Klosterverlegungen

von Matthias Untermann

Turm der Klosterumfassungsmauer Odenheim, Aufnahme 2024. [Foto: Steffen Fuchs]
Turm der Klosterumfassungsmauer Odenheim, Aufnahme 2024. [Foto: Steffen Fuchs]

Die Suche nach einem angemessen Klosterplatz bestimmte vor allem im 11./12. Jahrhundert viele Gründungsprozesse. Frühe Ortswechsel sind überliefert für Rimsingen, das über Grüningen nach St. Ulrich zog, Wigoldsberg nach Odenheim, Bollschweil nach Sölden, Detzeln nach Riedern am Wald sowie Bronnbach und Gerlachsheim. In Bauten oder mit archäologischen Befunden lassen sie sich allerdings in Baden und Hohenzollern bislang nirgends anschaulich fassen. Dies gilt auch für die ersten Niederlassungen der Bettelorden, die sich oft in Privathäusern oder außerhalb der Städte befanden (Franziskaner in Freiburg, Heidelberg, Konstanz; Klarissen in Konstanz). Die ersten Standorte gelten im Rückblick als »provisorisch« – ohne dass dies der Einschätzung der ersten Konvente entsprechen muss. Im 13. Jahrhundert wurde für das dominikanische Frauenkloster Klingental bei Wehr in den 18 Jahren vor seiner Verlegung nach Basel bereits eine große Kirche mit Klosteranlage erbaut: Erkennbar war der Ortswechsel dort anfangs nicht geplant.

Ein später Verlegungsversuch ist im Prämonstratenserstift Allerheiligen zu fassen, das im 15. Jahrhundert einen neuen, klimatisch viel günstiger gelegenen Klosterbau in Lautenbach begann, der aber unvollendet blieb und zur Wallfahrtskirche ausgebaut wurde. Nicht selten waren dann im 17. Jahrhundert Verlegungen von Klöstern, die dicht außerhalb von Städten lagen, aufgrund von Kriegsereignissen oder Festungsbau (Freiburg, Konstanz). Die älteren Anlagen wurden vollständig abgebrochen und sind allenfalls durch Veduten oder schematische Pläne bekannt.

Die vollständigen Literaturangaben sowie die Auflösung der Abkürzungen finden Sie hier.

Zitierhinweis: Matthias Untermann, Klosterverlegungen, in: Badisches Klosterbuch, URL: […], Stand: 10.06.2025.

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