Handwerk

Böttcher
Dokumentarphotographie: Böttcher, um 1970 [Quelle: Badisches Landesmuseum Karlsruhe]

Handwerk hat im Südwesten eine lange Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Handwerk in Württemberg, Baden und auch in der Hohenlohe in Zünften organisiert, so dass etwa in Württemberg in der Mitte des 18. Jahrhunderts rund die Hälfte der württembergischen Bevölkerung Mitglied einer Zunft war. Bis zu ihrer Auflösung zugunsten der Gewerbefreiheit im Jahr 1862 bestimmten Zünfte maßgeblich das Wirtschaftsleben.

Mit Beginn der Industrialisierung und der Verbesserung der Verkehrswege geriet vor allem das produzierende Handwerk durch industriell gefertigte Massenware in Bedrängnis und die Klage vom „Niedergang des Handwerks“ wurde laut.

Heutztage wird Handwerk gern durch eine folkloristische Schablone betrachtet. Es gilt als Inbegriff von Tradition, Kontinuität und Brauchtum. Die historische Entwicklung und die Fähigkeit des Handwerks sich an neue Gegebenheiten anzupassen, steht jedoch im Widerspruch zu diesem romantisierenden Bild. Indem sie nicht den Brauch, sondern dessen Gebrauch in den Vordergrund rücken, zeigen die Beiträge zur Walz und dem Zunftwesen, wie sehr sich das Handwerk seit dem 19. Jahrhundert gewandelt hat.