Mahler, Sepp (eigentlich Josef) 

Geburtsdatum/-ort: 30.05.1901;  Bad Wurzach
Sterbedatum/-ort: 11.10.1975;  Wangen/Allgäu
Beruf/Funktion:
  • Bildender Künstler, Autor
Kurzbiografie: 1907-1914 Volksschule Bad Wurzach und Realschule Bad Waldsee
1915 Lehre als Dekorationsmaler an der Städtischen Gewerbeschule München
1918 Arbeit als Torfstecher bei Kißlegg
1919 Erste Gedichte
1920-1921 Abendkurse an der Kunstgewerbeschule Stuttgart
1922-1923 Zeichenklasse an der Kunstakademie Stuttgart (Arno Waldschmidt)
1923-1929 Vagabundenzeit, die ihn als Tramp und Wanderarbeiter durch ganz Europa und in den Vorderen Orient führt
1924 Ausstellung in der „Sturm“-Galerie Herwarth Waldens
1929 Rückkehr nach Wurzach; Kontakt zu Gregor Gog und seiner „Internationale der Vagabunden“
1930 Ausstellung in den Galerien Schaller und Valentin, Stuttgart
1933 Polizeiliches Verbot einer Ausstellung mit O. Schlemmer. 46-tägige Schutzhaft (Dunkelhaft) in Leutkirch; Beschlagnahme von Bildern und Zeichnungen. Diffamierende Presseberichte im NS-Kurier
1935 Stellt nochmals in Berlin (Gurlitt, G. Rosen) aus. Ablehnung der Aufnahme in die Reichskulturkammer
1941 Militärdienstliche Verwendung wegen Herzleidens als Gefangenenaufseher in einem russischen Lager bei Stettin
1942 Ausbruch eines Nervenfiebers, Lazarett in Esslingen
1943 Heimkehr nach Wurzach
1946 Beginn zahlreicher Ausstellungen, zunächst in Berlin, Stuttgart und Hamburg, später vorwiegend im südwestdeutschen Raum
1967 Erste Veröffentlichung von Gedichten
1991 Eröffnung des Sepp Mahler-Museums im Leprosenhaus in Bad Wurzach
Weitere Angaben zur Person: Religion: römisch-katholisch
Verheiratet: 1943 Wurzach, Gertrud, geb. Knausenberger (* 1909)
Eltern: Josef (1864-1916), Torfmeister
Antonie, geb. Schnell (1864-1934)
Geschwister: keine
Kinder: Adelgund (* 1944)
GND-ID: GND/120105896

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3, 232-234
Werke: Volksbildungswerk Schussenried (Hg.), Linolschnitte und Gedichte 1924-1963, 1967; Landkreis Wangen (Hg.), Sepp Mahler, der Moormaler von Bad Wurzach (Kartenmäppchen), 1971; Schloßhofgalerie Kißlegg (Hg.), Linolschnittmappe mit 6 Originalbezügen, 1974; Ich der Lump, Philosoph der Straße. Das literarische Werk. Gedichte, Prosa Dokumente, Bilder, 1984. – Bilder u.a. in der Staatsgalerie Stuttgart und vielen öffentlichen Sammlungen
Nachweis: Bildnachweise: Ich der Lump (vgl. Werke)

Literatur: Siglinde Klein-Schiller, Der Wurzacher Riedmaler Josef Mahler. Sein Leben und sein Werk. Zulassungsarbeit an der PH Weingarten, 1964; Werner Knobloch, Oberschwaben. Gesichter einer Landschaft, 1971; Thaddäus Troll, Preisend mit viel schönen Reden, 1972; Volkshochschule und Sparkasse Ehingen (Hg.), Sepp Mahler 1901-1975. Querschnitte aus 60 Jahren seines Schaffens, 1976; Otto Frisch, Bad Wurzach. Geschichte und Entwicklung einer oberschwäbischen Bäderstadt, 1975, 128f.; Schloßhofgalerie Kißlegg (Hg.), Landschaft Oberschwaben-Bodensee in der Kunst des 20. Jahrhunderts, 1975; Manfred Schlude, Sepp Mahler, der Moormaler von Bad Wurzach. Biographie und künstlerischer Werdegang (Zulassungsarbeit), 1975; Andre Ficus (Hg.), Sezession Oberschwaben Bodensee. Maler und Bildhauer in einer Landschaft 1947-1977, 1977, 30f. und passim; Josef W. Janker, Ansichten und Perspektiven, Bd. 7, 1979; Klaus Trappmann (Hg.), Landstraße, Kunden, Vagabunden. Gregor Gogs Liga der Heimatlosen, 1980; Rainer Zimmermann, Die Kunst der verschollenen Generation, 1980; Gisela Linder, Das Wurzacher Leprosenhaus soll Museum für Sepp Mahler werden. In: Schwäbische Heimat 32, 1981, H. 4, 262-265; Künstlerhaus Bethanien (Hg.), Wohnsitz: Nirgendwo. Vom Leben und vom Überleben auf der Straße (Ausstellungskatalog), 1982, 343-368; Talente von der Straße. In: Stern Nr. 5 vom 28.01.1982; Gisela Linder (Hg.), Kunst der Moderne, Bd. II, 1983 (= Kunst am See, 11); Walter Münch, Sepp Mahler. In: ders., Lob der Kunst. Reden. Hg. von Landkreis und Kreissparkasse Ravensburg, 1986; Manfred Bosch, Sepp Mahler – Vagabund der Seele (Nachwort). In: Ich der Lump ..., 197-215; ders., Sepp Mahler – Vagabund der Seele. In: Schwäbische Heimat 38, 1987, H. 3, 180-185; Günther Wirth, Verbotene Kunst 1933-1945. Verfolgte Künstler im deutschen Südwesten, 1987, 110f. und passim; Stadt Bad Wurzach (Hg.), Kunstausstellung Sepp Mahler 13.3.-30.5.1988 (Ausstellungskatalog), Bad Wurzach 1988; Hans-Peter Beck, Sepp Mahler. Zum 15. Todesjahr des Maler-Poeten (Ausstellungskatalog), 1990; Verein der Freunde und Förderer des Leprosenhauses Bad Wurzach e.V. (Hg.), Sepp Mahler. Vagabund, Maler und Poet, o.J. (1991); Kulturgemeinschaft Kressbronn (Hg.), Sepp Mahler, 1991; Hans-Dieter Mück (Hg.), Klassische Moderne im deutschen Südwesten. Die Sezession Oberschwaben-Bodensee. Mitglieder und Ausstellungen 1947-1957, 1993, 196-208; Elmar L. Kuhn u.a. (Hg.), Gruppenbild vor Landschaft. Die Sezession Oberschwaben-Bodensee 1947-1985, 1997, passim; Thomas Knubben (Hg.), Sepp Mahler. Sonnenlichttönentag. Ausstellungskatalog Ravensburg 2001
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