Zimmerle, Ludwig 

Geburtsdatum/-ort: 12.11.1867;  Ellwangen
Sterbedatum/-ort: 03.12.1925;  Hochberg bei Urach
Beruf/Funktion:
  • Senatspräsident am Reichsgericht in Leipzig
Kurzbiografie: Studium der Rechtswissenschaften und Promotion zum Dr. jur.
Amts- und Landrichter in Stuttgart, Heilbronn und Ravensburg
1912 Vortragender Rat im Reichsjustizministerium
1914 Kriegsfreiwilliger
1917 Vortragender Rat im Reichsjustizministerium
1918 Generalgouverneur für Litauen in Wilna, dann in Kowno
1920 Personalreferent im Reichsjustizministerium
1923 Senatspräsident am Reichsgericht in Leipzig
Weitere Angaben zur Person: Religion: rk.
Verheiratet: Else, geb. Steimle
Eltern: Vater: Dr. Ludwig Zimmerle (1832-1907), Reichsgerichtsrat
Mutter: Julie, geb. Rau
GND-ID: GND/133794954

Biografie: Hans Pfeifer (Autor)
Aus: Württembergische Biographien 1, 312

Ludwig Zimmerle entstammte einer alten Juristenfamilie. Sein Vater Dr. Ludwig Zimmerle war Reichsgerichtsrat beim Reichsgericht in Leipzig. Nach seiner juristischen Ausbildung durchschritt Zimmerle zunächst die richterliche Laufbahn als Amts- und Landrichter in Stuttgart, Heilbronn und Ravensburg. In dieser Zeit promovierte er auch zum Dr. jur. Dank seiner hervorragenden Fähigkeiten wurde er 1912 als Vortragender Rat in das Reichsjustizministerium in Berlin berufen. Beim Ausbruch des Krieges meldete er sich als Freiwilliger, kam dann an die Front bei Verdun, bei dessen Belagerung er verwundet wurde. Im Jahre 1917 vom Justizministerium reklamiert, kehrte er nach Berlin zurück. Nach dem Krieg war er zwei Jahre lang als Generalgouverneur in Litauen tätig, das vorher mit deutscher Unterstützung seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Daraufhin kehrte er in die Heimat zurück und wurde Personalreferent im Reichsjustizministerium. Die Krönung seiner Richterlaufbahn bedeutete seine Berufung zum Senatspräsidenten am Reichsgericht in Leipzig. Die Ernennung eines Nichtmitgliedes des Reichsgerichtes zum Senatspräsidenten stellte damals eine Ausnahme dar. Zimmerle war der zweite katholische Jurist, der zu diesem hohen Amte gelangte. Diese Ernennung unterstreicht daher die hervorragende Richterpersönlichkeit Ludwig Zimmerles. Im Alter von 58 Jahren verstarb er am 3. Dezember 1925 im Sanatorium Hochberg bei Urach. In seiner Heimatstadt Ellwangen, mit der er stets eng verbunden blieb, fand er seine letzte Ruhe.
Werke: Der grobe Unfug in Wort und Schrift, Diss., 1900.

Literatur: Ellwanger Jb. 10 (1926/28), 152; ebda. 30 (1983/84), 240.
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