Kaiserstuhl

(Naturraum Nr. 203)

Der Kaiserstuhl in der Großlandschaft Südliches Oberrhein-Tiefland - Quelle LUBW
Der Kaiserstuhl in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Das im südlichen Oberrheinischen Tiefland bis an den Rheinlauf heranreichende Vulkangebirge stellt einen eigenständigen Naturraum dar. Abrupt ragt es aus dem rd. 200 m über NN liegenden Tiefland bis 557 m über NN (Totenkopf) heraus, wobei es die Offenburger Rheinebene im Norden von der Markgräfler Rheinebene im Süden trennt und maßgeblich die westliche Begrenzung der Freiburger Bucht bildet. Geologisch herrschen im Osten bzw. Nordosten des Kaiserstuhls sedimentäre, horizontal geschichtete tertiäre Kalke und Mergel vor, an die sich nach Westen annähernd hufeisenförmig Kuppen aus sehr unterschiedlichen Vulkangesteinen anordnen. Sie machen die Höhen aus. Die Magmenflüsse vom Erdmantel wurden hier durch Krustenzerrung am Schnittpunkt des Oberrheingrabens mit dem Bonndorfer Graben hervorgerufen und zeichnen sich durch hohe Variation aus, darunter durch extrem seltene Magmatypen wie den Karbonatit. Das Zentrum des Halbkreises markiert die Ausräumzone des Krottenbachtals, die ebenso von einem mächtigen Lössmantel bedeckt ist, wie der gesamte mittlere und untere Gebirgssaum. Stellenweise ist die Lössablagerung bis 40 m dick.

Weinanbauterrassen am Kaiserstuhl bei Vogtsburg-Oberrotweil - Quelle LMZ BW
Weinanbauterrassen am Kaiserstuhl bei Vogtsburg-Oberrotweil - Quelle LMZ BW

Die Hochlagen sind bewaldet (Eiche, Linde, Hainbuche, Buche), während an den oberen Hängen Obstkulturen und vereinzelt Streuobstwiesen, auf dem Löss jedoch ausgedehnte Rebflächen anzutreffen sind. Vor allem das Lössgebiet wird heute weithin durch moderne, die Weinkultivierung begünstigende Großterrassen geprägt, wodurch die für diesen Raum einst typischen Trockentäler und mächtigen Hohlwege sowie die ehemals weitverbreiteten Klein- und Kleinstterrassen nur noch vereinzelt vorzufinden sind. Trockenes, sommerwarmes Klima bestimmt den Naturraum, worauf sich Flora und Fauna besonders Artenreich eingestellt haben. U. a. sind an exponierten Stellen neben Flaumeichenwäldern vor allem Mager- bzw. Trockenrasenbiotope mit hoher Orchideenvielfalt erhalten (Naturschutzgebiet Badberg). Nur wenige Siedlungen nehmen das Innere des Kaiserstuhlgebirges ein; das Hauptsiedlungsgebiet bilden an seinem äußeren Rand alte Winzerorte.  

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.