Die Holzstöcke

(Naturraum Nr. 043)

Die Holzstöcke in der Großlandschaft Donau-Iller-Lech-Platten - Quelle LUBW
Die Holzstöcke in der Großlandschaft Donau-Iller-Lech-Platten - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Die Holzstöcke sind der östliche, höhere Teil der Terrassen- und Plattenlandschaft zwischen der Riß und der Iller. Als von Nord nach Süd verlaufende naturräumliche Untereinheit mit etwa 380 qkm Fläche sind sie Teil der Donau-Iller-Lech-Platte im Südosten Baden-Württembergs. Nördlich grenzen sie an die naturräumliche Untereinheit des Hügellandes der unteren Riß, östlich an das Untere Illertal sowie südlich und westlich an die Riß-Aitrach-Platten.

Sie sind Teil der durch die Eiszeiten geprägten Terrassenlandschaften zwischen der Riß und der Iller, die im Norden des Gebiets zugleich die ungefähre westliche Grenze des Naturraumes bildet. In Längsrichtung werden sie von Rottum, Rot und Weihung durchflossen. Das Gebiet sinkt nach Nordwesten zum östlichen Hügelland der unteren Riß langsam ab, während es sich nach Südosten zu den Altmoränen der Riß-Aitrach-Platten hebt und im Wachbühl 791 m erreicht. Zu den höchsten Erhebungen gehören der Runde Kopf (631,3 m) bei Erolzheim, der Rote Berg (629,2 m), Frohberg (629 m), Gehrn (621,7 m), Banberg (618,5 m), Grafenberg (618,3 m) und Totenkopf (615,6 m).

Steinhausen an der Rottum - Quelle LMZ BW
Steinhausen an der Rottum - Quelle LMZ BW

Zahlreiche Muldentäler und eiszeitliche Schmelzwasserrinnen bestimmen das Landschaftsbild. Im Süden und im Nordwesten des Gebietes herrschen altdiluviale Schotter der Günz- und Mindeleiszeit vor, die hier in mehreren Schichten zwischen 515 und 629 m über NN auftreten. Diese Schotter sind dagegen im Norden weitgehend abgetragen; dort treten überwiegend Altriß-Schotter auf. Die an den Rändern fiederförmig aufgelösten Platten liegen etwa 75 m über dem Talgrund. Dazwischen treten tertiäre Sande auf. Der tertiäre Gesteinssockel ist nur in wenigen Tälern angeschnitten.

Die niederen Terrassen zeigen Sandböden mit ausgedehnten Lehmdecken, die im Nordosten auch als Lösslehme vorkommen. Sie werden intensiv für den Ackerbau genutzt. Die höheren Terrassen sind dagegen meist lehmfrei und entkalkt. Hier überwiegen daher die Waldflächen. In den Wirtschaftswäldern dominieren bislang die Fichtenbestände. Außerhalb der lehmüberdeckten Bereiche befinden sich ergiebige Grundwasservorkommen. Die durch die Flüsse eingeschnittenen Täler sind feucht und vielfach überschwemmungsgefährdet und werden vorwiegend als Grünlandflächen genutzt. Zahlreiche Teiche und Weiher bilden gemeinsam mit den Fließgewässern wie beispielsweise Rot und Weihung sowie den Bruchwäldern und Auen des Naturraumes einen bedeutenden Biotopkomplex im Hinblick auf die Förderung schutzwürdiger Arten.

Die Holzstöcke sind eine weitgehend offene Landschaft mit enger Verzahnung zwischen Offenland und Wald. Als in großen Teilen unzerschnitten – südlich von Schwendi liegt ein zusammenhängendes Gebiet von über 100 qkm Fläche – bilden sie einen noch homogenen Naturraum. Der Offenlandanteil liegt bei 51 Prozent, die Waldfläche bei 45 Prozent.

Die durchschnittlichen Jahresniederschläge liegen je nach Höhenlage zwischen 700 und 1000 mm. Die durchschnittliche Jahrestemperatur bewegt sich zwischen 7 Grad Celsius auf den Höhen und 7,5 Grad Celsius in den Tälern.

Das Gebiet der Holzstöcke ist mit einer Dichte von 84 Einwohnern/qkm nur dünn besiedelt; der Siedlungsflächenanteil liegt bei 3,6 Prozent. Nur 1 Prozent wird als Verdichtungsraum eingestuft. Zentrale Orte sind in diesem schwach besiedelten Raum nicht vorhanden. Regglisweiler und Ochsenhausen als Kurorte weisen die entsprechenden Erholungseinrichtungen auf.

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.

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