Danksin, Franz 

Geburtsdatum/-ort: 14.10.1894;  Lörrach
Sterbedatum/-ort: 10.03.1973; Basel
Beruf/Funktion:
  • Maler
Kurzbiografie: 1942 Zerstörung des Ateliers in Karlsruhe mit einem Teil des Werks
1945 Übersiedlung nach Basel
1958 Reise nach Ägypten und Griechenland
1965 Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum Wuppertal und im Nansenhaus Lörrach
1971 Ausstellung im Freundeskreis Bildender Künstler „Palette“ in der Stadthalle Freiburg
Weitere Angaben zur Person: Religion: ev.
Verheiratet: Dorothea, geb. Schievelbein, Bildhauerin
GND-ID: GND/129729140

Biografie: Berthold Hänel (Autor)
Aus: Badische Biographien NF 1 (1982), 91

Der in Lörrach geborene Danksin wuchs hier und in Basel auf. Eine Zeichenlehre unterbrach der erste Weltkrieg, an dem Danksin teilnehmen mußte und 1915 an der Front schwer verwundet wurde. Nach dem Krieg besuchte er die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, sodann die dortige Akademie, wo er zuletzt ein Meisteratelier erhielt. Das Hinausziehen in die weite Welt hatte es ihm angetan. 1923 reiste er nach Holland und Spanien, ein Jahr später zog es ihn an die Hochschule für bildende Künste in Berlin, wo er bis 1931 als Schüler von Hans Meid und Carl Hofer blieb. Dann ging er nach Paris und arbeitete an der Académie Ranson bei Severini und Roger Bissière. Diese Zeit ist für seine künstlerische Entwicklung besonders fruchtbar und wichtig gewesen. Reisen führten ihn dann nach Kuba, Mexiko und in die USA. 1938 kehrte Danksin nach Deutschland zurück. Dem zweiten Weltkrieg mußte auch er seinen Tribut zollen, denn sein Atelier in Karlsruhe wurde 1942 zerstört. Von 1945 an wohnte er dann in Basel, 1958 unternahm er noch einmal eine große Reise nach Ägypten und Griechenland. Danksins Werk weist dem Künstler einen besonderen Rang in der Dreiländerecke zu. Daß dieses in den besten Arbeiten geniale Züge aufweisende Oeuvre eine nicht noch breitere Resonanz gefunden hat, mag in dem bescheidenen Wesen des Menschen und Künstlers Danksin begründet liegen, der sich nie in die Öffentlichkeit drängte. In der Stille aber reifte bei ihm Bild um Bild. So ermöglichte erst 1950 die Bücherstube Ex Libris in Zürich seine erste Einzelausstellung, dann folgte 1965 eine große Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal und im gleichen Jahr auch eine Ausstellung in Lörrach. 1967 vermittelte die Kunsthalle Basel einen Überblick über sein Werk und 1971 stellte Danksin bei der Palette in Freiburg aus, wobei besonders sein graphisches Schaffen berücksichtigt wurde. Mehrere Bilder des Malers, der sich seiner Geburtsstadt immer verbunden fühlte, bilden heute einen wertvollen Kunstbesitz der Stadt. Außerdem hat Danksin im Refektorium des Städtischen Krankenhauses ein großflächiges Wandbild und am Haus des Kinderheims „Zum guten Hirten“ in der Basler Straße ein Keramik-Wandbild geschaffen. Viele seiner Bilder, unter ihnen Porträts von Menschen des Markgräflerlandes, befinden sich in Lörracher Privatbesitz. Das rein handwerkliche Können findet sich bei Danksin zu einer den Betrachter bestechenden manuellen Virtuosität gesteigert; aber das ist es im Grunde nicht, weshalb seine Bilder überzeugen, sie überzeugen, weil sie die geistige Auseinandersetzung widerzuspiegeln vermögen zwischen dem Künstler und dem von ihm aufgegriffenen Thema. Danksin ist stets geistig lebendig und aufgeschlossen für die künstlerischen Strömungen unserer Zeit gewesen und geblieben, ja die schöpferische Unruhe gehörte mit zum Wesenskern seiner künstlerischen Existenz.
Nachweis: Bildnachweise: Foto Museum am Burghof, Lörrach

Literatur: Karl Friedrich Rieber, In memoriam Franz Danksin, in: Unser Lörrach 4 (1973), 155-160; BH 1976, 163 ff.; Katalog Franz Danksin, 1894-1973, Ausstellung im Museum Simeonsstift Trier vom Juli-September 1976.
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