Blaubachsee – Hochwasserrückhaltebecken Bemberg

Der Blaubachsee im Landkreis Schwäbisch Hall, auch als Hochwasserrückhaltebecken Bemberg bezeichnet, gehört zum Wasserverband Brettach, Quelle: Landesarchiv BW
Der Blaubachsee im Landkreis Schwäbisch Hall, auch als Hochwasserrückhaltebecken Bemberg bezeichnet, gehört zum Wasserverband Brettach, Quelle: Landesarchiv BW

Das Hochwasserrückhaltebecken Bemberg, auch unter dem Namen Blaubachsee bekannt, liegt in der Nähe von Bemberg, Gemeinde Rot am See, im nördlichen Teil des Landkreises Schwäbisch Hall. Der südöstlich liegende Hauptort Rot ist etwa 2,6 km entfernt, die Entfernung zur Kreisstadt Schwäbisch Hall im Südwesten beträgt in der Luftlinie etwa 26 km.

Das Hochwasserrückhaltebecken wurde 1973 durch den Wasserverband Brettach errichtet. Diesem 1960 gegründeten Verband gehören die Kommunen Rot am See, Schrozberg, Blaufelden, Gerabronn, Wallhausen und Satteldorf sowie der Landkreis Schwäbisch Hall an. Um die Region vor den regelmäßig auftretenden Hochwassern und Überschwemmungen zu schützen, errichtete der Verband im Lauf der Jahre sechs unterschiedlich große Rückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von 7 Millionen Kubikmeter Wasser: Beimbach (1969), Bemberg (1973), Wiesenbach (1975), Breitloh in Brettenfeld (1972), Seebach in Brettenfeld (1970) und Weidenbach in Wallhausen (1974).

Im Rückhaltebecken wird der von Norden kommende Blaubach gestaut. Er entspringt südwestlich von Schrozberg in den Seewiesen, verläuft zunächst für etwa einen Kilometer in westlicher Richtung und unterquert dabei zweimal die Bahnlinie nach Bad Mergentheim im Norden bzw. Crailsheim im Süden. Mit der Aufnahme des ebenfalls von Osten kommenden kleinen Sigisweilerbachs ändert er seinen Lauf endgültig in süd-südöstlicher Richtung nach Blaufelden. Dort verläuft der Fluss mitten durch den Ort, unterquert hinter dem Ortsende erneut die Bahnlinie und nimmt dann wenige Kilometer weiter hinter dem Ortsteil Blaubach rechtsseitig den Kühlstattbach auf. Nur 1,5 km weiter südlich tritt er in den hier aufgestauten Blaubachsee ein, durchfließt diesen und tritt unterhalb der Ruine Bebenburg bei Bemberg in die Brettach ein.

Im Rückhaltebecken treffen die Gemeindegrenzen von Blaufelden, Gerabronn und Rot am See zusammen. Während das schmalere obere Drittel des Sees überwiegend auf Blaufeldener Gebiet liegt, verläuft die Gemeindegrenze zwischen Gerabronn und Rot am See im übrigen Teil des Beckens ungefähr mittig.

Das Absperrbauwerk des Rückhaltebeckens ist als 26 m hoher Erddamm mit einer Kronenlänge von 165 m ausgeführt. Das Bauwerksvolumen beträgt rund 180.000 Kubikmeter. Der in Längsrichtung Nord-Süd verlaufende Stausee ist bei Normalwasserstand relativ klein mit einer Länge von etwa 600 m und einer Tiefe von bis zu 6 m. Bei Hochwasser vergrößert sich der See auf bis zu 2 km Länge und kann dann bis zu 2,1 Millionen Kubikmeter Wasser speichern.

Das Rückhaltebecken wurde 2010 zum zweiten Mal seit 1977 aus technischen Gründen abgelassen. Im Becken hatte sich eine mehrere Meter dicke Schlammschicht abgesetzt, da der Blaubach insbesondere bei Hochwasser auch große Sedimentmengen transportiert.

Wie auch die anderen Rückhaltebecken des Wasserverbandes wird der Blaubachsee durch den 1971 gegründeten örtlichen Fischereiverein Brettachtal e.V. als Angelrevier (Karpfen, Schleie, Karausche, Döbel, Hecht, Zander, Barsch, Forelle, Aal etc.) genutzt. Daneben kommt den Stauseen auch regionale Bedeutung als Naherholungsgebieten zu. So kann der Blaubachsee bei starkem Frost zufrieren und dann als Eisbahn genutzt werden.