Das Hügelland der unteren Riß

(Naturraum Nr. 042)

Das Hügelland der unteren Riß in der Großlandschaft Donau-Iller-Lech-Platten - Quelle LUBW
Das Hügelland der unteren Riß in der Großlandschaft Donau-Iller-Lech-Platten - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Das tertiäre Hügelland der unteren Riß erstreckt sich zwischen dem Albrand im Norden und den südwestlich und südöstlich liegenden Altmoränengebieten der Donau-Aiblach- und der Riß-Aitrach-Platten. Im Osten wird die Grenze des Hügellandes durch eine etwa 20 bis 30 m hohe Terrassenstufe zu den Holzstöcken gebildet. Das Gebiet wird gelegentlich auch als Flachland der unteren Riß bezeichnet und liegt mit seinem westlichen Teil (162 qkm) in Baden-Württemberg, dem östlichen in Bayern. Die Höhenlagen bewegen sich zwischen 480 m und 609 m über NN. Als naturräumliche Untereinheit der im Südosten Baden-Württembergs liegenden Donau-Iller-Lech-Platte gehört das Hügelland der unteren Riß zum Altmoränengebiet des ehemaligen Rheingletschers. Naturräumlich schließt im Norden die Untereinheit der Mittleren Flächenalb an, im Osten ist es das zu Bayern gehörige Östliche Flachland der unteren Riß, im Süden liegen die Naturräume der Holzstöcke und der Riß-Aitrach-Platten und westlich schließt sich der Naturraum der Donau-Ablach-Platten an.

Der Bussen - Quelle LMZ BW
Der Bussen - Quelle LMZ BW

Das Hügelland der unteren Riß ist ein tertiäres Hügelland, das sich abwechselnd aus zertalten und eher kleinkuppigen sandigen Gebieten und breitflächigeren Mergel- und Mergelkalkrücken aufbaut. Zum Teil sind auch noch eiszeitliche Schotterablagerungen vorhanden. Flache, nur 20 bis 30 m eingeschnittene Muldentäler, die nach Norden zur Donauniederung oder nach Osten zur Riß verlaufen, gliedern den Raum. Das Landschaftsbild wird durch die breiten Talniederungen der Donau und der unteren Riß geprägt. Löss bedeckt Schotterterrassen und tertiäres Hügelgelände. Der Bussen ist mit seinen 767 m über NN der höchste dieser Hügel und zugleich ein wichtiger, weithin sichbarer Orientierungspunkt. Im Gegensatz zu den stärker baumbestandenen Moränenrücken der angrenzenden Naturräume wird das Hügelland mit seiner Lössdeckschicht ackerbaulich intensiv genutzt, Waldflächen spielen nur eine geringe Rolle. Die Flächen des Offenlandes betragen fast 79 Prozent, auf Wald entfallen 12 Prozent. Die vielfach als Wirtschaftswälder gegliederten Waldflächen werden von Fichtenbeständen dominiert, der Laubwaldanteil ist sehr gering.

Baggerseen bei Schemmerhofen an der Riß - Quelle LMZ BW
Baggerseen bei Schemmerhofen an der Riß - Quelle LMZ BW

Der Raum gliedert sich in drei wesentliche Zonen. Westlich der Riß erstreckt sich das offene, ackerbaulich genutzte tertiäre Hügelland mit seinen tiefgründigen, sandigen Lehmböden. Die breiten Talauen von Donau und Riß, die teils vermoort sind, bilden den zweiten Teil. Sie werden zumeist als Grünland genutzt. Im Bereich beider Flüsse bestehen zudem hohe Grundwasserergiebigkeiten. Östlich erstreckt sich dann die ebenfalls mit Löss bedeckte und ackerbaulich genutzte Schotterterrasse der Riß. Eine wirtschaftlich bedeutende Rolle spielt die Rohstoffgewinnung in den Sand- und Kieslagerstätten. Die Jahresniederschläge erreichen durchschnittlich zwischen 700 und 800 mm. Häufig treten Inversionswetterlagen und Nebelbildung auf. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 7,5 Grad Celsius.

Die Siedlungen dieses aufgrund seiner Vorzüge schon früh besiedelten Raumes reihen sich dicht an den Talrändern. Der Siedlungsflächenanteil beträgt 8,5 Prozent. Mit 228 Einwohnern/qkm ist der Raum jedoch relativ dicht bewohnt und teils deutlich mit Infrastruktureinrichtungen belastet. Rund 9 Prozent der Fläche werden als Verdichtungsraum eingestuft. Oberzentrum ist das nahegelegene Ulm, Mittelzentrum Laupheim.

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.