Personalakten
Personalakten sind moderne Massenakten, die sich auf eine Person in ihrer Tätigkeit oder Bezug zu einer Institution beziehen, z. B. als Beamte oder Hochschullehrer. Sie sind Produkt der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, wobei Vorläufer bereits in der Frühen Neuzeit und zunehmend ab dem 19. Jahrhundert zu finden sind.
Eine Personalakte ist in der Regel klar strukturiert und erfasst die wichtigsten Informationen zum Verlauf einer Karriere oder sogar eines Lebens, weil ältere Unterlagen und Daten kopiert, abgeschrieben, beglaubigt oder beigelegt werden (z. B. Entnazifizierungsverfahren). In der Regel liegt eine Personalakte in dem Archiv, an das die letzte Beschäftigungsstelle ihre Akten abgegeben hat. Sie kann jedoch auch Unterlagen aus vorhergehenden Beschäftigungsverhältnissen enthalten.
Die Akte soll möglichst umfassend und vollständig den beruflichen Weg des Mitarbeitenden dokumentieren. In strukturierter Form enthält sie den Personalbogen mit den wichtigsten Angaben zur Person (z.B. Geburtsort, Bildungslaufbahn oder Militärdienst), dem dann u.a. Zeugnisse über die Qualifikation, Unterlagen zur Einstellung und Beförderung sowie Qualifikationsnachweise beigefügt werden. Häufig enthalten Personalakten auch Nachweise zur Besoldung. In manchen Fällen können die Akten noch über die Lebzeiten der betroffenen Person hinaus geführt worden sein.
Personalakten von Professorinnen und Professoren sind nicht nur von großem Wert für die Biographieforschung, sondern ermöglichen in ihrer Summe außerdem systematische Rückschlüsse auf soziale, politische und ökonomische Entwicklungen. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen wirken in die Biographien hinein, während gleichzeitig einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Technologie- und Wissenstransfer seit Jahrhunderten das Bild des Landes prägen.
In Tübingen finden sich Personalakten von Professoren ab dem Jahr 1829, erst im 20. Jahrhundert werden Personalakten zu allen Beschäftigten geführt. In Hohenheim werden seit Gründung der Hochschule 1818 Personalakten geführt und aufbewahrt.
Die Digitalisierung des größten Teils der hier veröffentlichen Personalakten wurde durch die Förderung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg ermöglicht. Ausgewählt wurden ausschließlich Akten deren Schutzfristen abgelaufen sind. Falls in einigen wenigen Fällen persönliche Informationen zu noch lebenden Personen (z.B. Ehegatten und Kindern) enthalten sind, wurden diese unkenntlich gemacht.


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