Major Mahle 1918 Absturz eines Doppeldeckers 

Datierung :
  • 1918
Objekttyp: Video
Inhalt:
  • Ein abgestürzter Doppeldecker liegt am Rand einer Siedlung auf einer Wiese, mitten im Stacheldraht. Das Flugzeug ist stark beschädigt. Mehrere Männer begutachten den Schaden, während der Pilot gestenreich vom Absturz zu berichten und den Männern um sich herum Anweisungen zu geben scheint. Er entfernt sich kurz und kehrt mit zwei Personen in Uniform zurück, während um sie herum bereits Teile der Maschine weggetragen werden. Das abgestürzte Flugzeug wird nach und nach abmontiert, während der Pilot mit einem Offizier spricht und die Absturzsituation nachstellt. In einer weiteren Szene sieht man einen am Boden stehenden Doppeldecker, an dem die beschädigte obere Tragfläche abmontiert wird. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift "ungeladene Gewehre" zu sehen Die motorisierte Luftfahrt erlebte im Verlauf des Ersten Weltkriegs eine rasante Weiterentwicklung. Zu Beginn des Krieges war der Nutzen von Flugzeugen, die bis dahin nur zivil eingesetzt wurden, noch unklar. Ihr erster Einsatzbereich war die Aufklärung aus der Luft. Flugzeuge erlangten Informationen über Truppenstärke und -bewegungen und wurden dafür mit speziell für diesen Zweck entwickelten Kameras ausgestattet. Sie lieferten so wichtige Informationen für die Planung von Truppenbewegungen. Eine effektive Flugabwehr entwickelte sich erst im Laufe des Krieges, so dass Aufklärungsflugzeuge zunächst aus der Luft angegriffen werden mussten. Zu diesem Zweck wurden Jagdflugzeuge entwickelt, aus denen die Piloten selber, ohne Hilfe eines Bordschützen, auf andere Flugzeuge oder Ziele am Boden schießen konnten. Somit konnten Flugzeuge auch gegen Bodentruppen eingesetzt werden. Gepanzerte Flugzeuge griffen im Tiefflug in Kämpfe am Boden ein. Ihr Nutzen war aufgrund der geringen Treffergenauigkeit und mangelnden Bewaffnung der Flugzeuge allerdings überschaubar. Um dies zu beheben, wurde in Frankreich eine Methode entwickelt, Maschinengewehre so an den Flugzeugen zu befestigen, dass sie ohne ihn zu beschädigen durch den Propellerkreis schießen konnten. Auf dieser Grundlage wurden weitere, effektivere Flugzeuge gebaut, wie der gefürchtete deutsche "Fokker Eindecker." Die von den Briten als "Fokker-Plage" bezeichneten Flugzeuge führten vorübergehend zu einer Luftüberlegenheit des Deutschen Reichs an der Westfront. Ihre Dominanz wurde mit der Entwicklung neuer, noch leistungsfähigerer französischer Jagdflugzeuge wieder eingedämmt. Der Nutzen von Flugzeugen war vorher auf allen Seiten unterschätzt worden und die wenigen Flugzeuge waren mit den vorhandenen, schwerfälligen Geschützen der Flugabwehr nur schlecht zu treffen. Die Treffergenauigkeit erhöhte sich im Deutschen Reich durch optische Systeme der Firma Krupp. Neben der Technik wandelte sich auch die Struktur des Flugzeugeinsatzes. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs entwickelten sich die Luftstreitkräfte, neben Heer und Marine, zu einer neuen Waffengattung. Bei allen Kriegsparteien wurden die Flugzeuge zunehmend als eigenständige Streitkräfte eingesetzt und operierten unabhängig von der Führung des Heeres. Neben Flugzeugen wie den Doppeldeckern spielten hierfür auch Zeppeline eine entscheidende Rolle. Ein bis heute einflussreicher Stratege war der Kampfflieger Oswald Boelcke. Seine "Dicta Boelcke", in der er seine Erfahrungen über die Grundlagen des Luftkampfes zusammenfasste, gelten bis heute als Standardwerk. Um einzelne Piloten entwickelte sich ein regelrechter Heldenkult. Die Zahl ihrer Abschüsse wurde gezählt und es wurde in Zeitungen, Büchern und Filmen über sie berichtet. Die sogenannten "Fliegerasse" wurden als "Helden der Lüfte" gefeiert und als vorbildliche "Einzelkrieger" dargestellt. Die Propaganda aller am Krieg beteiligten Nationen arbeitete mit diesem romantischen Bild. Diese individuellen Helden, im Gegensatz zu den anonymen Toten in den Schützengräben, wo der Stellungskrieg stagnierte, ließen sich gut für die Rekrutierung neuer Piloten und der Aufrechterhaltung der Moral nutzen. Für die Piloten war ihr Einsatz enorm gefährlich. Doch ihre geringe Lebenserwartung - sei es durch Abschüsse oder Defekte an den Flugzeugen - wurde sicher wenig thematisiert, ebenso wie die Angst, die Flugzeuge bei der jeweils angegriffenen Bevölkerung erzeugte. Unter den 9 Millionen getöteten Soldaten waren 15.000 Flieger. Nora Wohlfarth, LABW
Quelle/Sammlung: Landesfilmsammlung Baden-Württemberg und Paul Ernst Strähle jun.
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: 3551 [Archivnummer]
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