Aichwald 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.gemeinde-aichwald.de
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Einwohner: 7392
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 504.0
Max. Höhe ü. NN (m): 481.5
Min. Höhe ü. NN (m): 277.23
PLZ: 73773
Gemeindenamen und Gemeindebildung: Neuer Gemeindename von 1974 mit Hinweis auf früheren Waldreichtum und die Hauptbaumart.

Die Gemeinde im äußersten nordwestlichen Zipfel des Landkreises Esslingen dehnt sich mit ihren drei bis 1974 eigenständigen Teilorten vornehmlich über die Hochfläche des vorderen Schurwaldes aus und greift leicht ins Neckar- und Remstal hinab. Im Norden, hat sie Anteil an der klimatisch begünstigten Remstaltraufbucht, weshalb hier u.a. Erd- und Himbeerkulturen sowie Reben gut gedeihen. Im Nordosten wird mit ca. 285 m über NN auch die tiefste Stelle erreicht, während die Höhe auf dem Schurwald, dem die Gemeinde naturräumlich hauptsächlich angehört, etwas über 480 m ansteigt. Unterjura und Keuperschichten bilden den Untergrund. Auf den dicht bewaldeten, unruhigen Keuperhänge haben die Bäche vielfach tiefe Klingen geschnitten, wie beim ‚Stettener Bach‘, der seines unverfälschten Schluchtwalds wegen unter Naturschutz steht. Auf der schwachwelligen, meist lößbedeckten, von Streuobstwiesen und Ackerland eingenommene Unterjurafläche liegen die Orte, die durch einzelne Zuzugswellen kräftig in die Fläche wuchsen. In Schanbach, dem einwohnerstärksten Teilort und Gemeindesitz, entstanden sogar mehrgeschossige Wohngebäuden. Obwohl im Ortsteil Aichschieß 2007 ein größeres Gewerbegebiet hinzukam, blieb Aichwald vorrangig Wohngemeinde mit Nebenerwerbslandwirtschaft und hohem Auspendleranteil. Als Verbindungen zum Rems- bzw. ins Neckartal bilden die L1201 und die K1212 die Hauptverkehrslinien. Von den Ortsteilen Aichschieß und Aichelberg, beide seit 1806 beim Oberamt Schorndorf, kam der erste bereits 1842 zum Oberamt Esslingen, der andere 1938 zum Landkreis. Schanbach gehörte zwischen 1806 und 1808 zum Oberamt Esslingen, kam dann zum Oberamt Cannstatt, um 1923 wieder an das Oberamt Esslingen zu fallen. Seit 1938 gehören alle Teilorte zum Landkreis Esslingen.

Die Gemeinde Aichwald, die nördlichste des Landkreises Esslingen, vereinigt auf einer Fläche von 14,68 Quadratkilometern Aichelberg, Aichschieß, Schanbach, Lobenrot und Krummhardt. Sie liegt auf dem Höhenrücken des Vorderen (westlichen) Schurwaldes zwischen Neckar- und Remstal in einer Entfernung von rund 6 Kilometern Luftlinie zur Kreisstadt Esslingen und etwa 16 Kilometern zur Landeshauptstadt Stuttgart. Die Gemeinde wird nach dem Landesentwicklungsplan dem Verdichtungsraum zugeordnet. Der größte Teil des Gemeindegebiets gehört naturräumlich zum Schurwald. Die Hänge über dem Baacher Tal (Beutelsbachtal) im äußersten Nordosten der Gemeinde werden wegen ihrer Klimagunst, die hier intensiven Obst- und Weinbau zulässt, zur Remstaltraufbucht gezählt, einer naturräumlichen Untereinheit am Ostrand des Neckarbeckens. Während die Teilorte auf der Hochfläche circa 460 Meter Höhe erreichen (höchster Punkt 480 Meter über Normalnull beim Wasserbehälter Lobenrot), fallen die Talhänge fast 200 Meter ab (tiefster Punkt 285 Meter über Normalnull bei der Zolterbachbrücke im Nordosten der Gemeinde). Keuperschichten und Unterjura bestimmen die Geologie. Die Teilorte liegen allesamt auf der schwach gewellten, stellenweise mit Lösslehm bedeckten Unterjura-Hochfläche des Schurwalds. Der Unterjura (Psilonotenton, Angulatensandstein, Arietenkalk) bildet eine schützende Decke über den leicht verwitternden Sandstein- und Mergellagen des Keupers, die stark von Bächen zerschnitten sind. Die Bäche – im Westen der Stettener Bach, nördlich von Schanbach der Oberlauf des Strümpfelbachs, im Osten die Seitenbäche des Beutelsbachs – entwässern nach Norden zur Rems. Sie entspringen zumeist im Unterjura, erreichen aber nach kurzem Lauf den Keuper, wo sie den geringmächtigen Rhät, dann Knollenmergel, Stubensandsteinschichten, Obere Bunte Mergel, Kieselsandstein und Untere Bunte Mergel durchfließen. Der 20–30 Meter mächtige Knollenmergel ist im Gelände an den unruhigen, wulstigen und verrutschten Oberflächen zu erkennen. Ursache dafür sind die im Knollenmergel enthaltenen Tonminerale, die sehr viel Wasser aufnehmen können, aufquellen, plastisch werden und den Hang in Bewegung versetzen. Große Flächen nehmen die um die 80 Meter mächtigen Stubensandsteinschichten ein, ein Wechsel toniger und mehr oder weniger verfestigter sandiger Horizonte, die im Gemeindegebiet die zum Teil recht steilen, bewaldeten mittleren Hangbereiche aufbauen. In die härteren Sandsteinpartien haben die Bäche oft tiefe Klingen geschnitten (Spitzklinge, Reuteklinge etc.), die überall die Bergflanken in charakteristischer Form durchziehen. Während die darunter lagernden, leicht verwitternden Bunten Mergel morphologisch wenig in Erscheinung treten, bildet der etwa 10 Meter mächtige, harte Kieselsandstein eine deutliche Geländestufe am Nordabfall des Schurwaldes gegen das Remstal und erzeugt in den Bachbetten kleine Wasserfälle. Nutzbare Gesteine sind in verschiedenen Schichten vorhanden, jedoch heute wirtschaftlich nicht mehr von Bedeutung. Im Unterjura wurden bis etwa 1930 der sogenannte Vaihinger Pflasterstein (Angulatensandstein) und die Arietenkalke in kleinen Steinbrüchen bei Schanbach sowie zwischen Aichschieß und Krummhardt abgebaut. Die Gruben sind verfüllt. Bei Lobenrot und Aichelberg wurde früher Rhätsandstein als Baustein gebrochen. Die Gruben sind zugewachsen und kaum mehr sichtbar. Mancherorts sind noch alte Abbaustellen im Stubensandstein zu sehen, wo aus härteren Schichten Bausteine und aus weniger verfestigten Sandsteinlagen Bau-, Streu- und Fegesand gewonnen wurde. Die Unterjura-Sandsteine bilden einen Grundwasserleiter, dessen Wasser Aichwald in der Vergangenheit zur Trinkwasserversorgung genutzt hat. Heute bezieht die Gemeinde ihr Wasser von der Landeswasserversorgung, die Fernwasser aus dem Donauried und aus dem Karstgrundwasser der Ostalb liefert. Wasserschutzgebiete bestehen in den Quelleinzugsgebieten der auf dem Gebiet der angrenzenden Gemeinde Weinstadt (Rems-Murr-Kreis) vorhandenen Quellen: der Schachenquellen nördlich von Schanbach, der Guggenbronnquellen nordöstlich von Aichelberg und der Baacher Quelle nordöstlich von Krummhardt. Der westliche Schurwald ist infolge der Nähe zum Neckarbecken klimatisch bevorzugt, was sich günstig auf den landwirtschaftlichen Anbau auswirkt. Neben dem Getreideanbau ist Obst-, insbesondere Beerenanbau (Erdbeer- und Himbeerkulturen) möglich, bei Aichelberg am Sonnenhang über dem Baacher Tal sogar Weinbau. Die Landwirtschaftsfläche umfasst 38 Prozent der Gemeindefläche, davon sind 33 Prozent Ackerland, 57 Prozent Dauergrünland einschließlich Streuobstwiesen, 7 Prozent Rebland und 3 Prozent Obstanlagen. Für den Ackerbau wird bevorzugt die ebene, leicht zu bewirtschaftende Unterjurahochfläche genutzt. Typische Böden auf Unterjura wie auch auf Lösslehm sind Pseudogley-Parabraunerden, die zwar nährstoffreich sind, wegen der Neigung zu Staunässe jedoch Probleme bereiten können. Die rutschgefährdeten Knollenmergelhänge sind fast ausschließlich dem Grünland und den Obstbaumwiesen überlassen. Typische Bodenbildungen sind hier Pelosole, die durch ihren unausgeglichenen Wasserhaushalt problematisch sind. Knapp 44 Prozent der Gemeindefläche sind Wald, der vor allem auf Stubensandstein verbreitet ist. Dass hier kaum eine andere Nutzung möglich ist, liegt neben der tiefgreifenden Zerschneidung durch Kerbtäler auch an der minderen Bodenqualität. Auf sandigem Substrat herrschen Braunerden vor, die sich bei Rohhumusauflage zu sauergebleichten (podsoligen) Braunerden oder gar zu Podsolen (Bleicherden) entwickeln. Da oft tonige Zwischenlagen eingeschaltet sind, kann es zur Vernässung und Bildung von Pseudogleyen kommen. Die Schurwaldlandschaft am Rand des Verdichtungsraumes Stuttgart ist als Freiraum und Naherholungsgebiet von großer Bedeutung. Daher ist nahezu die gesamte Gemeindefläche außerhalb der Siedlungen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Besonders schutzwürdige Landschaftsteile wie der Stettener Bach am westlichen Rand des Gemeindegebiets sind Naturschutzgebiet. In der tief eingeschnittenen Klinge ist die ganze morphologische Vielgestaltigkeit der Keuperrandstufe zu sehen, und darüber hinaus ist dort trotz des dicht besiedelten Umlandes noch eine naturnahe Schluchtwaldflora und -fauna erhalten geblieben.

Wappen von Aichwald

In Blau ein goldener (gelber) Schrägbalken, darüber eine steigende goldene (gelbe) Eichel, darunter das goldene (gelbe) Fleckenzeichen von Aichschieß (stilisierte Armbrust).

Beschreibung Wappen

Die am 1. Januar 1974 aus der Vereinigung von drei Orten hervorgegangene Gemeinde verbindet in ihrem Wappen Motive aus den erloschenen Wappen ihrer Vorgängerinnen. Der goldene Schrägbalken in Blau wurde von dem auf dem Ortsadelswappen fußenden Wappen der ehemaligen Gemeinde Schanbach übernommen, während die goldene Eichel und die stilisierte Armbrust zuvor schon „redende" Wappenfiguren von Aichelberg beziehungsweise Aichschieß gewesen sind. Am 5. September 1977 hat das Landratsamt Esslingen dieses Wappen und die Flagge verliehen.

GND-ID:
  • 4384542-3
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