Friesländer-Bloch, Berty (eigentlich Berta) 

Geburtsdatum/-ort: 15.11.1896;  Gailingen
Sterbedatum/-ort: 27.08.1993; Gossau/St. Gallen
Beruf/Funktion:
  • Schriftstellerin, Überlebende des Holocaust
Kurzbiografie: 1902 Volksschule Gailingen
1910 Fortbildungsschule
1918 Krankenpflegeschule in Berlin
1920ff. Journalistische und schriftstellerische Tätigkeit, unterbrochen von Stellen als Krankenpflegerin in Mannheim, Heidelberg, Ostfriesland, Amsterdam und St. Gallen
1937 Haft des Ehemanns wegen „Rassenschande“
1937 Geburt des Sohnes Julius
1940 22. Okt. Verschleppung des Familie nach Gurs und Rivesaltes
1941 Tod des Mannes
1942 Flucht in die Schweiz; nachfolgend Internierung
1943 Sohn Julius gelangt in die Schweiz
1949 Aufhebung der Internierungsverfügung; Bleiberecht
1967 Schweizer Bürgerrecht
1972 Ehrensold des Bundespräsidialamtes
Weitere Angaben zur Person: Religion: isr.
Verheiratet: 1933 (Gailingen) Moses Friesländer, Kaufmann (1874-1941, KZ Rivesaltes)
Eltern: Vater: Salomon Bloch (1860-1923), Optiker
Mutter: Flora, geb. Erlanger (1872-1944)
Geschwister: 7
Kinder: Julius (Jules, geb. 1937)
GND-ID: GND/133922189

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 4, 86-88
Quellen: Vadiana St. Gallen u. Jüdisches Museum Hohenems, Teilkonvolute; Nachlass im Besitz von Jules Friesländer, Niederuzwil/SG.
Werke: (Auswahl) Rausch-Haschonoh. Erinnerungen aus d. Kindheit, in: Isr. Wochenbl. d. Schweiz 1925, H. 38, 23 f.; Der Chanukah-Traum, ebd. 1925, H. 50, 25 f. u. H. 51, 25 ff.; Gailinger Purim, ebd. 1926, H. 8, 5 u. H. 9, 21; Jomkipur im Himmel, ebd. 1926, H. 38, 21 f.; Ein Donnerstagmorgen vor d. Metzg/In d. Rasierstube. Zwei Deigeszerstäuber u. Grillenvertreiber, 1928; Drei Märchenspiele. Frühlingserwachen. Eine Waldnacht im Feenreich. Judiths Traum, o. J. [um 1928]; Die Gailinger Megille. Eine Chronik in Versen, 1948; Vier Woche lang vor Purem, 1950; S' Lenile u. s' Mathildile. Zwei unvergessliche Gestalten aus d. einstigen Gailinger Kehilla, 1952; Chanukah u. Weihnachten in Gurs. Tatsachenbericht aus einem südfranz. KZ, in: St. Galler Weihnachtsztg., Dez. 1957 (Auszugsweise in: P. Sauer, Die Schicksale d. Bürger B.-W.s. während. d. NS-Verfolgungszeit 1933-1945, 1968, 273 f.; Rosenwunder im Stadtpark. Tonaufzeichnung, 1957; Das „West-Jiddische“ am bad. Untersee. Aus d. Geschichte d. Gailinger Juden, in: Oberländer Chronik 1965, Nr. 296; Es war einmal. Eine jondeftige Reminiszenz aus d. alten Gailingen, in: Hegau 21/22, 1966, 93-104; Erinnerungen an das frühere Gailingen, in: Arbeiterztg. Schaffhausen vom 9. u. 10. 4. 1970; Die Deportation d. Juden ennet d. Bodensee; in: Appenzeller Ztg. vom 14. u. 15. 10. 1970; Jiskor – zu deutsch „Zum Gedenken“ – an Gailingen, in: Hegau 27/28, 1970/1971, 450 ff.; Jüd. Ostern auf d. Höri. Eine Pessach-Reminiszenz aus d. alten Gailingen, in: Bodensee-Hefte 22, H. 4, 1971, 35 ff.; Wunden, die nicht verheilen! Eine Reminiszenz zum 22. 10. 1940, in: Schwarzw. Bote vom 24. 11. 1975; Als d. „Gute Ort“ verwaiste. Der jüd. Friedhof in Gailingen, in: Südkurier vom 4. 11. 1978; Für die meisten war es eine Reise ohne Wiederkehr ... Am 22. 10. 1940 wurden die Juden Badens u. d. Pfalz nach Südfrankreich deportiert, in: Südkurier vom 18. 10. 1980; Unsere Deportation, in: E. Friedrich/D. Schmieder-Friedrich (Hgg.): Die Gailinger Juden. Materialien zur Geschichte d. jüd. Gemeinde Gailingen aus ihrer Blütezeit u. den Jahren d. gewaltsamen Auflösung, 1981, 111-121 [Auch in: E. R. Wiehn (Hg.), Oktoberdeportation 1940. Die sog. Abschiebung d. bad. u. saarpfälz. Juden in das franz. Internierungslager Gurs, 1990, 152 ff. u. in: D. Jost (Hg.), Bodensee. Reisebuch, 1993, 82 ff.].
Nachweis: Bildnachweise: Wegelin, 1993 (vgl. Literatur).

Literatur: Florence Guggenheim-Grünberg, Gailinger Jiddisch, 1961, 5 f.; Dominik Jost, Eine kurze Geschichte d. Literatur aus dem Kanton St. Gallen, 1994, 108; Peter Wegelin, Ein dunkles Jahrhundert heiter bestehen. Abschied von B. Friesländer-Bloch, in: St. Galler Tagbl. Vom 31. 8. 1993; anon., B. Friesländer-Bloch, in: Israelit. Wochenbl. vom 10.9.1993; Manfred Bosch (Hg.), Alemannisches Judentum, 2000.
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