Jellinek, Walter 

Geburtsdatum/-ort: 12.07.1885; Hütteldorf bei Wien
Sterbedatum/-ort: 09.06.1955;  Heidelberg
Beruf/Funktion:
  • Staats- und Verwaltungsrechtslehrer
Kurzbiografie: 1903 Abitur am Großherzoglichen Gymnasium Heidelberg
1903-1907 Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg, Freiburg und Berlin
1904-1905 Militärdienst (Einjährig-Freiwilliger) in Freiburg
1907 I. Staatsexamen in Karlsruhe
1907-1910 Praktische juristische Ausbildung in Heidelberg, Schwetzingen und Freiburg
1908 Promotion in Straßburg „Der fehlerhafte Staatsakt und seine Wirkungen“
1911 II. Staatsexamen in Karlsruhe
1912 Habilitation in Leipzig „Gesetz, Gesetzesanwendung und Zweckmäßigkeitserwägung“
1912-1913 Privatdozent an der Universität Leipzig
1913-1914 Planmäßiger außerordentlicher Professor für Öffentliches Recht an der Universität Kiel
1914-1918 Kriegsdienst: bis 1917 Leutnant bzw. Oberleutnant der Feldartillerie an der Westfront, danach bei der Artillerie-Prüfungskommission Berlin
1919-1928 Professor an der Universität Kiel
1928 Rektor der Universität Kiel
1929-1955 Professor an der Universität Heidelberg
1935-1945 Zwangsweise in den Ruhestand versetzt, danach Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit
Weitere Angaben zur Person: Religion: konfessionslos/evangelisch
Verheiratet: 1914 Karlsruhe, Irmgard, geb. Wiener (1891-1976)
Eltern: Georg (1851-1911), Professor für Staatsrecht in Wien, Basel und Heidelberg
Camilla, geb. Wertheim (1880-1940), Hausfrau und bekannte Frauenrechtlerin
Geschwister: Dora, verh. Busch (1888-1992)
Paula (1892-1981)
Otto (1896-1943)
zwei früh verstorbene Brüder
Kinder: 3 Töchter, 2 Söhne
GND-ID: GND/118711997

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3, 176-178
Quellen: BA Koblenz, Nachlaß N 1242; GLA Karlsruhe 236/18085; UA Heidelberg (Personalakte)
Werke: Revolution und Reichsverfassung. Bericht über die Zeit vom 9. November 1918 bis 31. Dezember 1919, in: Jahrbuch des Öffentlichen Rechts IX (1920), 1-128; Verfassung und Verwaltung des Reiches und der Länder, 1925; Verwaltungsrecht, 1928, ND 1966; Verfassungsreform im Rahmen des Möglichen, in: Reich und Länder 6 (1932), 267-271; Le Droit public de l’Allemagne en 1934, in: Annuaire de l’Institut International de droit public 1935, 350-363; Grundgesetz und Wehrmacht, in: Die Öffentliche Verwaltung 5 (1951), 541-546; Bibliographie, in: Forschungen und Berichte aus dem Öffentlichen Recht. Gedächtnisschrift für Walter Jellinek, hg. von Otto Bachof u.a. 1955, 647-652
Nachweis: Bildnachweise: Forschungen und Berichte (siehe Werke), Fotos im BA Koblenz und im UA Heidelberg

Literatur: Erwin Jacobi, In memoriam Walter Jellinek. Rede in der Gedenkstunde der Universität Heidelberg, 1955; Jan Ziekow, Die Einhelligkeit der Rechtsentscheidung. Zu Leben und Werk Walter Jellineks, in: Archiv des öffentlichen Rechts 111 (1986), 219-230; Dieter Grimm, Verfassungserfüllung – Verfassungsbewahrung – Verfassungsauflösung. Positionen der Staatsrechtslehre in der Staatskrise der Weimarer Republik, in: Die deutsche Staatskrise 1930-1933. Handlungsspielräume und Alternativen, hg. von Heinrich August Winkler, 1992, 183-199; Christian Jansen, Professoren und Politik. Politisches Denken und Handeln der Heidelberger Hochschullehrer 1914-1935, 1992; ders., Mehr pragmatisch denn liberal. Politische Initiativen und Argumentationsmuster von Walter Jellinek, Gustav Radbruch und Willy Hellpach im Kontext der Wiedereröffnung der Universität Heidelberg, in: Heidelberg 1945, hg. von Jürgen C. Heß u.a., 1996, 173-196; Klaus Kempter, Die Jellineks (1820-1955), Eine familienbiographische Studie zum deutschjüdischen Bildungsbürgertum, 1998; ders., Ein Rechtsprofessor im Konflikt mit der NS-Rassengesetzgebung: der Fall Walter Jellinek, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 46. Jg 1998, 305-319
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