von Schillings (württembergischer Personaladel), Max Emil Julius 

Geburtsdatum/-ort: 19.04.1868; Düren
Sterbedatum/-ort: 24.07.1933; Berlin
Beruf/Funktion:
  • Komponist, Generalmusikdirektor
Kurzbiografie: 1868 Kindheit auf Gut Weyerhof in Gürzenich bei Düren
1878 Trennung der Eltern; Umzug mit der Mutter auf den Malteserhof in Römlinghoven bei Bonn; Besuch des Königlichen Gymnasiums Bonn; erster Musikunterricht
um 1881 erste Kompositionen
1882 Begegnung des Vierzehnjährigen mit Richard Wagner in Bayreuth
1889 Beginn des Jurastudiums in München, Abbruch nach einem Semester
ab 1890 Musikstudium (auf Anraten von Richard Strauss); erste Veröffentlichungen eigener Kompositionen
1892 Musikalischer Assistent in Bayreuth; Bekanntschaft mit dem Wagner-Dirigenten Felix Mottl und dem Komponisten Engelbert Humperdinck; 1. Okt. Heirat der Cousine Caroline Peill
1898 Gründung der Genossenschaft Deutscher Tonsetzer (zusammen mit Richard Strauss)
bis 1908 Aufenthalt in München, Kontakte zu Ludwig Thuille (Komponist), Hermann Levi (Dirigent), Richard Strauss; Durchbruch als freischaffender Komponist (u.a. Opern „Ingwelde“, Uraufführung 1894, „Der Pfeifertag“, Uraufführung 1899, und „Moloch“, Uraufführung 1906, Sinfonische Dichtungen); Musikalischer Lehrer von Wilhelm Furtwängler und Robert Heger
1903 Ernennung zum Königlich-Bayerischen Prof. durch Prinzregent Luitpold
1908-1918 Musikalischer Assistent, später General-Musikdirektor in Stuttgart; Erfolge als Dirigent (Oper; Orchesterkonzerte)
1909/10 Stuttgarter Erstaufführungen von Sinfonien (2. und 4.) von Gustav Mahler durch Schillings
1910-1920 Präsident des Allgemeinen Deutschen Musikvereins (ADMV)
1911 Mitglied der Musik-Sektion der Preußischen Akademie der Künste Berlin
1912 Eröffnung des neuerbauten Stuttgarter Opernhauses mit der Uraufführung der neuen Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“
1914/15 Sanitätssoldat, Entlassung wegen Lungenentzündung
1915 Uraufführung der Oper „Mona Lisa“ in Stuttgart
1919-1925 Intendant der Preußischen Staatsoper Unter den Linden
1923 Scheidung, Heirat der Opernsängerin Barbara Kemp
1924-1932 Leiter der Zoppoter Waldopern-Festspiele
1926 Generalmusikdirektor in Riga
1929 Erste Rundfunkaufnahmen
1930 Als Nachfolger von Richard Strauss Vorsitzender der Genossenschaft Deutscher Tonsetzer
1932 Nachfolger von Max Liebermann als Präsident der Akademie der Künste
1933 Entlassung bedeutender Künstler aus der Akademie durch Schillings; Intendant der Städtischen Oper Charlottenburg; 24. Jul. Tod durch Embolie nach einer Darmkrebs-Operation
Weitere Angaben zur Person: Religion: rk.
Auszeichnungen: Ehrendoktor der Universität Heidelberg (1911); Erhebung in den persönlichen Adelsstand und Verleihung des Ordens der Württembergischen Krone durch König Wilhelm II. (1912); Beethovenpreis des Staates Preußen (1932)
Verheiratet: 1. 1892 Caroline Peill (geschieden 1923)
2. 1923 Barbara Kemp (geb. 12. 12. 1881 Cochem, gest. 17. 4. 1959 Berlin), Opernsängerin
Eltern: Vater: Carl Schillings, Landwirt bei Düren, Bürgermeister von Birgel
Mutter: Johanna Antonia (gest. Dez. 1885)
Geschwister: Karl Georg (1865-1921), Prof. Dr., Zoologe und Forschungsreisender
Viktoria (geb. 1870)
Kinder: Erich (1893-1927)
Waldemar (1897-1898)
Erna (geb. 1903)
GND-ID: GND/11875503X

Biografie: In: Württembergische Biographien 1, 232-236
Quellen: Akten und Schriftgut des Württ. Staatstheaters im StAL; NL M. Von Schillings im StadtA Düren; Bayerische Staatsbibliothek München (Musikabteilung); Dt. Rundfunkarchiv Frankfurt (historische Tonaufnahmen).
Werke: (in Auswahl, in Klammern Entstehungs- oder Uraufführungsjahre): ausführliche Werkverzeichnisse bei Beck, Raupp, Detig, MGG, Riemann, Grove (s. Literatur); Opern: Ingwelde (1894); Der Pfeifertag (1899); Moloch (1906); Mona Lisa (1915); Orchesterwerke: 2 symphonische Phantasien (Meergruß, Seemorgen), op. 6 (1895); Symphonischer Prolog zu Sophokles’ „Oedipius“, op. 11 (1900); Musik zu Aeschylos’ „Orestie“, op. 12 (1901); Musik zu Goethes „Faust I“, op. 24 (1908); Violinkonzert, op. 25 (1909); Kammermusik: Streichquartett, op. 1b (1887); Streichquintett, op. 32 (1917); Klavierstücke, op. 36 (1932); Melodramen: Kassandra (Schiller), Das Eleusische Fest (Schiller), op. 9 (1898); Das Hexenlied (Wildenbruch), op. 15 (1903); Chorwerke a cappella, zahlreiche Lieder.

Literatur: (Auswahl) August Richard, M. von Schillings, 1922; Meyers Konversations-Lexikon 7. Aufl., 1929; Hugo, Riemann, Musiklexikon, hg. von Alfred Einstein, 11. Aufl. 1929; Joachim Beck, M. von Schillings, Gesamtverzeichnis seiner Werke, 1934, Wilhelm Raupp, M. von Schillings. Der Kampf eines deutschen Künstlers, 1935 (Anm.: Biographie aus NS-ideologischer Perspektive, ausführliches Werkverzeichnis); Maria Ottich, in: MGG 11, 1963; Joseph Geuenich/Karl Strahn, Gedenkschrift M. von Schillings zum 100. Geburtstag (Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes, hg. vom Dürener Geschichtsverein),1968; Dieter Kühn, Löwenmusik. Essays, 1979; Bernd-Peter Schaul, Die Kgl. Hoftheater von Max Littmann. Aspekte ihrer Entstehung, in: Die Oper in Stuttgart. 75 Jahre Littmann-Bau, hg. vom Staatstheater Stuttgart, 1987; Roswitha Schlötterer, Richard Strauss – M. von Schillings. Ein Briefwechsel, 1987; Regula Rapp, Stuttgart. Historische Stationen des Musiklebens, 1992; Ulla Zierau, Die veristische Oper in Deutschland. Eine Untersuchung der deutschen veristischen Oper vom Plagiat zur Eigenständigkeit, 1994; Franz Joseph Hall, Monika Rothmaier-Szúdy, Manfred Schnabel, M. von Schillings. Beiträge zu einer Biographie, hg. vom Freundeskreis Theater Düren e.V., Erna-Schiefenbusch-Gesellschaft, 1996; Christian Detig, Deutsche Kunst, deutsche Nation. Der Komponist M. von Schillings (Kölner Beiträge zur Musikforschung, Bd. 201), 1998 (hier auch ausführliches Werkverzeichnis und weiterführende Literatur); The New Grove – Dictionary of Music and Musicians (Grove), Bd. 22, 2001.<br /> Tonträger mit Werken von Schillings: Die Rundfunkanstalten der ARD und die deutsche Tonträgerindustrie haben zahlreiche Produktionen von Werken von Schillings eingespielt. Diese werden in den Archiven der ARD aufbewahrt bzw. die Industrieaufnahmen sind z.T. im Handel erhältlich (Stand August 2003): Historische Aufnahmen mit Werken von Schillings oder unter dem Dirigat von Schillings (Werke von Beethoven, Boito, Schillings, Schubert, Wagner, Weber, entstanden zwischen 1925 und 1933) werden im Deutschen Rundfunkarchiv Frankfurt aufbewahrt.
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