Lehrensteinsfeld 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.lehrensteinsfeld.de
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Einwohner: 2216
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 356.0
Max. Höhe ü. NN (m): 337.5
Min. Höhe ü. NN (m): 190.02
PLZ: 74251
Gemeindenamen und Gemeindebildung: Der heutige Gemeindenamen wurde 1921 amtlich definiert; davor waren neben Lehrensteinsfeld auch die Bezeichnungen Pfarrdorf Steinsfeld mit Lehren oder Steinsfeld (Lehrensteinsfeld) in Gebrauch.

Lehrensteinsfeld liegt administrativ im südlichen Landkreis Heilbronn und gehört naturräumlich überwiegend zu dem für Wein- und Obstbau klimatisch begünstigten Weinsberger Tal. Im äußersten Süden aber hat die Gemarkung Anteil an den waldreichen Heilbronner Bergen, wo das Gelände auf das Höhenmaximum von ca. 331 m NN im Hörnleswald ansteigt. Dort entspringt der Ellbach, ein linker Zufluss der Sulm, in dessen Tal sich die mit 6,22 qkm relativ kleine Gemarkung erstreckt. Im Hörnleswald treten auch die Nebenbäche des Ellbachs hervor: der Lauchbach und der Neuhäldenbach. Letzterer bildet die im Nordwesten die Grenze gegen Ellhofen und markiert bei seiner Mündung in den Ellbach den tiefsten Punkt der Gemarkung auf ca. 191 m NN. Im Osten ragt das 1994 ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet Autal im Quellbereich des Aubachs in die Gemarkung. Um die Ortskerne Lehren und Steinsfeld, die im 20. Jahrhundert zusammenwuchsen, hat sich die Gemeinde nach den Zweiten Weltkrieg zunächst nach Norden, zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Süden und Osten ausgedehnt. Der Landesentwicklungsplan verortet Lehrensteinsfeld in der Randzone um den Verdichtungsraum Stuttgart. Durch die Mediatisierung fiel der gemmingische Ort an Württemberg. Zum 18. März 1806 wurde er dem Oberamt Weinsberg zugewiesen. Nach dessen Auflösung am 1. April 1926 kam Lehrensteinsfeld zum Oberamt Heilbronn, aus dem am 1. Oktober 1938 der gleichnamige Landkreis entstand. Lehrensteinsfeld wurde 1921 als Gemeindenamen amtlich festgelegt.

Die Gemeinde Lehrensteinsfeld umfasst im südöstlichen Viertel des Landkreises eine Fläche von 6,22 Quadratkilometern. Nachbarstädte und -gemeinden sind die Stadt Heilbronn, deren Kern Luftlinie 7,5 Kilometer entfernt ist, außerdem Weinsberg, Ellhofen, Obersulm, Löwenstein und Untergruppenbach. Nach dem Landesentwicklungsplan gehört Lehrensteinsfeld zur Randzone um den Verdichtungsraum Stuttgart. Den südwestlichen Zipfel der Gemarkung durchquert die Autobahn Heilbronn–Stuttgart. Lehrensteinsfeld liegt im Ellbachtal, einem südlichen Seitental des Sulmtals, und damit größtenteils im Naturraum Weinsberger Tal. Die Sulm und ihre Nebenbäche haben sich rückwärts tief ins Bergland der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge eingeschnitten, am Fuß der Keuperstufe im Gipskeuper Talbuchten ausgeräumt und den Stufenrand dabei zerlappt. Der Ellbach hat sein Quellgebiet im Südwesten der Gemeinde im Hörnleswald und fließt zunächst in nordöstliche Richtung, bevor er im Siedlungsbereich stellenweise verdolt ist. Hier speist er den Inselsee und nimmt 200 Meter weiter den von Süden kommenden Lauchbach auf. Ein weiterer Seitenast, der Neuhäldenbach, mündet an der Grenze nach Ellhofen von Westen in den Ellbach. Die Mündung stellt mit 191 Meter über Normalnull den tiefsten Punkt der Gemarkung dar. Der Neuhäldenbach bildet die nordwestliche Gemeindegrenze. Im Osten reicht das oberste Einzugsgebiet des Obersulmer Aubachs mit der Schülpenklinge und der Mordklinge noch ins Gemeindegebiet. Im Süden, mit dem stärkeren Anstieg im oberen Gipskeuper und dem Einsetzen des Schilfsandsteins, hat die Gemeinde Anteil am Naturraum Heilbronner Berge, dem westlichsten Ausläufer des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Hier steigt das Gelände auf 330 Meter über Normalnull an, wobei das Höhenmaximum von 331 Meter über Normalnull an der Grenze im südlichen Hörnleswald erreicht wird. Dort bedeutet die Grenze zwischen den Naturräumen Weinsberger Tal und Heilbronner Berge zugleich der Wechsel vom Offenland zum Wald. Der nur im Norden lössbedeckte Gipskeuper ist in der Gegend etwa 150 Meter mächtig und besteht überwiegend aus weichen Ton- und Mergelsteinen, die von den Bächen leicht abgetragen werden können. Daraus resultiert eine flachwellige Landschaft mit einzelnen Kuppen wie dem Hetzlesberg (253,3 Meter) oder der Waldkuppe im Gewann Steigwald (300,6 Meter). Die östlich des Ellbachs nahe der Oberfläche vorhandenen Gipslagen im Mittleren Gipshorizont wurden früher in einer Grube gewonnen, gemahlen und als Düngemittel verwendet. 1904 beendete der Einsturz der Gipsgrube den Abbau. Die Mühlengebäude, die sich am Lauchbach befanden, der zu zwei Seen aufgestaut war, wurden 1918 abgerissen, die Seen abgelassen. Über dem Gipskeuper tritt der Schilfsandstein östlich von Heilbronn großflächig zutage und bildet das Dach der Heilbronner Berge. An diesen hat die Gemeinde im äußersten Süden einen kleinen Anteil. Über den Schilfsandsteinrücken des Hahnensturzes verlaufen die Gemeindegrenze und die Wasserscheide zwischen Sulm und Schozach. Dass diese Wasserscheide früher weiter im Norden lag und durch das erosionskräftigere Gewässersystem der Sulm langsam nach Süden in das Einzugsgebiet der Schozach verschoben wird, zeigt sich beispielsweise in der Schülpenklinge, die sich rückwärts in einen alten Talboden der Schozach einschneidet. Obwohl Wald nur im Süden der Gemarkung zu finden ist, hat er doch einen Anteil von 28 Prozent und liegt damit etwas über dem Kreisdurchschnitt (25 Prozent). Der größte Teil der Gemarkung – 53 Prozent – wird landwirtschaftlich genutzt, was angesichts der klimabegünstigten Lage im Weinsberger Tal auch nicht erstaunt. Wein- und Obstbau haben hier eine lange Tradition und bringen in den warmen, sonnigen Lagen auf den Mergelböden des Gipskeupers beste Erzeugnisse hervor. 137 Hektar Rebfläche (29 Prozent der Landwirtschaftsfläche) und 41 Hektar Obstanlagen (9 Prozent), Streuobstwiesen nicht eingerechnet, machen die Wein- und Obstbaugemeinde Lehrensteinsfeld aus. In der zwar abwechslungsreichen, aber überwiegend intensiv genutzten Gipskeuperlandschaft gibt es nur noch wenige ungestörte Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen. Daher wurden einige Bachabschnitte beziehungsweise feuchte Senken wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt, für den Naturhaushalt und für die Erholung unter Schutz gestellt. Am Landschaftsschutzgebiet Autal, das größtenteils im Gebiet der Nachbargemeinde Obersulm liegt, hat Lehrensteinsfeld im Osten, im Quellgebiet des Aubachs, einen kleinen Anteil. Als flächenhafte Naturdenkmale mit Größen zwischen 15 und 63 Ar wurden drei Feuchtgebiete gekennzeichnet: die Baiershofwiesen und Pfadwiesen am Lauchbach sowie das Feuchtgebiet Wehrle am Neuhäldenbach. Es handelt sich dabei um schilfbestandene, teils bruchwaldartig mit Gehölzen bewachsene Feuchtflächen, die eine besondere Bedeutung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, insbesondere Amphibien und Vögel, haben. Schließlich reicht die Gemeinde im Südosten, im Bereich der Schülpen- und Mordklinge, in den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit seiner besonderen Bedeutung als Erholungslandschaft hinein.

Der heutige Gemeindename wurde 1921 amtlich festgelegt; davor waren neben Lehrensteinsfeld auch die Bezeichnungen Pfarrdorf Steinsfeld mit Lehren oder Steinsfeld (Lehrensteinsfeld) in Gebrauch. Seit der Mediatisierung war die Gemeinde dem württembergischen Oberamt Weinsberg zugeordnet. Mit dessen Auflösung zum 1. April 1926 gelangte sie an das Oberamt Heilbronn (seit 1938 Landkreis). In der Gemeindereform, die zunächst einen Zusammenschluss mit Willsbach oder eine Eingemeindung nach Weinsberg vorgesehen hatte, blieb Lehrensteinsfeld selbständig. Als damals kleinste Kreisgemeinde schloss es sich 1972 zusammen mit Eberstadt, Ellhofen und Weinsberg dem Gemeindeverwaltungsverband Raum Weinsberg an. Das seit längerem strittige Schafweiderecht und Abgaben an die Freiherren Göler von Ravensburg sowie die Beschränkung der Streu- und Holzleserechte in den fürstlich löwensteinschen Wäldern waren Auslöser für Unruhen im Frühjahr 1848. Am 11. März forderte die Gemeinde Baronin Göler zum Verzicht auf verschiedene grundherrliche Rechte auf. Unter dem Eindruck der Aufstände in Odenwald und Kraichgau und der Plünderung des Göler’schen Rentamts in Sulzfeld war die Grundherrschaft zu Zugeständnissen bereit. Anfang April sagte sie zu, das Weiden ihrer Schafe auf den Grundstücken der Lehrensteinsfelder Bauern zu unterlassen und auf rückständige Handlohnforderungen zu verzichten. Bei einer Volksversammlung auf dem Weinsberger Marktplatz am 24. April wurde der Lehrensteinsfelder Pfarrer Kreis für das Frankfurter Parlament vorgeschlagen; er lehnte jedoch ab. Friedrich Rödinger (1800–1868), ein in Lehrensteinsfeld geborener Rechtsanwalt, vertrat in der Nationalversammlung den Wahlkreis Öhringen und war seit 1848 Abgeordneter im württembergischen Landtag. Die Revolution von 1918/19 fand kaum Widerhall. Die Weingärtner- und Bauerngemeinde wählte bis zur Jahrhundertwende vornehmlich die nationalliberale Deutsche Partei und die Deutsche Reichspartei. Auch die liberale Volkspartei konnte hier Wähler gewinnen; sie erreichte 1907 ihr bestes Ergebnis mit 40 Prozent der Stimmen. Von 1898 an wurde der Württembergische Bauernbund (später WBWB) zur favorisierten Partei. Zweitstärkste Kraft wurde zwei Jahrzehnte später die SPD. Die Ergebnisse der Reichstagswahlen der frühen 1930er Jahre zeigen deutlich den Vertrauensverlust gegenüber den demokratischen Parteien, die große Einbußen zugunsten der Nationalsozialisten erlitten, wenngleich zumindest die SPD ihre Stammwählerschaft halten konnte. Am 5. März 1933 erzielten die NSDAP 41,8 Prozent, die SPD 24,2 und der WBWB 21,4 Prozent. Nachdem zwei Ortsvorsteher nacheinander wegen dienstlicher Verfehlungen ihres Amts enthoben worden waren, wurde im Juni 1936 der Kaufmann Hermann Müller zum Bürgermeister bestellt. Der auf sechs Sitze verkleinerte Gemeinderat wurde 1933 neu gebildet; vier Sitze entfielen auf den Wahlvorschlag der NSDAP, zwei auf den Weingärtner- und Bauernbund. Im September 1935 erfolgte eine neuerliche Umbildung auf Verlangen der NSDAP, die nur noch »zuverlässige« Kandidaten zuließ. Der Arbeiterturnverein wurde 1933 aufgelöst. Die Synagoge wurde verkauft, nachdem am 26. Juni 1938 ein Abschiedsgottesdienst gefeiert worden war. In der Reichspogromnacht kam es, wie schon kurz zuvor, zu schlimmen Ausschreitungen gegen die Juden. Sie wurden zum Teil misshandelt, ihre Wohnungen und Gebäude demoliert. Von den elf 1933 noch in Lehrensteinsfeld lebenden Juden kamen zwei in der Deportation ums Leben, die übrigen konnten auswandern. Opfer des NS-Regimes wurden auch ein Lehrensteinsfelder, der 1945 als politischer Häftling im Konzentrationslager Dachau ums Leben kam, sowie mindestens zwei Personen, die von Zwangssterilisierung betroffen waren. Der Ausbruch des Kriegs machte sich durch die Aufnahme von Kriegsgefangenen, die in der Landwirtschaft beschäftigt wurden, sowie von Evakuierten aus dem Ruhrgebiet und Heilbronn bemerkbar. Am 10. Dezember 1941 stürzte ein Flugzeug auf der Gemarkung ab. Seit 1943 war die Gemeinde auch von Luftangriffen betroffen, die nur kleinere Flur- und Gebäudeschäden anrichteten. Am 13. April 1945 besetzten amerikanische Truppen den Ort; die (Autobahn-)Brücken waren zuvor von deutscher Seite gesprengt worden. Bürgermeister Müller wurde am 18. September 1945 seines Amts enthoben. Die amerikanische Militärregierung bestellte danach den Landwirt Heinrich Frank als Bürgermeister, der aus persönlichen Gründen nur bis Ende November amtierte; sein Nachfolger wurde bis 1978 Erwin Wölfle. Aus den ersten demokratischen Wahlen, beginnend mit den Gemeinderatswahlen am 27. Januar und den Wahlen zur Verfassunggebenden Landesversammlung von Württemberg-Baden am 30. Juni 1946, gingen die Liberalen als stärkste Partei hervor. Sie erzielten hier mit ihre besten Ergebnisse im ganzen Landkreis, vor allem bei den Landtagswahlen 1946 (53,1 Prozent) und 1952 (50,0 Prozent). Seit Mitte der 1950er Jahre erstarkte die auch im Gemeinderat vertretene SPD zur führenden Kraft. Sie wurde erstmals bei den Wahlen zum Landtag 1976 beziehungsweise zum Bundestag 1983 von der CDU überrundet, die in der Gemeinde nur langsam Fuß fassen konnte und am meisten von den Stimmenverlusten der FDP/DVP profitierte. Aus den beiden großen Parteien, die sich seither ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, ging bei der Bundestagswahl 2009 trotz großer Verluste die CDU mit 29,4 Prozent als Siegerin hervor. Die SPD, mit noch deutlicheren Einbußen, verlor eine ihrer traditionellen Hochburgen im Landkreis und landete mit 21,9 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz. Wie andernorts waren Gewinner vor allem die Liberalen (23,8 Prozent) und die Grünen (12,8 Prozent). Nach der Kommunalwahl von 2009 entfallen sechs Gemeinderatssitze auf die Freie Wählervereinigung und vier auf die SPD.

Wappen von Lehrensteinsfeld

In Blau über zwei goldenen (gelben) Wellenbalken ein goldenes (gelbes) Hufeisen.

Beschreibung Wappen

Das Hufeisen erschien als Fleckenzeichen von Lehrensteinsfeld zunächst auf Marksteinen und spätestens seit dem 19. Jahrhundert auch im Gemeindesiegel. Mit Beratung durch die Archivdirektion Stuttgart nahm die Gemeinde im Jahre 1959 das jetzige Wappen an, das das Fleckenzeichen mit dem goldenen Wellenbalken aus dem Wappen der Familie von Schmidtberg verbindet, die von 1649 bis 1778 die Ortsherrschaft innehatte. Das Innenministerium hat das Wappen und die Flagge am 18. August 1959 verliehen.