Plakate der Bibliothek für Zeitgeschichte

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Plakatwerbung für einen Vortrag von Theodor Heuss in Heilbronn aus dem Jahr 1946 (Quelle: Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek, Plakat 5.6/1)

Die Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek verfügt seit ihrer Gründung im Ersten Weltkrieg, neben dem umfangreichen Bücher- und Zeitschriftenbestand zu Politik und Geschichte des 20. Jahrhunderts, auch über Sondersammlungen, insbesondere zu visuellen Dokumenten. 30.000 Bild- und Schriftdrucke von der Kaiserzeit bis ins Jahr 2005 zählt heute die umfangreiche Plakatsammlung. 4.500 Plakate davon sind online in einer Datenbank recherchierbar. 

Der für LEO-BW zusammengestellte Ausschnitt aus der Plakat-Datenbank umfasst eine Auswahl von 3.400 Plakaten und Anschlägen mit Bezug zu Baden-Württemberg sowie Aushänge von überregionalem Interesse, die wahrscheinlich auch im Land plakatiert waren.

Infolge der wechselhaften Geschichte der Sammlung – der ursprüngliche Bestand wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört – haben sich sehr unterschiedliche Schwerpunkte ausgeprägt. Den am besten vertretenen Zeitabschnitt bilden die Plakate der Neuen Sozialen Bewegungen seit den 1970er Jahren, die größtenteils aus einer baden-württembergischen Privatsammlung, der "Sammlung Gerhard", übernommen werden konnten.
Interessante Blätter namhafter Künstler finden sich unter den Plakaten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, beispielsweise von Ludwig Hohlwein, Julius Gipkens, Louis Oppenheim und Lucian Bernhard. Vom Stuttgarter Plakatwettbewerb für die 7. Kriegsanleihe von 1917 hat sich hier der preisgekrönte Entwurf von Karl Sigrist erhalten. Auch unter den im Datenbankausschnitt mit über 800 Exemplaren enthaltenen Drucken der Weimarer Republik sind Raritäten, die oft nur noch in einem einzigen Exemplar nachgewiesen sind. Sie dokumentieren vor allem die letzten Wahlkämpfe vor 1933 mit einer Fülle von Stuttgarter Veranstaltungsplakaten der verschiedenen Parteien. Kleiner ist der Bestand an Propaganda-Plakaten des Dritten Reichs und des Zweiten Weltkriegs, dort wurden auch die im Unterricht verwendeten Wandtafeln der nationalsozialistischen Erziehung aufgenommen. Aus der frühen Nachkriegszeit weist die Plakatsammlung zahlreiche Bekanntmachungen und Gesetzesaushänge der Militärregierungen auf. Zudem zeigen viele Plakate der späten 1940er bis 1950er Jahre den politischen und kulturellen Wiederaufbau des Landes. Aus der 15.000 Stücke umfassenden "Sammlung Gerhard" wurden die Plakate zur Hochschulpolitik und Studentenbewegung ausgewählt.

Irina Renz

Partner: Württembergische Landesbibliothek