20.10.1918

Aufzeichnungen eines Revolutionärs

Tagebücher eines Revolutionärs
Tagebuch I.  (Landesarchiv BW, StAL PL 7, Bü. 1, Bild 3)

Die Aufzeichnungen von Karl Fraaß geben ein eindrucksvolles Zeugnis vom revolutionären Umbruch in Stuttgart aus der Perspektive eines jungen Kommunisten. Der im Jahr 1900 geborene Elektromonteur erlebte die Novemberrevolution 1918 sowie die Januarkämpfe und den Generalstreik 1919 unmittelbar mit, und zwar nicht nur als Beobachter, sondern als politisch Engagierter. Noch während des 1. Weltkriegs war Fraaß der „Spartakus-Gruppe“ beigetreten, einer sozialistisch-marxistischen Bewegung innerhalb der SPD, die sich 1917 von der SPD abspaltete und 1919 in der KPD aufging. Seine Erlebnisse und Beobachtungen der revolutionären Ereignisse hielt er schriftlich fest. 1933 flüchtete er aus Deutschland in die Schweiz. Dort wurde er 1940 ausgewiesen und kehrte wieder nach Stuttgart zurück, wo er 1962 starb. Die KPD hatte er bereits in den 30er Jahren wieder verlassen.