Pflüger, Albert 

Geburtsdatum/-ort: 07.11.1879;  Dettingen unter Teck
Sterbedatum/-ort: 11.05.1965;  Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • MdL-SPD, Landtagspräsident, Präsident des Landesgewerbeamts, Verfolgter des NS-Regimes
Kurzbiografie: 1896-1899 (nach Volksschulbildung) Schriftsetzerlehre
1898 Eintritt in die SPD; 1904 Beginn der Tätigkeit im Landessekretariat der SPD
1905 Mitglied des Bürgerausschusses in Stuttgart
1908-1919 Redakteur bei der „Schwäbischen Tagwacht“, ab 1912 als Schriftleiter
1913 (25.10.) Ersatzwahl für den Landtag im Wahlkreis Stuttgart-Amt; Mitglied der Zweiten Kammer des Württembergischen Landtags
1919 (Seit Januar) Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung für den freien Volksstaat Württemberg (dort Vorsitzender des Finanz-Ausschusses); (seit November) Leiter des Brennstoffamtes in Stuttgart
1920-1933 MdL Württemberg; 1921-1928 Vizepräsident des Landtags; 1928-1932 Präsident des Landtags
1922 (03.07.) Regierungsrat im Arbeits- und Ernährungsministerium
1929 Ehrenbürger der TH Stuttgart
1930 (01.04.) Oberregierungsrat im Wirtschaftsministerium
1933 Haft im KZ Heuberg; 1944 nochmalige KZ-Haft in Dachau
1945 (24.09.) Bei einer der ersten SPD-Kundgebungen spricht Pflüger in Bad Cannstatt
1945-1950 Präsident des Landesgewerbeamtes, seit Januar 1946 im Range eines Ministerialrats
1946-1952 Mitglied der Vorläufigen Volksvertretung und der Verfassunggebenden Landesversammlung für Württemberg-Baden; 1946-1952 MdL Württemberg-Baden
1951 Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1952/1955 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung für Baden-Württemberg 1952/53; 1953-1955 MdL Baden-Württemberg
1954 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1955 (05.12.) Mandatsniederlegung und Rückzug ins Privatleben
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: 1. Berta, geb. Benz (1884-1954)
2. Marta, geb. ?
Eltern: Albrecht Pflüger (1850-1899), Kleinhandwerker
Caroline, geb. Müller (* 1851)
Geschwister: 5
Kinder: Albert
GND-ID: GND/140345256

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 2 (1999), 349-352
Quellen: Familien- und Taufregister der Familie Pflüger im evangelischen Pfarramt Dettingen unter Teck. Persönlichkeiten-Dokumentation Pflüger im Landtagsarchiv Stuttgart, Informationsdienst (Referat II 4); Quellen zur Entstehung der Verfassung von Baden-Württemberg, bearb. von Paul Feuchte, 8 Bände, Stuttgart 1986-1994, sowie ein Registerband (bearb. von Jürgen Tröscher), Stuttgart 1995, hier S. 372-374, 407
Nachweis: Bildnachweise: Zahlreiche Fotos bei Raberg, Albert Pflüger (vgl. Literatur)

Literatur: Wilhelm Blos, Von der Monarchie zum Volksstaat, 2 Bände, 1922 und 1923, bes. Band 2, 124; Paul Hahn, Erinnerungen aus der Revolution in Württemberg. „Der Rote Hahn, eine Revolutionserscheinung“, 1922, bes. 115ff.; Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild, Band 2, 1931, 1408; Erich Roßmann, Ein Leben für Sozialismus und Demokratie, 1947, 67-71; Wilhelm Keil, Erlebnisse eines Sozialdemokraten, Band 2, 1948, 140, 442, 474, 487, 499, 501, 513, 613, 615, 622; IBA/Munzinger-Archiv, ME-Pa, Lieferung 13 (1954), 2971*; Hermann Vietzen, Chronik der Stadt Stuttgart 1945-1948 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart 25, hg. von Kurt Leipner), 1972, 120, 203, 208, 209, 212; Paul Sauer, Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus, 1975, 162; ders., Demokratischer Neubeginn in Not und Elend. Das Land Württemberg-Baden von 1945 bis 1951, 1978, 202, 242, 278, 285, 317, 399; Jörg Schadt/Wolfgang Schmierer (Hgg.), Die SPD in Baden-Württemberg und ihre Geschichte (SpLBW 3), 1979, 162, 333, 343ff., 346; Kurt Leipner (Hg.), Chronik der Stadt Stuttgart 1933-1945 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart 30), 1982, 16, 17, 26, 38; Maria Zelzer, Stuttgart unterm Hakenkreuz. Chronik aus Stuttgart 1933-1945, 1984, 61, 398; Sylvia Neuschl, Geschichte der USPD in Württemberg oder Über die Unmöglichkeit einig zu bleiben, 1983, 64, 68, 118, 201, 342, 378; Roland Müller, Stuttgart zur Zeit des Nationalsozialismus, 1988, 151, 166; Manfred Schmid (Hg.), Auf dem Stuttgarter Rathaus 1915-1922. Erinnerungen von Fritz Elsas (1890-1945) (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart 47), Stuttgart 1990, 149, 151f., 167, 233; Obertürkheimer Ortsgeschichte. Heimatbuch Obertürkheim e.V., bearb. von Emil Obermann, 1990, 286ff.; „Aufwiegler, Rebellen, saubere Buben“. Alltag in Botnang. Geschichte eines Stuttgarter Stadtteils mit Beiträgen von Andreas Gestrich, Hans-Jürgen Winkelmann u.a. (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart 63), 1994, 178, 222, 227, 231, 331; Michael Kißener, Verfolgung – Resistenz – Widerstand. Südwestdeutsche Parlamentarier in der Zeit des Nationalsozialismus, in: Thomas Schnabel/Angelika Hauser-Hauswirth (Hgg.), Formen des Widerstandes im Südwesten 1933-1945. Scheitern und Nachwirken, 95-104, hier 100; Wilhelm Heinz Schröder, Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen. Biographien – Chronik – Wahldokumentation. Ein Handbuch (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 7), 1995, 651; Martin Schumacher (Hg.), MdL. Das Ende der Parlamente 1933 und die Abgeordneten der Landtage und Bürgerschaften der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933-1945. Ein biographischer Index, 1995, 119; Frank Raberg, Albert Pflüger (1879-1965) – Parlamentarier zwischen Monarchie und Bundesrepublik, in: Schwäbische Heimat 2/1996, 135-147; ders., Vom Bauernhof ins Ministerium. Friedrich Herrmann (1892-1954) – Annäherungen an einen „vergessenen“ Politiker, in: Württembergisch Franken 80 (1996), Jahrbuch des Historischen Vereins für Württembergisch Franken, passim; Jürgen Mittag, Die württembergische SPD in der Weimarer Republik. Eine sozialdemokratische Landtagsfraktion zwischen Revolution und Nationalsozialismus, 1997; DBE 7 (1998), 650; Frank Raberg in NDB 19 (voraussichtlich 2000)<br /> Zeitungen: Schwäbische Kronik vom 27.10.1913; Präsident Albert Pflüger 70 Jahre alt, in: Teck-Rundschau (Kirchheim) Nr. 227 vom 08.11.1949; Präsident Pflüger tritt in den Ruhestand, in: Staatsanzeiger für Württemberg-Baden vom 09.12.1950; Der Abgeordnete als Berater und Helfer, in: Teck-Rundschau (Kirchheim) Nr. 93 vom 23.04.1951; Der Anwalt der Hilfsbedürftigen, in: Teckbote (Kirchheim) Nr. 259 vom 06.11.1954; Altpräsident Albert Pflüger 75 Jahre, in: Mitteilungen des Landesgewerbeamts Baden-Württemberg, November 1954; Fritz Ulrich, Albert Pflüger 75 Jahre alt, in: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg vom 10.11.1954; Besuch bei einem Anwalt des Volkes, in: Nürtinger Kreisnachrichten Nr. 18 vom 24.01.1955
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