Neckar-Rheinebene

(Naturraum Nr. 224)

Die Neckar-Rheinebene in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW
Die Neckar-Rheinebene in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Die Neckar-Rheinebene bildet im Nördlichen Oberrhein-Tiefland ein speziell durch den Neckar geprägtes Brückenstück zwischen der Hardtebene (Naturraum 223) im Süden und der Hessischen Rheinebene (Naturraum 225). Im Westen reicht es an die Nördliche Oberrhein-Niederung (Naturraum 223), im Osten bis zum baden-württembergischen Teil der Bergstraße (Naturraum 226). Es umfasst das Gebiet vom Leimbach bei Schwetzingen bis zur nördlichen Stadtausdehnung Mannheims und wird vornehmlich von dem weit ausladenden, stark nach Nordwesten gestreckten und sanft dorthin abfallenden Schwemmkegel aufgebaut, den der Neckar beim Austritt aus dem Odenwald in das Oberrhein-Tiefland ablagerte. Das Höhenniveau nimmt von 115 m über NN auf 90 m ab. Bis heute hat sich der Neckar etwa 5 bis 10 m tief in den Schwemmkegel eingegraben, wobei er vor allem in dem sehr flachen Gelände zwischen Ladenburg und Mannheim seinen ursprünglich stark schlingenförmigen Lauf häufig veränderte. Der Ausbau des Flusses zur Wasserstraße hat von solchen Schleifen nur Restflächen übriggelassen. Sie sind im Naturschutzgebiet Unterer Neckar zusammengefasst, wo sie, wie in der Ilvesheimer Schleife, ihr einstiges Aussehen oft gut bewahren konnten. Im Westen endet der Schwemmkegel mit einem wenig hohen, mehrfach eingebuchteten Steilrand (Hochgestade) zur Oberrhein-Niederung hin.

Die Neckar-Rheinebene bei Schwetzingen - Quelle LMZ LBW
Die Neckar-Rheinebene bei Schwetzingen - Quelle LMZ LBW

Auf den quartären Schottern, die hier halfen, einen besonders starken Senkungsbereich des Oberrheingrabens aufzufüllen, hat der Fluss bei seinen Hochwässern kalkhaltige, tonreiche Feinsandablagerungen hinterlassen, welche immer wieder von Lössschleiern überdeckt wurden. So konnten sich tiefgründige Schwemmlehm- und Schlickböden von hoher Fruchtbarkeit bilden. Lediglich in einstigen Rinnen und verlandeten Altarmen des Neckars nehmen die Böden anmoorigen Charakter an. Der Schwemmkegelbereich entwickelte sich damit zu einer altbesiedelten, waldfreien Ackerebene, die freilich inzwischen erheblich von der Siedlungsausdehnung des Verdichtungsraumes Mannheim-Heidelberg überprägt ist. Einen ganz anderen Charakter zeigt der Naturraum vor allem im äußersten Süden und Nordwesten. Dort verzahnt sich der Schwemmkegel des Neckars mit dem Schwetzinger Sand bzw. dem Käfertal-Viernheimer Sand – Niederterrassenplatten, wie sie auch in der Hardtebene (Naturraum 223) in Erscheinung treten. Auf den von Flugsand überdeckten Schotterfeldern erstrecken sich die von Süden kommenden Dünenketten bis an die Kegelaufschüttung und – durch diese teilweise unterbrochen – weiter nach Nordwesten bis in die Hessische Rheinebene hinein. Die trockenen, landwirtschaftlich weitgehend ertragsarmen Böden werden von Kiefernmischwald bzw. Kiefernforsten oder – wie im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Hirschacker-Dossenwald zwischen Schwetzingen und Mannheim-Rheinau – von Sandrasengesellschaften eingenommen. Dabei spielt auch der hier geringe Niederschlag im Regenschatten des Pfälzer Waldes eine Rolle, der von unter 500 mm pro Jahr im Westen auf über 800 mm am Odenwaldfuß ansteigt. Auf einigen Sandböden, wie bei Schwetzingen, baut man Spargel an. 

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.