichtsassessor
1908-1910 Mitarbeiter im Anwaltsbüro Dr. Kauffmann, Stuttgart
1910-1911 Gerichtsassessor beim Landgericht Tübingen und beim Grundbuchamt Ulm
1911-1913 Gerichtsassessor im Königlichen Justizministerium
1913-1915 Amtsrichter (Ministerialsekretär)
1915-1918 Landrichter (Ministerialsekretär)
1918 (09.10.) Landgerichtsrat (Kanzleidirektor)
ab 1919 im Justizministerium des Volksstaates Württemberg, 1921-1923 dortselbst Oberregierungsrat
1923-1933 (15.03.) Justizminister
1933 (bis 31.12.) Wartestand
1934 (01.01.-30.11.) Landgerichtsrat mit der Dienstbezeichnung Oberlandesgerichtsrat beim Oberlandesgericht Stuttgart
1934-1945 (13.06.) Oberlandesgerichtsrat
1945 (14.06.) Von der französischen Militärregierung ernannter Landesdirektor für Justiz
1945 (24.09.) Von der amerikanischen Militärregierung ernannter Justizminister
1946 (20.12.) vom Landtag gewählter württemberg-badischer Justizminister (bis 1951)
1949 (26.02.)-1951 (11.01.) gleichzeitig stellvertretender Ministerpräsident
1949-1951 Mitglied des Bundesrates
1948 Vorsitzender des Grundsatzausschusses beim Verfassungskonvent in Herrenchiemsee
1951-1952 Richter am Staatsgerichtshof des Landes Württemberg-Baden
1955-1958 Richter am Staatsgerichtshof des Landes Baden-Württemberg
1951-1963 Mitarbeit in kirchlichen Verbänden (Caritas), Gründungsmitglied der Katholischen Akademie Hohenheim
Weitere Angaben zur Person: Religion: römisch-katholisch
Auszeichnungen: Dr. jur. h.c. der Universität Tübingen (1927)
Ehrenbürger der TH Stuttgart (1929)
Ehrenbürger von Hohenstadt (1931)
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband (1951)
Goldene Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg (1961)
Päpstlicher Gregoriusorden (1962)
Verheiratet: 1914 Hohenstadt, Elisabeth, geb. Reuleaux (1893-1943)
Eltern: Anton Beyerle (1844-1925), Gräflich-Adelmannscher Rentamtmann
Maria Anna, geb. Schmid (1851-1914)
Geschwister: 1
Kinder: 5 (die Söhne Bernhard und Josef blieben im Zweiten Weltkrieg)
GND-ID: GND/118510525

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 2, 40-44
Quellen: Mitteilungen von Studiendirektorin i.R. Marie-Antonia Beyerle, Stuttgart, und Monsignore Professor Hermann Beyerle, Friedrichshafen; Personal-Akte Josef Beyerle im Justizministerium des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart; Nachlaß Josef Beyerle im Archiv für Christlich-Demokratische Politik, Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin bei Bonn; Das Oberlandesgericht Stuttgart, in: Kalender für Reichsjustizbeamte 1936, 2. Teil, bearb. im Büro des Reichsjustizministeriums, 375-376
Nachweis: Bildnachweise: in: Gebhard Müller, Ein Mann der Rechtlichkeit und Güte (siehe Literatur); Halbrelief (Entwurf von Prof. Brachert, Ausführung Hermann Kress) am Eingang des 1956 wiederaufgebauten Gebäudes des Oberlandesgerichts Stuttgart (in der Freiplastik „Gesetz und Recht und Freiheit“)

Literatur: (Auswahl) Ausführungen von Ministerialdirektor Möbus am 15.1.1951, nachdem sich Herr Mininister Dr. Beyerle von seinen Mitarbeitern verabschiedet hatte (Manuskript), in: Personal-Akte Josef Beyerle (siehe Quellen); Walter Grube, Der Stuttgarter Landtag 1457-1957, 1957; Dr. Wolfgang Haußmann, Abschied von Dr. Josef Beyerle, in: Staatsanzeiger von Baden-Württemberg vom 19.06.1963; Reinhold Maier, Ein Grundstein wird gelegt, Die Jahre von 1945-1947, 1964; Heinrich Köhler, Lebenserinnerungen des Politikers und Staatsmannes 1878-1949, unter Mitarbeit von Franz Zilken hg. von Josef Becker mit einem Geleitwort von Max Miller, 1964; Reinhold Maier, Erinnerungen 1948-1953, 1966; Beyerle, Josef, in: BWG, 10. Bd. Teil 2, Nr. 9469, 1970; Paul Sauer, Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus, 1975; ders., Demokratischer Neubeginn in Not und Elend. Das Land Württemberg-Baden von 1945-1952, 1978; Hundert Jahre Gerichtsverfassung, Oberlandesgerichte Karlsruhe und Stuttgart 1879-1979, hg. vom Justizministerium Baden-Württemberg, Verf.: Ortwin Henssler, 1979; Gebhard Müller, Ein Mann der Rechtlichkeit und Güte, Zum Gedenken an Josef Beyerle, Justizminister von 1923-1933 und von 1945-1951, in: Beiträge zur Landeskunde, Regelmäßige Beilage zum Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Nr. 5 vom Oktober 1981; Josef Beyerle, Beispiel eines christlichen Politikers, Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Stuttgart am 14. September 1981 mit Vorträgen von Bruno Heck (Einführung), Heinz Eyrich (Josef Beyerle und der Aufbau der Justiz nach dem Zusammenbruch), Albert Pfitzer (Persönlichkeit und Leistung), bearb. von Günter Buchstab, 1981; Von der Ständevertretung zum demokratischen Parlament, Geschichte der Volksvertretungen in Baden-Württemberg, hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Redaktion: Günther Bradler, Franz Quarthal, 1982; Paul Feuchte, Verfassungsgeschichte von Baden-Württemberg, 1983; Otto Borst (Hg.), Das Dritte Reich in Baden und Württemberg, 1988; Beyerle, Josef, in: LbBW Bd. 5 (Literatur der Jahre 1981-1982), Nrn. 11138-11139, 1989; Joachim Köhler, Josef Beyerle, in: Katholiken in Stuttgart und ihre Geschichte, hg. von Joachim Köhler unter Mitarbeit von anderen, 1990; Der Weg zum Südweststaat, hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Bearb. und Red.: Jörg Thierfelder und Uwe Uffelmann, Karlsruhe 1991; Frank Raberg, „Wir konnten uns nur die Finger verbrennen“ – Die Stuttgarter Landesverwaltung als Keimzelle der ersten Landesregierungen, in: Beiträge zur Landeskunde, Regelmäßige Beilage zum Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Oktober 1992; 40 Jahre Baden-Württemberg, Aufbau und Gestaltung 1952-1992, Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg und in Verbindung mit der amtlichen Landesbeschreibung hg. von Meinrad Schaab, Mitredaktion Hildegard Schaab, 1992; Günter Buchstab, Josef Beyerle, in: Zeitgeschichte in Lebensbildern, Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts, Bd. 7, 1994; F. Raberg, „Vielleicht wird ein Höherer unsere Arbeit segnen“. Josef Beyerle und die politische Neuordnung in Württemberg 1945, in: ZWLG 55 (1996), 313-361; LB 5; Munzinger-Archiv 1963
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