Steiner, Ulrich 

Geburtsdatum/-ort: 21.08.1908;  Laupheim
Sterbedatum/-ort: 25.12.1961; München
Beruf/Funktion:
  • CDU-Politiker, Gutsbesitzer
Kurzbiografie: 1920 Abitur in Laupheim
1929 Eintritt in den „Stahlhelm“
1929-1933 Studium der Rechtswissenschaften in München, dann in Tübingen (Wechsel zur Volkswirtschaft)
1932 Eintritt in die NSDAP; 1933 ausgeschlossen
1935 Übernahme des Schloßguts und des Familienbetriebs
1939 Wehrmacht, 1940 als „nicht wehrwürdig“ entlassen
1944 Inhaftierung nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli
1945 III Befreiung aus dem Arbeitslager Leimbach durch Amerikaner, (Juli) stellvertretender Bürgermeister von Laupheim
1946 I.23. Mitunterzeichner des Zulassungsantrags der CDU Laupheim. (17.04.) Steiner und Adolf Pirrung zu Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Biberach gewählt. (22.06.) Auf der 2. Landesversammlung der CDU in Sigmaringen 2. Vorsitzender des Landesvorstands, (17.11.) Wahl in die Beratende Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern (BLWH), (22.11.) 1. Sitzung der BLWH; Vorsitzender der CDU-Fraktion und des Verfassungs-Ausschusses, außerdem im Ältestenrat
1946/47 Geschäftsführender Vorsitzender der württemberg-hohenzollerischen CDU nach dem Rücktritt von Franz Weiß
1947 II.05./06. Wahl in den vorläufigen Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der CDU/CSU Deutschlands (ARGE); Wahl in den Außenpolitischen Ausschuß dieses Gremiums (bis 1950), (29.03.) Auf dem Landesparteitag in Biberach zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt; zwei Tage später Rücktritt von allen Parteiämtern
1947 Gründung des eigenen Verlags
1948-1957 Initiator, Gastgeber und Vorsitzender des „Laupheimer Kreises“
1950 Rückzug aus dem CDU-Landesvorstand
1961 Verkauf großer Teile des Besitzes an die Stadt Laupheim
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: unverheiratet
Eltern: Adolf Wohlgemut (Mut) (1876-1957), Diplomlandwirt, Gutsverwalter
Ruth, geb. von Kalckreuth (1879-1955)
Geschwister: Marie Luise (1905-1980), verh. Gräfin Leutrum von Ertringen
Kinder: 1 Sohn (* 1958)
GND-ID: GND/121509656

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3, 391-393
Quellen: Nachlaß Steiner im ACDP, St. Augustin (1-247); Korrespondenz zum Rücktritt 1947 im Nachlaß Gebhard Müller (HStAS Q1/35, Bü D 40, dort auch die von Steiner selbst erarbeitete Aufstellung „Verfolgungen und Schäden durch das 3. Reich“ vom 11.01.1946); Schriftliche Auskünfte von Frank Häußler, Tübingen (vom 09. und 27.05.1995); Niederschriften über die Sitzungen des Verfassungs-Ausschusses der Beratenden Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern (StAS Wü 1/1); Adenauer. Briefe 1945-1947, bearb. von Hans-Peter Mensing (Rhöndorfer Ausgabe, hg. von Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz), 1983, 437-440 und 730ff. („Notiz über die Sitzung des Arbeitsausschusses der CDU aller Zonen in Königstein/Taunus am 5. und 6.2.1947“); Im Zentrum der Macht. Das Tagebuch von Staatssekretär Lenz 1951-1953, bearb. von Klaus Gotto, Hans-Otto Kleinmann und Reinhard Schreiner (Quellen und Forschungen zur Zeitgeschichte 11), 1988, 33, 155, 444, 559, 669, 704; Die Unionsparteien 1946-1950. Protokolle der Arbeitsgemeinschaft der CDU/CSU Deutschlands und der Konferenzen der Landesvorsitzenden, bearb. von Brigitte Kaff (Quellen und Forschungen zur Zeitgeschichte 17), 1991, 19, 21, 23, 32, 56, 66ff., 80, 95, 784
Werke: (Auswahl) Worte in schwerer Zeit, 1946; Lob der Duldsamkeit, in: Schwäbische Zeitung (24.05.1946), unter dem Titel „Toleranz und Weltgefühl“ auch in: Stuttgarter Zeitung (25.05.1946); Die Grundlagen der CDU, in: Schwäbische Zeitung (04.06.1946); Wir Protestanten in der Union, in: Schwäbisches Tagblatt (16.08.1946); Partei und Persönlichkeit, in: Schwäbische Donau-Zeitung (21.08.1946); vor dem Fest, in: Schwäbische Zeitung (19.12.1947); Schluß mit den querelles allemandes, in: Schwäbische Donau-Zeitung (21.03.1952); Nachdenklich heitre Plaudereien – Bad Mergentheimer „Elegien“, 1960; Gedichte, 1960; Herbstzeitlose. Gedichte, 1961
Nachweis: Bildnachweise: Gemälde von Hommel (1959), abgebildet in Gedichte (vgl. Werke)

Literatur: Hans Georg Wieck, Christliche und Freie Demokraten in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg 1945/46 (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 10), 1958, 179, 182f., 186; Eberhard Konstanzer, Die Entstehung des Landes Baden-Württemberg, 1969, vor allem 50f.; Georg Schenk, Kilian Steiner. Jurist, Finanzmann, Landwirt, Mitbegründer von Schillerverein und Schiller-Nationalmuseum 1833-1903, in: Lebensbilder aus Schwaben und Franken 11 (1969), 312-326, bes. 316ff.; Hans Speidel, Aus unserer Zeit. Erinnerungen, 1977, 244ff.; Uwe Dietrich Adam, Die CDU in Württemberg-Hohenzollern, in: Paul-Ludwig Weinacht (Hg.), Die CDU in Baden-Württemberg und ihre Geschichte (SpLBW 2), 1978, 176, 180, 182; ders., Parteien und Wahlen, in: Max Gögler und Gregor Richter in Verbindung mit Gebhard Müller (Hg.), Das Land Württemberg-Hohenzollern 1945-1952. Darstellungen und Erinnerungen, 1982, 125-156, hier 136; Kurt Diemer, 1946 – Das erste Jahr. Zur Frühgeschichte der CDU im Altkreis Biberach, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach 9 (1986), H. 2, 41-45; Kurt Georg Kiesinger, Dunkle und helle Jahre. Erinnerungen 1904-1958, 1989, 327; Frank Häußler, Ulrich Steiner. Eine politische Karriere im Nachkriegsdeutschland (Magisterarbeit, Historisches Institut der Universität Tübingen, 1995)
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