Der Radweg Kocher-Jagst-Tauber

Der Radweg führt bei Langenburg-Unterregenbach über eine Archenbrücke - Quelle LMZ BW
Der Radweg führt bei Langenburg-Unterregenbach über eine Archenbrücke - Quelle LMZ BW

Zu Beginn der 1990er Jahre entstand der Gedanke, die landschaftlich reizvollen Täler von Kocher und Jagst, die auf weite Strecken fast parallel verlaufen, durch ein Radwegenetz zu verbinden und so für den zunehmenden Fahrradtourismus nutzbar zu machen. Nach umfangreichen Vorarbeiten und Abstimmungen konnte dann 1996 der 330 km lange Kocher-Jagst-Radweg als Rundweg fertig ausgeschildert und in Betrieb genommen werden. Die neue Strecke wurde von den radfahrenden Urlaubern überaus positiv angenommen und auch die lokale Gastronomie stellte sich mit neuen Angeboten und Leistungen auf die wachsende Nachfrage ein.

Der Radweg, mittlerweile eine der beliebtesten Touren unter Fahrradurlaubern überhaupt, verläuft von Crailsheim jagstabwärts über Kirchberg, Langenburg, Dörzbach, Krautheim, Schöntal und Möckmühl bis nach Bad Friedrichshall. Von dort geht es entlang dem Kocher aufwärts über Neuenstadt am Kocher, Hardthausen, Sindringen, Forchtenberg, Niedernhall, Ingelfingen, Künzelsau und Schwäbisch Hall bis nach Ellwangen und wieder nach Crailsheim. Südlich wurde vor wenigen Jahren über die Querspange Crailsheim - Wallhausen eine Verbindung nach Rothenburg ob der Tauber und damit sowohl zum Tauber-Radweg nach Wertheim als auch zum Altmühl-Radweg nach Kelheim an der Donau geschaffen. Zusammen mit dem Limes-Radweg – von Rheinbrol bis nach Regensburg – und dem Radweg entlang der Burgenstraße – von Schwetzingen über Nürnberg nach Prag – bilden diese vier Flusstal-Touren ein beinahe tausend Kilometer langes Radwegenetz, das unter der Bezeichnung »Grenzenlos radeln« touristisch vermarktet wird. Seine Ergänzung findet der Kocher-Jagst-Tauber-Radweg auch in verschiedenen abzweigenden Strecken, so beispielsweise in der 12 km langen Wäldertour um Crailsheim oder in dem 25 km langen Hohenlohe-Franken-Radweg von Crailsheim nach Feuchtwangen. Zahlreiche Bahnstationen an der Route bieten die Möglichkeit, das Fahrrad zu verladen und gegebenenfalls einzelne Streckenabschnitte mit dem Zug zu bewältigen.

Hartmut Klüver

Veröffentlich in: Der Hohenlohekreis. Hg. v. der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Hohenlohekreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Ostfildern 2006, Bd. 1, S. 206. 

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