Östliches Albvorland

(Naturraum Nr. 102)

Das Östliche Albvorland in der Großlandschaft Schwäbisches Keuper-Lias-Land - Quelle LUBW
Das Östliche Albvorland in der Großlandschaft Schwäbisches Keuper-Lias-Land - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Als Teil des Schwäbischen Keuper-Lias-Landes nimmt das östliche (schwäbische) Albvorland hauptsächlich die Braun- und Schwarzjuraplatten nördlich des Albtraufs von Albuch und Härtsfeld (Naturraum 96) ein. Im äußersten Nordosten grenzt es an das Mittelfränkische Becken des Fränkischen Keuper-Lias-Landes (Naturraum 113), im Norden an die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge (Naturraum 108) und im Nordwesten an Schurwald und Welzheimer Wald (Naturraum 107). In Fortsetzung des Mittleren Albvorlands (Naturraum 101) zieht die Einheit etwa ab der Fils bei Göppingen-Süßen bis zur Rems, greift östlich Schwäbisch Gmünds mit einzelnen, von markanten Tälern unterbrochenen, fingerförmigen Vorsprüngen (z.B. Frickenhofer Höhe) weit nach Norden über die Flussläufe von Rems und Lein aus und reicht, die Oberläufe von Kocher, Jagst und Eger umfassend, an das Ries (Naturraum 103) im Osten heran. Trotz der beachtlichen Breite der Einheit halten sich die Höhenunterschiede mit durchschnittlich 500 bis 550 m über NN in relativ engen Grenzen. Lediglich in Nähe des Albtraufs überragen einzelne Zeugenberge, wie im Westen der Hohenstaufen (684 m über NN) oder im Osten der Ipf bei Bopfingen (668 m über NN) und Schloss Baldern (rd. 628 m über NN) nordwestlich Bopfingens, dieses Niveau deutlich und bilden weithin sichtbare Landmarken. Sie sind von Braunjura umgeben, der dort, wo er den Albtrauf nicht nur als eher schmaler Streifen säumt, sondern sich weiter in die Fläche ausdehnt, ein kräftig bewegtes, neben Wiesen und Weiden hauptsächlich von Mischwald (Buche, Tanne, Fichte) eingenommenes Hügelland zeigt, wie es im Westen (Rehgebirge), rund um Aalen (Welland) und im Quellgebiet der Jagst der Fall ist.

Das Östliche Albvorland bei Rainau-Schwabsberg - Quelle LMZ BW
Das Östliche Albvorland bei Rainau-Schwabsberg - Quelle LMZ BW

Bei Aalen-Wasseralfingen wurden vom 14. Jahrhundert bis in die jüngste Zeit die Eisenoolithe des Braunjura (beta) im wichtigsten Stahlwerk Württembergs verhüttet. Als landschaftliche Besonderheit konnten unmittelbar vor dem Albtrauf im Kocher-Jagstgebiet pleistozäne Quarzschotter der Abtragung trotzen. Sie sind als Goldshöfer Sande bekannt und gehören zum einstigen Einzugsbereich der Urbrenz. Bei Aalen bildet eine solche, von Streuobstwiesen und Schwarzerlen-Eschenwald bedeckte Schotterterrasse ein rd. 46,5 Hektar großes Naturschutzgebiet. Nördlich der Braunjurastufe folgt der Schwarzjura, der im Westen auf den Höhen eher inselhaft, im Osten einschließlich des Kochergebiets aber weitflächig erhalten blieb. Vor allem fruchtbare, schwere Lettentone des mittleren Schwarzjuras sind hier kennzeichnend. Obwohl sich die Temperaturen und Niederschläge kaum von jenen des Mittleren Albvorlands unterscheiden, leiden die Böden hier oft unter Wasserüberschuss. Ihre Wasserundurchlässigkeit verbunden mit der geringen Reliefenergie haben in dem unruhigen, sanft hügeligen Gebiet oftmals versumpfte Talmulden zur Folge. Nur im Bereich des unteren Schwarzjuras, am äußersten nördlichen Rand, ist der Untergrund trockener und bildet tiefgründige Lehmböden. Gleichwohl bietet die gesamte Liasackerplatte beste Standorte sowohl zur Acker- als auch zur Grünlandnutzung, die diesen Raum weithin zum Offenland mit noch stark dörflichen Strukturen machen. Deutlich suburbaner geprägt ist dagegen das parallel zum Albtrauf verlaufende Remstal, das – als direkter Vermittler zum Mittleren Neckarraum – zur herausgehobenen Siedlungs- und Verkehrsachse in dieser naturräumlichen Einheit geworden ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass diese Achse auch eine gute Anbindung an das Kochertal und damit einen günstigen Zugang zur Ostalb ermöglicht.

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.