Ehinger, Otto Jakob 

Geburtsdatum/-ort: 08.07.1882;  Meersburg
Sterbedatum/-ort: 13.08.1979;  Meersburg
Beruf/Funktion:
  • Jurist, Schriftsteller, Bürgermeister
Kurzbiografie: 1894 Eintritt Gymnasium Konstanz
1902 Abitur; Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München (2) und Freiburg (6); zusätzlich einige nicht datierte Auslandssemester an der Sorbonne, in London und Rom
1906 Erste Staatsprüfung; Großherzoglich badischer Rechtspraktikant
1908 Promotion zum Dr. jur. über Geschichte und Motive der Bestrafung der Fruchtabtreibung bei Prof. Richard Schmidt an der Universität Freiburg/Br.; auf eigenen Wunsch Entlassung aus dem Staatsdienst
1910ff. Auslandsreisen
1919 Kandidatur zugunsten der DDP für die Badische Nationalversammlung
1920ff. Schriftsteller und Journalist; Geschäftsmann in Meersburg
1945 FDP-Stadtratsmandat
1946-1948 Bürgermeister in Meersburg: Betrieb der Pension Ödenstein
1968 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens
Weitere Angaben zur Person: Religion: römisch-katholisch, Dissident
Verheiratet: 1. 1910 Niedergrund a.d. Eger, Kasia von Szadurska (1886-1942), Malerin, geschieden 1935
2. 1958 Meersburg, Thea, geb. Haaga (1897-1982)
Eltern: Josef Alois Ehinger (1854-1927), Brauereibesitzer
Anna, geb. Frey (?-1944)
Geschwister: Frieda, Karl, Franz, Maria, Anna
Kinder: aus 1. Ehe Tillmann (* 1920); Thorgrim (* 1923)
GND-ID: GND/119243091

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 2, 101-103
Quellen: UA Freiburg/Br. (Bestand B 29); GLA (Dienerakten) sowie privat (äußerst geringer Umfang)
Werke: Geschichte der Motive der Abtreibungsbestrafung. 1. Teil von Otto Ehinger 1908; Ursprung und Entwicklungsgeschichte der Bestrafung der Fruchtabtreibung und deren gegenwärtiger Stand in der Gesetzgebung der Völker (Zusammen mit Wolfram Kimmig), 1910 (= erweiterte Dissertation); Die sozialen Ausbeutungs-Systeme, ihre Entwicklung und ihr Zerfall für Fachleute und Laien, 1912. Zu den Beiträgen in Zeitungen und Zeitschriften (ca. 15) vgl. M. Bosch/P. Salomon (Hg.), Otto Ehinger, Jurist, Schriftsteller, Bürgermeister – vor allem aber unabhängig, 1994
Nachweis: Bildnachweise: M. Bosch/P. Salomon (Hg.), Otto Ehinger, 1994

Literatur: J. Kühn, Gescheiterte Sprachkritik. F. Mauthners Leben und Werk. 1975, 267; Altbürgermeister Dr. Otto Ehinger erhielt das Bundesverdienstkreuz, in: Südkurier (Ausgabe Überlingen), 25.01.1967; Altbürgermeister Dr. Otto Ehinger 95 Jahre alt, in: Südkurier (Ausgabe Überlingen), 14.07.1977; Altbürgermeister Dr. Otto Ehinger feierte seinen 95 Geburtstag, in: Mitteilungsblatt Meersburg Hagnau Stetten Daisendorf Nr. 28 vom 14.07.1977, 5; Würdigung kultureller Verdienste, in: Südkurier, 23.08.1979; Nachruf. Am Grab von Altbürgermeister Dr. Otto Ehinger, in: Mitteilungsblatt Nr. 33 vom 30.08.1979, 2f.; anonym, Der Weise und die Welt. F. Mauthner, aus der Nähe gesehen, in: Glaserhäusle. Meersburger Blätter für Politik und Kultur 1, 1981, H. 1, 5; P. Brandt, R. Rürup, Volksbewegung und demokratische Neuordnung in Baden 1918/19. Sigmaringen 1991, 157; M. Bosch, Selbsterlösung oder „Charakter bis zum Verrecken“. Der „politische Schriftsteller“ Otto Ehinger, in: Glaserhäusle 12, 1992, H. 13, 32ff.; M. Bosch/P. Salomon (Hg.), Otto Ehinger: Jurist, Schriftsteller, Bürgermeister – vor allem aber unabhängig, Eggingen 1994; M. Bosch, Über das Recht, seine Überzeugung zu verleugnen; in: ders., Bohème am Bodensee, 1997, 227-231
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