Gottesaue - Aufgegangen 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: aufgegangener Ort
Ersterwähnung: 1110

Historische Namensformen:
  • Godeshowa 1110
Geschichte: Aufgegangen. 1110 Godeshowa (die frühen Erwähnungen nur in Kopien des 17. Jahrhunderts). Nach später nicht unglaubwürdiger Überlieferung Klostergründung durch Graf Berthold von Hohenberg 1094, der auch dort begraben wurde. Besiedlung von Hirsau aus. Vielleicht deutet die 1110 genannte andere Gottesaue eine erste Gründung in Durlach-Aue an. Das Ausstattungsgut bestand aus einem geschlossenen Bezirk in unmittelbarer Umgebung des Klosters und Einzelbesitz zwischen Pfinz und Alb. Die Vogtei ging von den Grafen von Hohenberg entweder mit Grötzingen über die Staufer oder auf dem Erbweg über die Pfalzgrafen um 1220 an die Markgrafen von Baden über. 1406 sollte Gottesaue in ein Karthäuserkloster umgewandelt werden, 1491 trat es der Bursfelder Reformkongregation bei. Das Kloster wurde im Bauernkrieg ausgeplündert, die Landesteilung von 1535 stellte es der Markgrafschaft Baden-Durlach zu. 1545 war bereits ein weltlicher Schaffner im Kloster, dann markgräfliches Kammergut. Nach kurzfristiger Wiederherstellung 1631-1632 und 1635-1648 besiegelte der Westfälische Frieden den Zustand von 1563. Das Kammergut gab nach 1715 einen Teil seiner Liegenschaften für die Anlage der Stadt Karlsruhe ab. Karl Friedrich machte Gottesaue 1789 zu einer Musterschäferei für das ganze Land. 1873 wurde Gottesaue nach Karlsruhe eingemeindet. Die Klosterkirche, der Muttergottes, den 12 Aposteln und St. Benedikt geweiht, hatte, wenn sie je fertig gewesen war, seit dem Bauernkrieg nur noch ein verkürztes Langhaus. An ihre Stelle trat - aller Wahrscheinlichkeit nach unter Benutzung von einem Querhausflügel - 1588-1591 der Bau eines langgestreckten Lustschlosses mit Rundtürmen an den vier Ecken. Die Pläne fertigte J. Schoch. Nach Zerstörung von 1689 und Brand von 1735 wurde es jeweils wieder aufgebaut, zuletzt ein Geschoss niedriger und mit barocker Umgestaltung der Fenster und Dächer. Seit 1818 Kaserne, 1944 Hauptbau ausgebrannt, seither Ruine.

GND-ID:
  • 4650208-7
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