Das Salemer Abtsbrevier

Das Salemer Abtsbrevier

Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

Das zweibändige „Salemer Abtsbrevier" vom Ende des 15. Jahrhunderts gehört mit seinen zahlreichen Textzierseiten in qualitätvoller Deckfarbenmalerei zu den schönsten Handschriften aus dem ehemaligen Zisterzienserkloster Salem am Bodensee. Breviere, die die Texte zur Feier des Stundengebets enthalten, gehören zu den wichtigsten liturgischen Büchern für den Privatgebrauch.
Die ca. 450 Handschriften und 30.000-40.000 Drucke umfassende Salemer Bibliothek war 1824 zusammen mit den zuvor bereits inkorporierten Beständen aus dem Benediktinerkloster Petershausen von der Universität Heidelberg gekauft worden. Hier bildet der Fonds - nach den Handschriften der ehemaligen Bibliotheca Palatina - den wichtigsten Bestand der historischen Sammlungen.

Die beiden aus 345 bzw. 380 Blätter bestehenden kleinformatigen Bände (18,5 x 13-13,5 cm) waren von Abt Johannes Stantenat (1471-1494) für seinen persönlichen Gebrauch in Auftrag gegeben worden. Sie entstanden zwischen 1493 und 1495. Nach dem Tod Stantenats wurden die Bücher unter seinem Nachfolger Abt Johannes Scharpffer (1494-1510) vollendet. Der Text wurde von Amandus Schäffer geschrieben, der 1529 selbst Abt des Salemer Klosters wurde. Die Miniaturen entstanden in Nürnberg bzw. wurden von einem aus Nürnberg stammenden Meister gefertigt.

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