Offenburger Rheinebene

(Naturraum Nr. 210)

Die Offenburger Rheinebene in der Großlandschaft Mittleres Oberrhein-Tiefland - Quelle LUBW
Die Offenburger Rheinebene in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Zum Oberrheinischen Tiefland gehörend und sich westlich der Ortenau-Bühler- (Naturraum 212) bzw. der Lahr-Emmendinger-Vorberge (Naturraum 211) über 6 bis 10 km bis zum heutigen Rheinlauf erstreckend, reicht die Offenburger Rheinebene im Norden von Rheinmünster-Stollhofen (nahe Baden-Baden) rd. 80 km nach Süden bis über Wyhl zum nördlichen Kaiserstuhlabfall. Dabei fällt das Höhenniveau von rd. 180 m über NN im Süden auf rd. 122 m im Norden ab. Auch die Offenburger Rheinebene gliedert sich in die Rheinaue und in die sie östlich begleitende Niederterrassenebene, die geomorphologisch jedoch selten so scharf voneinander getrennt sind wie in der Markgräfler Rheinebene (Naturraum 200). Vielmehr gehen sie eher kontinuierlich ineinander über. Eine in diesem Abschnitt geringere Fließgeschwindigkeit und stärkere Seitenerosion des Rheins verbunden mit seinem hohen Überschwemmungspotential sowie eine kräftige Schotterzufuhr der Schwarzwaldzuflüsse sind hierfür verantwortlich. Östlich des begradigten, eingedeichten Rheinstroms ist die ursprüngliche Rheinaue deshalb, ausgeprägter als im Süden, noch von Altrheinarmen und hochstehendem Grundwasser sowie naturnahen Auen-, Bruch- und Riedwäldern bestimmt. Sie überziehen die hier verbreiteten Schlick- bzw. nährstoffarmen Sand- und Kiesböden.

Naturschutzgebiet Taubergießen, im Vordergrund links Rhinau (Frankreich), am Horizont die Gemeinde Rust - Quelle LMZ BW
Naturschutzgebiet Taubergießen, im Vordergrund links Rhinau (Frankreich), am Horizont die Gemeinde Rust - Quelle LMZ BW

In zahlreichen Naturschutzgebieten, wie beispielsweise dem auch touristisch erschlossenen Taubergießen bei Rust bzw. Kappel-Grafenhausen, versucht man die charakteristische Auenvegetation zu bewahren und die gegenwärtige Situation – nicht zuletzt als Auffangräume für potentielle Hochwässer – zu erhalten. Höhere Bereiche, die man oft zusätzlich durch Drainagekanäle entwässern muss, werden dagegen von Grünland eingenommen. Im gesamten Auebereich spielt auch heute noch die Hochwassersicherung eine herausragende Rolle. Die stark schotterführenden Schwarzwaldzuflüsse, wie Elz, Kinzig oder Rench, sind durch die frühere Rheinströmung in ihrer Mündung häufig auffallend nach Norden verschleppt und haben sich in die Niederterrassenschotter mit bisweilen prägnanten Erosionsrillen eingetieft. Auf den dazwischen liegenden, erhöhten Terrassenfeldern, die im Norden des Naturraumes freilich oft nur inselartig (Hurste) ausgebildet sind, kann ertragreicher Ackerbau (Getreide, Hackfrüchte) betrieben werden, besonders dort, wo die Lössdecke erhalten blieb. 

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.